Steuern

Unterhaltsleistungen an den Ex-Partner absetzen

Wer nach einer Scheidung Unterhalt zahlt, kann sich einen Teil des Geldes bei der Steuererklärung zurückholen.

Nach einer Scheidung muss häufig Unterhalt gezahlt werden. Dieser kann steuerlich geltend gemacht werden.

Nach einer Scheidung muss häufig Unterhalt gezahlt werden. Dieser kann steuerlich geltend gemacht werden.

Foto: Andrea Warnecke / picture alliance

Zu den Sonderausgaben gehören auch Zahlungen an den ehemaligen Ehegatten. Das betrifft sowohl Ausgleichszahlungen im Rahmen eines Versorgungsausgleichs als auch laufende Unterhaltszahlungen. Der Zahlungspflichtige kann seine Zahlungen auf zwei verschiedene Arten steuerlich geltend machen: entweder als Sonderausgaben, sogenanntes Realsplitting, oder als außergewöhnliche Belastung. Beim Realsplitting kann er bis zu 13.805 Euro geltend machen. Hinzu kommen noch übernommene Beiträge für die Basiskranken- und Basispflegeversicherung (Mantelbogen, Zeilen 40-42). Dazu muss die Anlage U ausgefüllt werden, die der Ex-Partner unterschreiben muss. Denn dieser muss die Unterhaltsleistungen als sonstige Einkünfte versteuern und die Anlage SO abgeben.

Absetzbarkeit hängt vom Einkommen des Ex-Partners ab

Ist der Ex-Partner dazu nicht bereit, dann verbleibt noch die Möglichkeit, die Zahlungen bis zu 9000 Euro plus Krankenversicherungsbeiträge bei den außergewöhnlichen Belastungen abzusetzen (Teil 4). Das ist aber nur günstig, wenn der Unterhaltsempfänger kaum Vermögen und Einkünfte hat. Denn bei einem Nettovermögen von mehr als 15.500 Euro gilt der Unterstützte nicht mehr als bedürftig. Und hat dieser eigene Einkünfte und Bezüge von mehr als 9624 Euro (9000 Euro Grundfreibetrag plus 624 Euro Anrechnungsfreibetrag), dann ist ebenfalls kein Abzug als außergewöhnliche Belastung möglich.

Der Unterhaltshöchstbetrag von 9000 Euro in der Anlage Unterhalt ist nur absetzbar, wenn der Ex-Partner höchstens 624 Euro Einkünfte im Jahr hat, wobei vom Einkommen die Werbungskosten abgezogen werden. Bei höheren Einkünften wird der Abzug um den Betrag reduziert, der den Anrechnungsfreibetrag übersteigt.