Sanierung

Mehr Geld für Berliner Sportstätten

Der Senat stellt 18 Millionen Euro für die maroden Anlagen bereit. Der Sanierungsstau beläuft sich auf rund 218 Millionen Euro.

Das Poststadion in Moabit wurde 1929 gebaut (Archivbild).

Das Poststadion in Moabit wurde 1929 gebaut (Archivbild).

Foto: Sergej Glanze / Glanze/Berliner Morgenpost

Berlin. Der Senat hat sich auf das diesjährige Programm zur Sanierung der Sportstätten verständigt. 2019 werden insgesamt 55 Sportanlagen für 18 Millionen Euro teilsaniert oder instand gesetzt. Die Liste wurde jetzt vom Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses gebilligt. Die Bezirke hatten 75 Anträge gestellt, von denen aber nicht alle berücksichtigt würden. Das meiste Geld fließt mit 1,94 Millionen Euro nach Pankow, das wenigste mit 1,18 Millionen Euro nach Spandau. Die umfangreichsten Sanierungsmaßnahmen finden am Dominicus-Sportplatz am Priesterweg in Tempelhof-Schöneberg (948.000 Euro) und in der Fechteranlage an der Bruno-Braun-Straße in Marzahn-Hellersdorf (903.000 Euro) statt.

Das Programm zur Sanierung der Sportstätten soll den Verfall der lange vernachlässigten Anlagen verhindern. Zwar hat der Senat die Mittel dafür von 13,5 auf 18 Millionen Euro erhöht – das reicht aber nicht aus, um alle maroden Sporthallen und Sportplätze zu sanieren. Die Bezirke beziffern den Bedarf dafür insgesamt auf 218 Millionen Euro, allein im vergangenen Jahr ist er demnach um 30 Millionen Euro gestiegen – trotz des erhöhten Sanierungsprogramms.

Bezirke haben Probleme, die Mittel auch auszugeben

Aus Sicht des Landessportbundes (LSB) wäre es daher wünschenswert, das Programm weiter aufzustocken, um den Sanierungsstau abzubauen. Der LSB sieht aber auch die Schwierigkeiten in einigen Bezirken bei der Umsetzung. „Wir wissen um die personellen Engpässe in den Bezirken“, sagte LSB-Direktor Friedhard Teuffel.

Das sieht auch die Senatssportverwaltung so. „Da die Bezirke bereits aktuell große Anstrengungen aufbringen, das ihnen zugewiesene Geld wegen voller Auftragsbücher der Bauunternehmen und dadurch bedingt längere Bauausführungszeiten zu verbauen, ist eine kurzfristige Erhöhung der Mittel nicht zielführend“, sagte ein Sprecher der Sportverwaltung. Es sei davon auszugehen, „dass das Geld nicht ausgegeben werden kann“. Um den Druck auf die Bezirke zu erhöhen, hat sich der Senat dazu entschlossen, nicht ausgegebenes Geld auf andere Bezirke zu verteilen. Im vergangenen Jahr betraf das die Bezirke Mitte, Steglitz-Zehlendorf und Tempelhof-Schöneberg, die insgesamt 700.000 Euro wieder zurückgeben mussten. Das Geld kam Sportanlagen in anderen Bezirken zugute, die mehr Projekte angemeldet hatten, als sie aus dem Förderprogramm sanieren konnten.

Bezirke müssen 75 Prozent des Geldes verbaut haben

Künftig sind die Bezirke dazu verpflichtet, bis zum 1. Juli eines jeden Jahres mindestens 75 Prozent der zugesagten Summe tatsächlich verbaut zu haben. Andernfalls wird der Fehlbetrag anderen Bezirken zugeschlagen. „Außerdem müssen die Bezirke künftig einen zuständigen verantwortlichen Ansprechpartner für das Sanierungsprogramm benennen, der verbindliche Aussagen zum aktuellen Finanzierungsstand der einzelnen Baumaßnahmen treffen kann“, heißt es in einem Bericht des Sportstaatssekretärs Aleksander Dzembritzki an das Abgeordnetenhaus.

Aus Sicht des Landessportbundes steigt gerade die Bedeutung der Sportvereine vor dem Hintergrund der rapide wachsenden Stadt. „Wir wünschen uns auch, dass gesehen wird, was der Sport leisten kann“, sagte LSB-Direktor Teuffel. In einer wachsenden Stadt, wo alles enger und dichter werde, könnten Sportvereine mit ihrem Angebot dafür sorgen, dass sich die Menschen bewegen. Selbst wenn alle Sportanlagen saniert wären, würde das Angebot nicht für alle Sportler ausreichen. Durch den anhaltenden Zuzug in die Stadt fehlen nach Berechnungen des Senats allein 226 Sporthallen und 120 Großspielfelder.

Mit fast 650.000 Mitgliedern ist der Landessportbund die größte Vereinigung Berlins. Mit fast 160.000 organisierten Sportlern ist der Fußballverband der größte Einzelverband in der Stadt, gefolgt vom Turn- und Freizeitsportbund (100.000) und dem Hochschulsportverband (65.000). Die größten Sportvereine sind Hertha BSC (35.000 Mitglieder), Union Berlin (19.000) und die Berliner Sektion des Deutschen Alpenvereins (18.000).