Neue Anzeige

Ampel zeigt Bahnkunden die Auslastung der Züge an

Die Bahn weist ab sofort die erwartete Auslastung ihrer Fernzüge bei der Buchung aus. Fahrgastverbände sehen darin eine Verbesserung.

Neue Symbole zeigen die Auslastung für Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn an.

Neue Symbole zeigen die Auslastung für Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn an.

Foto: Deutsche Bahn AG

Berlin. Neue Funktion für Reisende im Fernverkehr der Deutschen Bahn: Bahnkunden sollen künftig bei ihrer Reiseplanung im Internet oder über die App der Deutschen Bahn einfacher sehen können, wie voll die Züge voraussichtlich sind. Wie die Bahn mitteilte, ist die digitale Anzeige an die Ampel-Logik angelehnt und umfasst vier Stufen: von einer geringen Auslastung mit vielen freien Sitzplätzen bis hin zu einem roten Symbol für eine außergewöhnlich hohe Auslastung, bei der der Zug in der gewählten Klasse ausgebucht ist.

Auf der Internetseite bahn.de werden die neuen Symbole bereits angezeigt, in der Bahn-App Navigator sollen sie nach Unternehmensangaben voraussichtlich ab dem 9. April zur Verfügung stehen. Die Auslastungsampel soll dabei alle Fernzüge der kommenden 28 Tage anzeigen.

Seit 2017 gibt es Hinweise zur Zug-Auslastung

Der Hinweis, wie voll Züge tatsächlich sind, ist nicht neu. Bereits seit 2017 wurden auf der Internetseite des Unternehmens Angaben zu Auslastung von Zügen gemacht, sagte eine Bahn-Sprecherin. Bislang wurde Bahnfahrern allerdings nur in Textform empfohlen, aufgrund hoher Nachfrage besser einen Sitzplatz zu reservieren.

Der Fahrgastverband Pro Bahn und der Deutsche Bahnkunden-Verband begrüßten das neue Angebot. Die Anzeige biete Fahrgästen künftig bessere Orientierung, sagte Peter Cornelius, Landesvorsitzender von Pro Bahn in Berlin. Bei hoher Auslastung des gewählten Zuges könnten Kunden so schneller sehen, ob es nicht sinnvoller wäre, auf eine andere Fahrt ausweichen oder einen Sitzplatz dazu buchen. Michael Wedel vom Deutschen Bahnkunden nannte die neue Statusanzeige „nützlich“.

Anzeige berücksichtigt auch Buchungen der Vergangenheit

Die Prognose zur Zahl der Fahrgäste im Zug basiert dabei einerseits auf Daten zur Auslastung der entsprechenden Verbindung in der Vergangenheit, sagte eine Sprecherin. Außerdem werden auch die bereits eingegangenen Buchungen für die gewählte Verbindung berücksichtigt. Der Bahn zufolge soll das neue System Reisenden die Entscheidung erleichtern, eventuell auf einen weniger nachgefragten Zug auszuweichen oder rechtzeitig einen Sitzplatz zu reservieren.

In der Vergangenheit gab es bei der Deutschen Bahn immer wieder Ärger mit überfüllten Zügen – gerade zur Hauptreisezeit. Sind die Züge so voll, dass aus Sicht der Bahn die Betriebssicherheit gefährdet ist, kann das Unternehmen Fahrgäste zum Verlassen der Waggons auffordern. Die Bahn kann dann auch die Bundespolizei damit beauftragen, die Wagen zu räumen. Das ist vor allem für andere Fahrgäste ärgerlich, die dann warten müssen, bis nur noch die maximal zulässige Anzahl an Fahrgästen an Bord ist.