Schau verlängert

Sonderausstellung erzählt von Flüchtlingsschicksalen

Rund 17.000 Besucher haben die Ausstellung in Marienfelde über die Hoffnungen von Flüchtlingen besucht. Sie wird erneut verlängert.

Die Erinnerungsstätte erinnert an die Schicksale von geflüchteten DDR-Bürgern im Westen. Die Sonderausstellung zu den Geflüchteten  ist dort zu sehen.

Die Erinnerungsstätte erinnert an die Schicksale von geflüchteten DDR-Bürgern im Westen. Die Sonderausstellung zu den Geflüchteten ist dort zu sehen.

Foto: picture alliance/ dpa

Berlin. Die Sonderausstellung „Nach der Flucht. Wie wir leben wollen“ in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde wird erneut verlängert und ist weiterhin bis zum 28. Juli zu sehen. Sie informiert die Besucher über die deutsche Flüchtlingspolitik und Aufnahmepraxis und zeigt, unter welchen rechtlichen, politischen und sozialen Bedingungen Geflüchtete derzeit leben.

2012 erstmals befragt

Im Zentrum stehen Menschen, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind. Die Geflüchteten wurden kurz nach ihrer Ankunft 2012 zu ihren Hoffnungen befragt und 2016 erneut interviewt, wie sie die Herausforderungen des Neuanfangs bis zu diesem Zeitpunkt gemeistert haben. In Filminterviews berichten ein Iraner sowie Familien aus Afghanistan, Syrien und Tschetschenien vom Verlassen der Heimat und von ihren Hoffnungen für die Zukunft. Weltweit sind immer mehr Menschen auf der Flucht. Sie suchen Schutz vor politischer Verfolgung, Krieg, Diskriminierung, Naturkatastrophen und Armut.

Reaktionen auf Zuwanderung

Haben sie das Gefühl, im neuen Land angekommen zu sein? Welche Möglichkeiten haben sich ihnen geöffnet, und an welche Grenzen stoßen sie? Ausgehend von den persönlichen Geschichten der Geflüchteten will die Ausstellung den Blick auch auf die Aufnahmegesellschaft lenken: Wie reagieren Politik, Medien und Bevölkerung auf die Zuwanderung?

Die Ausstellung spiegelt die kontroversen Debatten zwischen Aufnahme und Abwehr, Diskriminierung und Integration. Sie thematisiert verschiedene Konzepte von Zugehörigkeit.

Planspiel zur Ausstellung

Zur Ausstellung wird das Planspiel „Ankunft in Andersland“ angeboten, das bei Schulklassen beliebt ist. Es richtet sich an Jugendliche ab 16 Jahren und dauert etwa drei Stunden. Beim Spiel begeben sich die Teilnehmenden an der Grenze zum fiktiven Land Alikuby in die Rolle von Flüchtlingen – im Gepäck die Geschichte ihrer Flucht und Ziele für die Zukunft. Nach ihrer Ankunft stehen sie vor Herausforderungen: Sie benötigen Arbeit und ausreichend Geld, um eine Wohnung mieten und einrichten zu können.

Die Spieler müssen sich in ihrer jeweiligen Rolle dem Asylverfahren stellen, damit sie ihre Aufgaben bewältigen können. Sie müssen die Sprache lernen und sich mit Land und Leuten vertraut machen. Am Ende können alle diskutieren, warum manche mehr erreicht haben als andere. Eine Anmeldung für das Spiel ist erforderlich (e-Mail: bildung-enm@stiftung-berliner-mauer.de).

Ausstellung kann auf Wanderschaft gehen

Die Wanderausstellung kann von Institutionen und Museen übernommen werden. Interessenten können sich an die Bildungsabteilung der Erinnerungsstätte wenden (Kathrin Steinhausen, 030 75 65 73 94, e-mail: steinhausen@stiftung-berliner-mauer.de).

Seit der Eröffnung im Juni 2017 haben bereits rund 17.000 Besucher die Ausstellung besucht. Die Schau ist bis zum 28. Juli, dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr zu sehen. Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, Stiftung Berliner Mauer, Marienfelder Allee 66/80. Der Eintritt ist frei, Infos unter 030 75 00 84 00.

Sie wollen nichts mehr verpassen? Dann treten Sie unserer Facebook-Gruppe Unser Tempelhof-Schöneberg bei.