Verkehr

Kosten bei A100-Ausbau steigen um bis zu 60 Millionen Euro

Der Ausbau der A100 wird um bis zu 12 Prozent teurer als gedacht. Schon jetzt kostet die 3,2 Kilometer lange Strecke 500 Million Euro.

Autos stauen sich auf der Berliner Stadtautobahn A100 (Archivbild).

Autos stauen sich auf der Berliner Stadtautobahn A100 (Archivbild).

Foto: dpa Picture-Alliance / Robert Schlesinger / picture alliance / Robert Schles

Berlin. Seit 2013 wird an der Verlängerung der Stadtautobahn A100 zwischen Neukölln und dem Treptower Park gebaut. Eine Megabaustelle, die voraussichtlich im Jahr 2022 fertig sein soll. Schon jetzt ist der nur 3,2 Kilometer langen 16. Bauabschnitt der A100 mit Baukosten in Höhe von rund 500 Million Euro eine der teuersten Straßenbaustellen Deutschlands. Und sie könnte noch mehr Geld verschlingen, als bisher angenommen. Eine Kostensteigerung von bis zu 60 Million Euro ist möglich.

Preiserhöhung von bis zu 60 Million Euro

Wie Jan Thomsen, Pressesprecher der Verkehrssenatsverwaltung, nun gegenüber der Berliner Morgenpost mitteilte, befänden sich momentan die „Baukosten in der Überprüfung“. Grund: „Die Preise für die ausstehenden Leistungen sind teils erheblich angestiegen“, so Thomsen. Dazu gehören unter anderem Materialkosten wie auch Löhne.

Fest steht: Baupreise sind in den vergangenen Jahren immer wieder angestiegen. Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg teilte Anfang des Jahres mit, dass die Preise für den Straßenbau von 2017 auf 2018 deutlich angestiegen seien. Hier lagen die Preiserhöhungen im Jahresdurchschnitt in Berlin zwischen 5,7 und 11,5 Prozent.

Und genau mit einer Erhöhung der Baukosten in dieser Höhe rechnet nun auch die Verkehrssenatsverwaltung für die Autobahn in Neukölln. Steigen die Baukosten also um 5 Prozent, ist der Ausbau bereits 25 Million Euro teurer. Steigen die Kosten jedoch um 12 Prozent, kostet die A100 560 Million Euro.

Wie ein Mitarbeiter der Verkehrssenatsverwaltung gegenüber der Berliner Morgenpost mitteilte, rechnet man in der Senatsverwaltung mit einer Kostensteigerung von rund 30 Million Euro.

Materialkosten und Löhne in den vergangenen Jahren angestiegen

Die Hauptgründe, weshalb der Straßenbau in Deutschland in den vergangenen Jahren so teuer geworden ist, begründet der Bauindustrieverband damit, dass Materialkosten und Löhne gestiegen seien. So ist beispielsweise Betonstahl seit 2016 um etwa 48 Prozent teurer geworden, der Preis für Baustahlmatten stieg seitdem um rund 40 Prozent.

2018 konnten sich Arbeitnehmer zudem mit Arbeitgebern auf neue Tarife. Seitdem verdienen Bauarbeiter im Schnitt 5,7 Prozent mehr Lohn in Berlin.

Zeitplan für Baustelle wird eingehalten

Doch es gibt auch gute Nachrichten von der Baustelle der A100: Der Zeitplan wird bisher eingehalten. Immer weitere Bauabschnitte werden fertig gestellt. Ende 2022, spätestens aber Anfang 2023 soll die neue Autobahn eröffnet werden.

Seit Ende Januar ist beispielsweise die seit 2014 gesperrte Grenzallee für den Autoverkehr wieder frei. Der Tunnel, der hier gebaut wird, sei zu 60 Prozent fertig, schreibt die Verkehrssenatsverwaltung auf ihrer Webseite.

Im Baubereich Sonnenallee, Dieselstraße und Kiefholzstraße sind die Bauarbeiten sogar größtenteils abgeschlossen. Hier verläuft die Autobahn auf gut zwei Kilometer Länge in einem sogenannten Trog, also auf tieferem Niveau als die umliegenden Gebäude. Das soll Anwohner vor dem Lärm der vorbeirauschenden Autos schützen.

Am Treptower Park wird aktuell nicht gebaut

An der Anschlussstelle zum Treptower Park wird derzeit nicht gebaut. Zwischen hier und der Grenzallee liegen jede Menge aufwendige und daher extrem teure Ingenieurbauwerke, wie etwa mehrere neue Brücken für die Ringbahnzüge der S-Bahn und den Fernverkehr oder ein unter der Fahrbahn liegender Stauraum, in dem Regenwasser aufgefangen werden soll. Die Autobahn wird hier sechs-, im Bereich der Anschlussstelle Sonnenallee sogar achtspurige – vier Fahrspuren pro Richtung – sein.

Estrel Hotel möchte an A100 175 Meter hohen Turm bauen

Das Estrel Hotel, das an der Sonnenallee und somit auch an der Baustelle der A100 liegt, möchte – sobald die Bauarbeiten an der Autobahn abgeschlossen sind – sein Hotel um ein weiteres Gebäude erweitern. Geplant ist einer der höchsten Türme Berlins. Der sogenannte Estrel Tower soll 175 Meter hoch und somit Berlins höchstes nicht-technisches Gebäude werden.

Das Hochhaus soll auf einem circa 3,2 Hektar großen Grundstück gegenüber des bestehenden Hotels südlich der Sonnenallee entstehen, mit Hotel-, Wohn- und Büronutzungen sowie Ausstellungs- und Eventhallen und einem Parkhaus. 814 weitere Zimmer sollen in dem Hochhaus Platz finden. Auf dem Dach des Towers soll es eine Panoramabar geben. Wann jedoch genau mit dem Bau begonnen werden soll, ist bislang noch ungewiss.