Unfälle

US-Diplomaten sind die größten Verkehrssünder

Im Jahr 2018 haben Fahrer von Diplomatenfahrzeugen in Berlin 21.714 Ordnungswidrigkeiten begangen. Spitzenreiter sind die USA.

Immer wieder sind Diplomatenfahrzeuge wie hier in Neukölln in schwere Unfälle verwickelt. Bei dem Unfall an der Hermannstraße starb im Jahr 2017 ein Fahrradfahrer, weil der Fahrer des Wagens aus Saudi-Arabien die Tür plötzlich aufriss.

Immer wieder sind Diplomatenfahrzeuge wie hier in Neukölln in schwere Unfälle verwickelt. Bei dem Unfall an der Hermannstraße starb im Jahr 2017 ein Fahrradfahrer, weil der Fahrer des Wagens aus Saudi-Arabien die Tür plötzlich aufriss.

Foto: Thomas Peise

Berlin.  Diplomatenfahrzeuge haben im vergangenen Jahr mehr als 21.700 Verkehrsordnungswidrigkeiten verursacht (2017: 22.903, 2016: 22.882). Das geht aus Zahlen der Innenverwaltung auf eine kleine Anfrage des CDU-Innenexperten Peter Trapp hervor.

Der Politiker fragt die Zahlen in jedem Jahr ab. „Das Auswärtige Amt sollte mit den Diplomaten sprechen, dass die Verkehrsregeln eingehalten werden“, sagte Innenexperte Trapp der Berliner Morgenpost. Insgesamt waren Diplomatenfahrzeuge in Berlin in 79 Verkehrsunfälle verwickelt. Bei 27 Verkehrsunfällen gab es zwei Schwerverletzte und 32 Leichtverletzte. In 50 Fällen entfernten sich die Fahrer unerlaubt vom Unfallort.

Diplomaten genießen Immunität

Doch Strafen müssen die Diplomaten nicht fürchten: „Vor dem Hintergrund, dass die diplomatische Immunität jegliche inländische Strafverfolgung ausschließt, wurden sämtliche Verfahren durch die Staatsanwaltschaft Berlin eingestellt“, teilte die Innenverwaltung auf die Anfrage von Trapp mit. Die Summe der Geldbußen würde sich auf mehr als 389.000 Euro belaufen.

Wie in den Vorjahren waren Parkverstöße und Geschwindigkeitsüberschreitungen die am häufigsten festgestellten Verstöße. Die meisten Verkehrsrowdys mit Diplomatenkennzeichen kommen aus (absteigend): USA, Griechenland, Ägypten, Russland, Jemen, Kasachstan, Nigeria, Pakistan, Saudi-Arabien und Montenegro. Allerdings hat das diplomatische Korps der Vereinigten Staaten 264 Fahrzeuge und das von Griechenland nur 29.

Mit Stand 15. März waren in Berlin 2706 Fahrzeuge mit Diplomatenkennzeichen zugelassen. Zum Vergleich: 2017 waren es 2771 Fahrzeuge. Zuerst hatte die „BZ“ darüber berichtet.