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Deutsche Bank setzt in Berlin auf Videoberatung

Die Deutsche Bank will zunehmend auf Video- und Telefonberatung setzen. Die Filialen in Berlin sollen dennoch erhalten bleiben.

Die Deutsche Bank will die Videoberatung ihrer Kunden ausbauen (Archiv).

Die Deutsche Bank will die Videoberatung ihrer Kunden ausbauen (Archiv).

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Berlin. Für die Deutsche Bank war 2018 ein turbulentes Jahr. „Wir würden sicherlich gerne weniger in der Presse stehen, als das der Fall war“, sagte Harald Eisenach, Sprecher der regionalen Geschäftsleitung für Ostdeutschland bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für 2018. An den Ergebnissen in Berlin und den östlichen Bundesländern liege das jedoch nicht, so Eisenach, hier habe der Konzern teilweise Rekordergebnisse erzielt.
„Im Vergleich mit anderen Regionen in Deutschland ist das Geschäft in der Region Ost und der Hauptstadt überproportional gewachsen.“ Das Geschäftsvolumen aus Einlagen, Wertpapieranlagen und Krediten in Berlin wuchs zu Ende 2018 auf 31,7 Milliarden Euro. Ein Anstieg um knapp 2 Prozent. Im gesamten Osten legte das Geschäftsvolumen um 2,3 Milliarden Euro auf 66,5 Milliarden Euro zu.

Zahl der Deutsche-Bank-Kunden in Berlin steigt nicht

Nicht mitgewachsen ist hingegen die Zahl der Kunden in der Hauptstadt. Sie verharrte bei rund 800.000. Ein deutlicher Unterschied zum Noch-Konkurrenten Commerzbank. Dort habe der starke Zuzug nach Berlin im vergangenen Jahr zu 10.000 Kontoneueröffnungen in der Hauptstadt geführt, verkündete die Commerzbank in der vergangenen Woche.
Aus Sicht der Deutschen Bank sei dieser Vergleich kein Problem, erklärt Eisenach. Um Kundenwachstum per se ginge es dem Geldhaus nicht. „Wir versuchen zu schauen, mit welchen Kunden wir am meisten Potenzial haben.“

Deutsche Bank will Videoberatung ausbauen

Weiter ausbauen möchte das Finanzinstitut das Beratungsangebot in Berlin. Neben der Telefonberatung aus dem Berliner Beratungscenter an der Otto-Suhr-Allee teste die Bank dort bei Privatkunden aktuell die Beratung per Videoschaltung. Kunden könnten so auch am Sonnabend mit dem Tablet vom Sofa aus mit ihrem Bankberater sprechen.

Die bisherigen Ergebnisse seien vielversprechend, so Markus Wägner, Leiter des Privatkundengeschäfts in Ostdeutschland. „Die Kunden schätzen das Angebot. Der Terminkalender ist voll.“

Bank-Filialen in Berlin werden modernisiert

Die Investitionen in die digitale Beratung würden sollen jedoch nicht zu Lasten des Kundenservices vor Ort gehen, betonen die Manager. Die nach den massiven Schließungen bis Ende 2017 aktuell noch 37 Filialen in Berlin sollen weiterhin bestehen bleiben. Auch bei den 124 Standorten im gesamten Osten Deutschlands ist keine Schließung geplant.

Dafür ändert sich das Erscheinungsbild der Banken nach und nach. Mittlerweile sind unter den Filialen in der Hauptstadt 18 modernisiert. Im vergangenen Jahr kamen dabei die Banken in Wedding, Schöneberg hinzu. Die Filiale am Potsdamer Platz wurde erst vor wenigen Tagen an neuem Standort wiedereröffnet.

Ausbildungsplätze werden 2019 verdoppelt

Leicht zulegt hat im vergangenen Jahr die Zahl der Mitarbeiter der Deutschen Bank in der Hauptstadt. Während bei der Konzernmutter weiterhin rund 3500 Personen in Berlin arbeiten, sind durch die Ansiedlung der Unternehmenstochter Yunar 80 zusätzliche Jobs an die Spree gewandert. Yunar bietet Nutzern eine App um alle ihre Bonuskarten digital verwalten zu können.

Die Bank startet zudem einen Ausbildungsoffensive. Für 2019 hat das Geldinstitut die Zahl der Plätze für Auszubildende und Trainees in Ostdeutschland auf 86 verdoppelt. Auf Berlin entfallen davon 36 Neueinstellungen. Wie sehr sich Image und Zustand der Bankenbranche in den vergangenen Jahren verändert haben, zeigt sich auch daran, dass sich Kurzentschlossene auch wenige Monate Ausbildungsbeginn noch bewerben können. Es gebe noch „letzte offene Stellen“, sagt Wägner.