Rekord-Einnahmen

Berliner Wirtschaft zahlte 8,6 Milliarden Euro Umsatzsteuer

Die Erlöse der rund 155.000 Berliner Firmen sind damit seit 2009 um rund 61 Prozent gestiegen.

Blick auf die Spree mit Oberbaumbrücke, im Hintergrund die Skyline mit dem Fernsehturm.

Blick auf die Spree mit Oberbaumbrücke, im Hintergrund die Skyline mit dem Fernsehturm.

Foto: Norbert Michalke / picture alliance / imageBROKER

Unternehmen haben dem Land Berlin im Jahr 2017 erneut Rekord-Steuereinnahmen beschert. 8,6 Milliarden Euro Umsatzsteuer entrichtete die Wirtschaft in der deutschen Hauptstadt im vorvergangenen Jahr bei der Senatsverwaltung für Finanzen. Das war gegenüber 2016 ein Plus von 11,6 Prozent, teilte das Amt für Statistik am Montag mit. Insgesamt wurden 2017 Umsätze aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 229 Milliarden Euro von Berliner Unternehmen bei den Finanzämtern angemeldet. Die Erlöse der rund 155.000 Firmen sind damit seit 2009 um rund 61 Prozent gestiegen.

„Mit rund zwölf Prozent Umsatzwachstum trägt die Wirtschaft wesentlich zum Erfolg der Hauptstadt bei. Hiervon profitiert der Arbeitsmarkt genauso wie der Berliner Haushalt, der dank der Unternehmen üppige Steuereinnahmen verbucht“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK), Jan Eder, am Montag.

Handel und Kraftfahrzeug-Firmen führen das Ranking an

Knapp ein Viertel des Umsatzes (rund 56 Milliarden Euro) wurde 2017 von Unternehmen des Handels sowie der Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen erzielt. An zweiter Position folgte das verarbeitende Gewerbe, das in dem Jahr die größten Umsatzsteigerungen (23,8 Prozent) erwirtschaftete. Mit einem Umsatz von mehr als 37,4 Milliarden Euro lag der Anteil des Wirtschaftszweiges bei mehr als 16 Prozent. Die Energieversorgungsunternehmen belegten mit einem Umsatzzuwachs von 15,2 Prozent auf 24 Milliarden Euro den dritten Platz. Danach folgte die Branche Verkehr und Lagerei mit Erlösen in Höhe von knapp 23,2 Milliarden Euro.

Wirtschaft fühlt sich von Politik nicht wertgeschätzt

Ähnlich gute Zahlen erwarten Experten auch für das vergangenen Jahr. Mit einem Plus in Höhe von 3,1 Prozent war die Berliner Wirtschaft 2018 erneut stärker als der Bundesdurchschnitt gewachsen – und das zum fünften Mal in Folge. In Deutschland lag das Plus 2018 lediglich bei 1,4 Prozent. „Der nachhaltige wirtschaftliche Aufschwung kommt bei den Menschen an. Immer mehr Berliner nehmen am Arbeitsleben teil. In den vergangenen drei Jahren ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze um 170.000 gestiegen“, hatte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) erklärt. Auch 2019 werde die Berliner Wirtschaft stärker wachsen als im Bund. Pop geht derzeit von einem Plus in Höhe von zwei Prozent aus.

In der positiven Entwicklung sieht die IHK auch eine Verpflichtung für die Politik: „Die Milliarden sind dem Haushalt hochwillkommen, nur mit der Willkommenskultur für Unternehmen ist es derzeit nicht weit her. Jedes zweite Unternehmen fühlt sich unserer IHK-Umfrage zufolge von der Politik nicht wertgeschätzt“, sagte Jan Eder. Mit Blick auf künftige Steuereinnahmen sei die Koalition gut beraten, an diesem niederschmetternden Ergebnis schnellstmöglich etwas zu ändern, forderte er.