Arbeitsmittel

Büromaterial und Aktentasche von der Steuer absetzen

Anschaffungen können entweder komplett abgesetzt oder müssen auf 13 Jahre verteilt abgeschrieben werden.

Aktentasche, Berufskleidung und Ähnliches kann man als Kosten angeben. (Archivbild)

Aktentasche, Berufskleidung und Ähnliches kann man als Kosten angeben. (Archivbild)

Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Arbeitsmittel, die der Steuerzahler für seinen Job benötigt, kann er in den Zeilen 41 und 42 der Anlage N angeben. Ohne Belege akzeptiert das Finanzamt normalerweise pauschale Kosten von 110 Euro. Doch häufig gehen die Ausgaben darüber hinaus. Beispiele für Arbeitsmittel sind: Aktentasche, typische Berufskleidung wie ein Arztkittel (inklusive Reinigung), Werkzeug, Fachliteratur, Büromaterial, Büromöbel und alle Gegenstände, die der Arbeitnehmer privat gekauft hat und tatsächlich für berufliche Zwecke nutzt.

Wird das Arbeitsmittel mindestens zu 90 Prozent beruflich verwendet, dann kann der Steuerzahler die kompletten Aufwendungen als Werbungskosten ansetzen. Bei einer gemischten Verwendung ist jedoch mittlerweile für alle Arbeitsmittel ein teilweiser Abzug erlaubt. Das gilt, wenn das Arbeitsmittel höchstens zu 10 Prozent privat verwendet wird. Bei einem Computer akzeptiert das Finanzamt in der Regel eine hälftige berufliche Nutzung. Dann sind pauschal 50 Prozent der Kosten absetzbar. Ein Drucker, eine Maus und andere Geräte, die eigenständig nicht funktionieren, muss der Steuerzahler zusammen mit dem Computer abrechnen.

Das Bücherregal ist zu dreiviertel voll mit Fachbüchern - und kann abgesetzt werden

Ein Beispiel zeigt wie die Kosten für einen gemischt genutzten Einrichtungsgegenstand abgesetzt werden können: Ein Steuerzahler hat im April 2018 ein Bücherregal für 950 Euro inklusive Mehrwertsteuer gekauft. Es ist zu einem Viertel voll mit privaten Büchern und zu drei Vierteln mit Fachbüchern. Dann können 75 Prozent der Anschaffungskosten als Werbungskosten abgesetzt werden. Das Bücherregal gilt in diesem Fall als geringwertiges Wirtschaftsgut (GWG) und kann bereits im Jahr der Anschaffung komplett abgesetzt werden. Hier sind es 75 Prozent von 950 Euro, also 713 Euro.

Seit Januar 2018 können Steuerzahler deutlich teurere Käufe als zuvor sofort absetzen. Bis Ende 2017 lag die GWG-Grenze noch bei einem Anschaffungspreis von 487,90 Euro inklusive Umsatzsteuer, seit 2018 bei 952 Euro brutto/800 Euro netto.

Doch diese Betragsgrenze ist entscheidend.

Bei 1000 Euro Kosten abschreiben über 13 Jahre

Hätte das Regal 1000 Euro gekostet, sähe die Rechnung ganz anders aus: Von den 1000 Euro könnte der Arbeitnehmer zwar insgesamt 750 Euro, also 75 Prozent, absetzen, aber nur auf 13 Jahre verteilt. Denn er müsste das Bücherregal über die gewöhnliche Nutzungsdauer laut AfA-Tabelle des Bundesfinanzministeriums abschreiben. Als jährliche Abschreibung kann er dann 58 Euro geltend machen. Im Jahr 2018 sind es tatsächlich aber nur 54 Euro, nämlich nur für neun Monate, für April bis Dezember 2018, weil er das Regal im April gekauft hat. In der Steuererklärung 2019 und in den Folgejahren kann er dann jeweils 58 Euro abschreiben, die volle jährliche Abschreibung für den beruflichen Teil.

Alle Teile der Steuer-Serie finden Sie hier