Konferenz

Nur knapp 50 Prozent der Flüchtlinge bestehen Sprachkurs

Lediglich rund die Hälfte der Flüchtlinge schafft den Sprachkurs. Bei einer Konferenz beraten die Integrationsminister.

Bei Sprachkursen ist Durchhaltevermögen gefragt.  Sie ist sind aber wichtige Voraussetzung für eine gelungene Integration.

Bei Sprachkursen ist Durchhaltevermögen gefragt. Sie ist sind aber wichtige Voraussetzung für eine gelungene Integration.

Foto: Picture-Alliance / Gero Breloer

Berlin. Lediglich die Hälfte der Flüchtlinge besteht die von ihnen besuchten Sprachkurse. Dieses Ergebnis zeigt der fünfte Bericht des Integrationsmonitorings der Bundesländer auf. Seit 2009 werden zahlreiche Daten und Statistiken erhoben und verglichen.

2017 haben bundesweit zum Beispiel 48 Prozent der Prüfungsteilnehmer und damit 11,7 Prozent weniger als noch 2015 die Stufe B 1 erreicht. Dieses Zertifikat entspricht mittlerem Niveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen. Die Absolventen können damit der Alltagssprache gut folgen und auch eigene Texte schreiben.

Beste Ergebnis in Baden-Württemberg

Die besten Erfolgsquoten verzeichneten dabei Baden-Württemberg, gefolgt von Hessen und Rheinland-Pfalz. Schlusslicht ist Thüringen, Berlin landet im unteren Drittel. Das Monitoring zeigt beispielsweise auch, dass Berufstätige mit Migrationshintergrund dreimal so häufig von Armut betroffen sind, wie Personen ohne Migrationshintergrund.

Grundlage für politisches Handeln

„Diese Erhebungen stellen die Grundlage für politisches Handeln dar“, sagt Berlins Sozial- und Integrationssenatorin Elke Breitenbach (Linke), unter deren Vorsitz die zuständigen Ministerinnen und Minister der Bundesländer am heutigen Donnerstag, 11. April und morgigen Freitag, 12. April, in Berlin zusammen kommen.

Unterschiedliche Bedingungen

Zu den Themen, die an den beiden Konferenztagen diskutiert werden, gehören deshalb auch der schnellere Zugang zur Sprachförderung, die bessere Arbeitsmarktintegration sowie die Einbürgerung. „Wenn Integration gelingen soll, müssen wir länderübergreifend zusammenarbeiten. Dies ist nicht immer einfach, denn die Bedingungen in den Bundesländern sind sehr unterschiedlich und müssen berücksichtigt werden“, betont Breitenbach. Die Konferenz werde dazu beitragen, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.

28,3 Prozent mit Migrationshintergrund

In Berlin hatten laut der Erhebungen von 2017 rund 28,3 Prozent der Bewohner einen Migrationshintergrund.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost ist in Berlin die Erwerbstätigkeitsquote von Personen mit Migrationshintergrund knapp 20 Prozent niedriger ist als von Menschen deutscher Herkunft. Das hat oft mit mangelnden Sprachkenntnisse zu tun, sie gelten als großes Hindernis beim Zugang zu Arbeit und Ausbildung.

Hohe Hochschulreife-Quote in Berlin

Nach weiteren Daten, die der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales vorliegen, sind 18 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund in der Hauptstadt selbstständig, im Bundesdurchschnitt sind es nur neun Prozent. In keinem anderen Bundesland, so die Statistik, haben so viele Erwachsene mit Migrationshintergrund die Hochschulreife, nämlich jeder jeder zweite. Ein Drittel hat einen Hochschulabschluss.