Kirche

Christian Stäblein ist neuer Bischof in Berlin

Christian Stäblein wird zum neuen Bischof der Evangelischen Kirche Berlin- Brandenburg-schlesische Oberlausitz gewählt.

Bischof Markus Dröge (l) applaudiert seinem Nachfolger Christian Stäblein nach der Wahl.

Bischof Markus Dröge (l) applaudiert seinem Nachfolger Christian Stäblein nach der Wahl.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlin..  Die Synode, das Parlament der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) hat auf der Frühjahrstagung am Freitag den neuen Bischof gewählt: Der Propst der Landeskirche Christian Stäblein wird die Nachfolge des jetzigen Amtsinhabers Markus Dröge antreten, der im November nach zehn Jahren im Amt in den Ruhestand gehen wird.

Stäblein, der in der EKBO bisher als Stellvertreter Dröges tätig war, wurde im zweiten Wahlgang mit der nötigen Zweidrittelmehrheit gewählt. Der 51-Jährige erhielt 76 der abgegebenen 113 Stimmen. Die Amtsübergabe wird im Rahmen eines Festgottesdienstes am 16. November in der St.-Marienkirche in Mitte stattfinden, das RBB-Fernsehen wird übertragen. Bischof Dröge gratulierte dem designierten Nachfolger: „Ich sende meine herzlichen Glückwünsche an Propst Christian Stäblein zur Wahl als Bischof. Möge Gottes Segen ihn in diesem wunderbaren und herausfordernden Amt begleiten, das auszufüllen in unserer, lebendigen, bunten und vielfältigen Kirche viel Freude macht, wie ich in den vergangenen zehn Jahren voller Dankbarkeit erfahren durfte.“

Gemeinsam neue Wege gehen und gestalten

Auch Sigrun Neuwerth, die Vorsitzende des Bischofswahlkollegiums zeigte sich erfreut über die Wahl und dankte den anderen Kandidaten: „Die Synode hatte die Wahl zwischen drei gleichermaßen hervorragend geeigneten, höchst respektablen Persönlichkeiten, denen ich für ihre Bereitschaft zur Kandidatur sehr herzlich danke. Sie hat nun entschieden, und wir freuen uns auf eine vertrauensvolle und fruchtbare gemeinsame Arbeit mit dem zukünftigen Bischof ab Mitte November. Möge Gottes Segen uns dabei begleiten!“

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland und Landesbischof in Bayern, Heinrich Bedford-Strohm, gratulierte ebenfalls: „Ich habe Christian Stäblein als einen profunden Theologen und zugewandten Seelsorger kennengelernt, der umfangreiche Erfahrung auf den unterschiedlichen Ebenen kirchlichen Leitungshandelns mitbringt. Er wird das alles im neuen Amt segensreich einbringen,“ sagte Bedford-Strohm.

Seit August 2015 ist Stäblein Propst des Konsistoriums der (EKBO) und Stellvertreter von Bischof Markus Dröge. In dieser Funktion hat der Theologe außerdem den Vorsitz im Beirat für Migration und Integration im Berliner Missionswerk inne. Seit 2018 ist der gebürtige Niedersachse außerdem Mitglied im Kuratorium der Berliner Stadtmission. Ein Bischof, das ist für Christian Stäblein niemand, der vorneweg läuft. „Gestalten und neue Wege suchen, geht in der evangelischen Kirche immer nur gemeinsam“, sagt er.

In einer Zeit der Verunsicherung sei es wichtig, dass die Kirche zeigt, wofür sie steht: „Indem wir von der Menschenfreundlichkeit Gottes reden und den Trost des Evangeliums weitersagen“, so der Propst. Kirche müsse attraktiv und missionarisch nach außen wirken – und zeigen, dass sie offen ist und um jeden Menschen wirbt.

Neuer Bischof will Jugendliche mehr miteinbeziehen

Angesichts sinkender Mitgliederzahlen sei es wichtig, dass die Menschen der Kirche vertrauen. Dazu müsse sie sich gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen stellen, wie etwa dem wachsenden Unterschied zwischen Stadt und Land oder der Digitalisierung. Letzterer müsse die Kirche offen begegnen: „Wir stehen mitten in einer digitalen Revolution. Es tun sich neue Welten auf, in denen wir uns auch tummeln müssen“, sagt Christian Stäblein. Gleichzeitig sei es wichtig, das persönliche Miteinander nicht zu vernachlässigen.

Modern sein – dazu gehört für den verheirateten Vater von vier Kindern vor allem, Jugendliche in die Kirchenarbeit einzubeziehen. „Wir müssen das, was sie einbringen, ernster nehmen. Es geht darum, mit ihnen aufzubrechen und an der Kirche von morgen zu bauen“, sagt er. Die Klimaproteste der Schüler seien ein gutes Zeichen, denn sie würden zeigen, dass diese die Welt mitgestalten und nicht übersehen werden wollen.