Tarifkonflikt

Verdi fordert vom Senat mehr Geld für BVG-Mitarbeiter

Am Montag legte der Warnstreik der BVG-Beschäftigten weite Teile des Berliner Nahverkehrs lahm. Nun wird wieder verhandelt.

Am Donnerstag ist die nächste Runde der Tarifverhandlungen.

Am Donnerstag ist die nächste Runde der Tarifverhandlungen.

Foto: Daniel Naupold / dpa

Berlin.  Die Gewerkschaft Verdi hat den rot-rot-grünen Senat aufgefordert, die Kassen zu öffnen und mehr Geld für die Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bereitzustellen. Die BVG bilde das Herzstück der Berliner Verkehrspolitik, daher sei es folgerichtig, wenn die mehr als 14.000 Beschäftigten in dem landeseigenen Unternehmen eine entsprechende Wertschätzung für ihre aufreibende Arbeit erhielten.

Dies müsse sich in respektablen Löhnen, angemessenen Arbeitszeitmodellen und akzeptablen Arbeitsbedingungen niederschlagen, forderte Verdi-Landesbezirkschef Frank Wolf am Mittwoch. Der Senat habe in seinem Nahverkehrsplan ausdrücklich den „attraktiven, stadtverträglichen und umweltfreundlichen ÖPNV“ gewürdigt.

Nach Worten müssen nun taten folgen

Den Worten müssten bei den Tarifverhandlungen nun Taten folgen, so der Verdi-Landeschef. Nach Gewerkschaftsangaben befinden sich die BVG-Beschäftigten bundesweit am unteren Ende der Tarifskala.

Hintergrund des Verdi-Appells sind die Tarifgespräche bei der BVG, die am Donnerstag in die nächste Runde gehen. Vor einer Woche hatte Verdi ein Angebot der Arbeitgeber mit einem Gesamtvolumen von 90 Millionen Euro im Jahr und einem monatlichen Lohnplus von durchschnittlich 450 Euro je Mitarbeiter als unzureichend abgelehnt.

Am Montag legte ein ganztägiger Warnstreik den Nahverkehr in weiten Teilen der Stadt lahm. Vor allem die Härte des bereits dritten Ausstands seit Mitte Februar hatte außerhalb der BVG für viel Unverständnis gesorgt.

Bei der BVG wird gestreikt - und Berlin steigt um

Empörung bei Kunden

Für Empörung sorgte bei vielen BVG-Kunden auch, dass Sprayer am Streiktag ungestört jeden zehnten Berliner U-Bahnwagen mit Graffiti besprühen konnten. Weil es nun einige Zeit dauert, bis die 140 verunstalteten Wagen gereinigt sind, müssen die Fahrgäste auch nach dem Ausstand Zugausfälle auf fast allen U-Bahnlinien hinnehmen.

Nach BVG-Streik sorgen Graffiti für U-Bahn-Ausfälle

Verdi-Unterhändler Jeremy Arndt hob am Mittwoch den Einigungswillen der Gewerkschaft hervor. Er erklärte zugleich, dass entgegen anderer Darstellungen die Forderung nach einer auf 36,5-Stunden verkürzten Wochenarbeitszeit für alle BVGler bei vollem Lohnausgleich nicht vom Tisch sei.

Laut BVG würde die Erfüllung aller Verdi-Wünsche den mit zuletzt 570 Millionen Euro ausgestatteten Personaletat um fast 160 Millionen Euro im Jahr erhöhen. Da die BVG im Jahr 2018 lediglich 13,2 Millionen Euro als Überschuss erwirtschaftete, müsste die Kostensteigerung über höhere Landeszuschüsse an die BVG oder deutlich höhere Fahrpreise ausgeglichen werden.

BVG-intern ist die Rede davon, dass etwa der Preis für ein Einzelticket Tarifbereich AB von heute 2,80 Euro auf 3,40 Euro steigen müsste.