Pilotprojekt

Grüne Pfeile erlauben Radfahrern abbiegen bei roter Ampel

An fünf Kreuzungen werden Grünpfeile für Radfahrer in einem Pilotprojekt getestet. Der Verkehr soll dadurch flüssiger werden.

Einer „grüner Pfeil“ für Radfahrer hängt zur Erprobung an der Kreuzung Rosa-Luxemburg-Straße/Torstraße. ++

Einer „grüner Pfeil“ für Radfahrer hängt zur Erprobung an der Kreuzung Rosa-Luxemburg-Straße/Torstraße. ++

Foto: Annette Riedl / dpa

Berlin. Am Freitag hat die Senatsverkehrsverwaltung ein Pilotprojekt für einen Grünpfeil gestartet, der Radfahrern das Rechtsabbiegen auch bei roter Ampel erlaubt. An fünf Kreuzungen wurden zum Start der Testphase die bereits letzte Woche installierten Verkehrsschilder für Radfahrer enthüllt.

„Wir wollen damit den Radverkehr an Kreuzungen flüssiger machen, ohne dass die Verkehrssicherheit gefährdet wird“, sagte Stefan Tidow, Staatssekretär der Senatsverkehrsverwaltung, anlässlich der Einführung der Grünpfeile. Die Sonderanfertigungen sollen die bereits vorhandenen Grünpfeilschilder um den durch ein Piktogramm dargestellten Zusatz „nur Radverkehr“ ergänzen.

Bei Rot darf allerdings nur abgebogen werden, wenn an der Ampel angehalten wird und und keine anderen Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger behindert oder gefährdet werden. „Wir werden die Erfahrungen damit gründlich auswerten“, sagte der Staatssekretär anlässlich der Präsentation. Bis Januar 2020 wird das Pilotprojekt an den Kreuzungen Hannah-Arendt-Straße/Ebertstraße, Torstraße/Rosa-Luxemburg-Straße, Schönhauser Allee/Torstraße, Gürtelstraße/Frankfurter Allee sowie Bergstraße/Thorwaldsenstraße getestet. Die Verkehrslenkung Berlin hat diese Orte unter anderem deswegen ausgesucht, da dort viele Radfahrer abbiegen und es derzeit keine Umbaupläne gebe.

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club begrüßt Projekt

Mit dem Test des neuen Verkehrsschildes setzt Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) ein Projekt aus dem rot-rot-grünen Koalitionsvertrag um. Der Berliner Versuch verläuft parallel und unter den gleichen Rahmenbedingungen wie das Grünpfeil-Projekt der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), das in neun anderen Städten, darunter München, Köln und Stuttgart durchgeführt wird.

Um den Effekt der neuen Grünpfeile zu überprüfen, werden an einem Tag im Zeitraum von Mai bis Juli an den fünf Kreuzungen Kameras mit geringer Auflösung angebracht, die bereits vor der Testphase einen Tag lang eingesetzt wurden. Nach Angaben der Senatsverkehrsverwaltung kosten die Herstellung und Anbringung der Grünpfeile zusammen mit der Auswertung insgesamt rund 35.000 Euro.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Berlin hält den Versuch für einen Schritt in die richtige Richtung. „Das freie Rechtsabbiegen bei Rot erhöht nachweislich den Verkehrsfluss – sowohl für den Rad- als auch den Autoverkehr“, sagt ADFC-Sprecher Nikolas Linck.