Zoo Berlin

Pandas: Meng Meng künstlich befruchtet

Paarung gescheitert: Bei den Pandas im Berliner Zoo mussten die Reproduktionsexperten nachhelfen. Meng Meng wurde künstlich befruchtet.

Experten aus dem Leibniz-Institut, aus China und aus dem Zoo nehmen gemeinsam den Eingriff vor

Experten aus dem Leibniz-Institut, aus China und aus dem Zoo nehmen gemeinsam den Eingriff vor

Foto: Zoo Berlin / Zoo berlin

Sie haben es doch nicht allein geschafft. Die beiden Großen Pandas im Zoo hatten 72 Stunden Zeit, um sich auf natürlichem Weg fortzupflanzen. Sieben Mal wurden die Tiere am Freitag und Sonnabend zusammengelassen, immer 20 Minuten lang. Das Männchen Jiao Qing (8) näherte sich auch immer wieder dem Weibchen Meng Meng (5). „Es ließ sich jedoch nicht feststellen, ob die Paarung erfolgreich war“, heißt es am Montag aus dem Zoo. Um die Wahrscheinlichkeit auf Nachwuchs zu erhöhen, wurde eine künstliche Befruchtung durchgeführt.

Pandas gingen nur auf Tuchfühlung

Panda-Weibchen sind nur bis zu drei Tagen im Jahr fruchtbar. Meng Meng buhlte mit einem lauten Quieken um die Gunst von Jiao Qing, der auch mit einem Meckern antwortete, und damit Interesse zeigte. Der erste Kontakt der Tiere fand am Freitagmorgen hinter den Kulissen des Panda Gardens statt. „Die beiden sind, was die Fortpflanzung angeht, vollkommen unerfahren“, sagte der Zoologische Leiter Ragnar Kühne am Montag. Meng Meng zeige ein deutliches Interesse an dem Panda-Mann. Auch Jiao Qing sei bereit, so Kühne. Die Tiere seien auf Tuchfühlung gegangen. Aber mit letzter Sicherheit konnte niemand sagen, dass es zur einer natürlichen Befruchtung gekommen ist.

Meng Meng wurde künstlich unter Narkose befruchtet

Deshalb wurde alles für eine künstliche Befruchtung vorbereitet. Mit Hilfe eines Elektro-Ejakulators wurden Jiao Qings Spermien gewonnen und anschließend bei Meng Meng eingeführt. Dafür wurden die Pandas kurzzeitig in Narkose gelegt. Mit dabei waren Reproduktionsexperten aus dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), die gemeinsam mit dem Zoo-Mitarbeitern den Eingriff zum richtigen Zeitpunkt durchgeführt haben.

Jiao Qing und Meng Meng haben den Eingriff gut überstanden

„Auch wenn eine künstliche Besamung für uns ein Routineeingriff ist, das Besamen eines Pandas ist auch für uns etwas Besonderes“, sagt Tierarzt und Zoo-Direktor Dr. Andreas Knieriem. Den Eingriff hätten die beiden Pandas gut überstanden. Frühestens ab Juni könnte eine Ultraschall-Untersuchung Aufschluss über eine Trächtigkeit geben. Bis zu einer möglichen Geburt vergehen drei bis sechs Monate.

Hamstergroße Jungtiere nach 155 Tagen

Die Tragzeit setzt sich aus dieser unterschiedlich lang dauernden Keimruhe sowie der eigentlichen Entwicklungszeit zusammen, diese beträgt bei Pandas etwa 45 bis 60 Tage, zusammen. Im Durchschnitt kommen ein bis drei unbehaarte und hamstergroße Jungtiere nach etwa 155 Tagen zur Welt. Mit einem Gewicht von etwa 80 bis 200 Gramm bringen Panda-Jungtiere zum Zeitpunkt der Geburt ungefähr ein Tausendstel des Gewichts ihrer Mütter auf die Waage.