Sport in Berlin

Welche maroden Sportanlagen in Berlin saniert werden

Viele der Berliner Sportanlagen sind marode. Darüber hinaus fehlen in der Stadt rund 220 Hallen und 120 Großspielfelder.

Auch Teile des Poststadions gehören zu den Objekten, die saniert werden.

Auch Teile des Poststadions gehören zu den Objekten, die saniert werden.

Foto: Sergej Glanze / Glanze/Berliner Morgenpost

Wenn Tempelhof-Schönebergs Sportstadtrat Oliver Schworck an den 1. Juli dieses Jahres denkt, dann macht er sich Sorgen. Bis dahin müssen die Bezirke drei Viertel des Geldes, das ihnen für die Sanierung maroder Sportstätten zur Verfügung steht, mindestens verplant haben. Das ist Schworck im vergangenen Jahr nicht gelungen, deshalb musste er 200.000 Euro zurück an das Land geben.

„Es ist schade um jeden Euro, den wir deshalb nicht ausgeben können“, sagt Stadtrat Schworck. An fehlender Planung des Bezirkes habe es nicht gelegen, so der Sportstadtrat. Vielmehr sei es nicht gelungen, Handwerker zu finden, die die Bauarbeiten im geforderten Zeitfenster ausführen konnten.


1,87 Millionen Euro für die Sanierung von insgesamt vier Sportanlagen

In diesem Jahr soll das nicht noch einmal geschehen. „Wir haben das im Blick“, sagt Schworck. „Wir fangen dieses Jahr deutlich früher an.“ Das ist umso wichtiger, als Schworck in diesem Jahr 1,87 Millionen Euro für die Sanierung von insgesamt vier Sportanlagen aus dem Sanierungsprogramm für Sportanlagen des Senates erhält, darunter mit 1,2 Millionen Euro den größten Betrag aus dem Programm für die Sanierung des Dominicus-Sportplatzes am Priesterweg in Schöneberg.

Land stellt 18 Millionen Euro jährlich zur Verfügung

Auch Mitte und Steglitz-Zehlendorf gelang es im vergangenen Jahr nicht rechtzeitig, das Geld zu verplanen. Sie mussten insgesamt 500.000 Euro zurückgeben. Das Geld kam anderen Bezirken zugute, die mehr Projekte für das Programm angemeldet hatten und rechtzeitig geplant hatten. Insgesamt stellt das Land jedes Jahr 18 Millionen Euro für die Sanierung der Sportstätten zur Verfügung. Das ist auch bitter nötig, da die Berliner Anlagen über einen riesigen Sanierungsstau verfügen. Im vergangenen Jahr ist der Bedarf noch einmal um 30 Millionen Euro auf jetzt 218 Millionen Euro angewachsen. Er wird also trotz des Sanierungsprogramms immer größer.

Starke Konkurrenz um innerstädtische Flächen

Berlins Sportanlagen werden also immer maroder – andere fehlen ganz. Da der Landessportbund immer mehr Berliner für den Sport begeistert und die Stadt immer weiter wächst, steigt auch der Bedarf an Sportplätzen und -hallen. Nach Senatsangaben fehlen stadtweit derzeit rund 220 Hallen und 120 Großspielfelder, um eine angemessene Versorgung der Berliner sicherzustellen. Doch angesichts der Flächenkonkurrenz um Grundstücke für den Wohnungsbau und Gewerbe ist es unrealistisch, dass Berlin deutlich mehr Sportanlagen erhält. Das Gedränge auf den Sportplätzen der Stadt wird also in den kommenden Jahren eher zu- als abnehmen.

4500 Sportanlagen und Sporthallen gibt es in Berlin

Der Landessportbund ist mit 650.000 Mitgliedern Berlins größte Vereinigung. Dadurch, dass die Stadt immer enger werde, erfülle der LSB eine wichtige Aufgabe für die Gesundheit, sagt LSB-Direktor Friedhard Teuffel und wünscht sich grundsätzlich ein wenig mehr Anerkennung durch die Politik.

Insgesamt stehen den Berlinern rund 4500 Sportanlagen und Sporthallen in den zwölf Bezirken zur Verfügung.