BVG-Streik

LIVE S-Bahn teilt mit: „Verkehr lief zuverlässig“

Verdi hat die BVG-Beschäftigten für Montag erneut zum Warnstreik aufgerufen. Die S-Bahn zieht eine vorläufig positive erste Bilanz.

Über den Streik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) am Montag berichten Thomas Fülling, Thomas Schubert, Nina Kugler, Susanne Kollmann, Jessica Hanack, Carolin Brühl, Rita Schulze, Gudrun Mallwitz, Christian Latz

+++ 18.06 Uhr: S-Bahn zieht erste Bilanz des Streiktags +++

Die Berliner S-Bahn hat am späten Nachmittag eine erste vorläufige Bilanz des Streikstags bei der BVG gezogen. Demnach waren 531 Züge des Unternehmens auf der Schiene. 80 zusätzliche Fahrten hätte es auf der Linie S5 zwischen Mahlsdorf und Warschauer Straße gegeben, hinzu seien insgesamt 37 Verstärkerfahrten zwischen Gesundbrunnen Schöneberg gekommen. 48 zusätzliche S-Bahn-Mitarbeiter seien im Einsatz gewesen, um Fahrgäste an den Bahnhöfen zu infomieren, sieben zusätzliche Lokführer waren am Montag unterwegs.

Am vollsten seien die Züge auf dem östlichen Ring und im Bereich Friedrichstraße gewesen. Die meisten Fahrgäste hätten an den Bahnhöfen Ostkreuz, Friedrichstraße und Zoo gewartet. „Dennoch lief der Verkehr zuverlässig und mit einer Pünktlichkeit, die zwischen 98,7 Prozent (um 6 Uhr) und 91,4 Prozent (15 Uhr) lag“, so die S-Bahn. Zu Verspätungen sei es vor allem durch das hohe Fahrgastaufkommen gekommen, wodurch das Ein- und Aussteigen länger gedauert hätte.

+++ 17.11 Uhr: Das sind die zurzeit längsten Staus in Berlin +++

Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung musste jetzt zudem die Einfahrt Reichpietschufer des Tiergartentunnel gesperrt werden. Auf dem Halleschen Ufer kommt es ebenfalls zum Stau. Autofahrer sollten hier 20 Minuten mehr einplanen.

+++ 16.19 Uhr: Lange Staus, Entspannung der Lage am TXL +++

Am Nachmittag bildeten sich in ganz Berlin erneut lange Staus. Gut laufe der Verkehr hingegen auf der Stadtautobahn, meldete die Verkehrsinformationszentrale. Auf der A100 müsse man in beiden Richtungen 20 Minuten mehr einplanen auf der A111 und der A114 stadtauswärts jeweils 10 Minuten mehr.

Entspannung gebe es bei der Verkehrslage rund um den Flughafen Tegel. Dort hersche noch Stau auf dem Tegeler Weg (+20 Minuten), auf dem Saatwinkler Damm dauere es 15 Minuten länger und rund um den Kurt-Schumacher-Platz 20 Minuten.

+++ 13.52 Uhr: Weiterhin Stau um den Flughafen Tegel+++

+++12.46 Uhr: Längster Stau in Richtung Flughafen +++

Auch am Mittag staut es sich auf den Zufahrtstraßen zum Flughafen Tegel. Der längste Stau befindet sich auf der Beusselstraße/Saatwinkler Damm - hier brauchen die Autofahrer 1.50 Stunde mehr.

Die Verkehrslage in den Bezirken ist am Mittag relativ entspannt.

+++ In der Silbersteinstraße steigen die Stickoxid-Werte +++

In der Silbersteinstraße haben die Stickoxide um neun Uhr den Höchstwert erreicht, wie die Kurve zeigt.

+++ 11.35 Uhr: Tarifverhandlungen gehen am Donnerstag weiter +++

Die Tarifverhandlungen für die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sollen nach Gewerkschaftsangaben an diesem Donnerstag fortgesetzt werden. Diesen Termin hätten die Arbeitgeber angeboten, sagte Verdi-Verhandlungsführer Jeremy Arndt. „Wir sind weiter verhandlungs- und einigungsbereit.“ Arndt forderte aber weiteres Entgegenkommen der Gegenseite.

+++ 11.18 Uhr: Rudolf-Rühl-Allee wieder offen +++

Nach einem Unfall fließt der Verkehr auf der Rudolf-Rühl-Allee wieder.

+++ 10.55 Uhr: Staus bis zu einer Stunde +++

Die Rudolf-Rühl-Allee in Köpenick/Oberschöneweide ist in beiden Richtungen nach einem Unfall gesperrt. Es gibt lange Staus auf der Teskowallee - in Richtung Oberschöneweide muss man 60 Minuten mehr einplanen. Auf der Bahnhofstraße in Richtung Altstadt Köpenick 30 Minuten mehr.

+++ 10.44 Uhr: Am Flughafen ist Geduld gefragt +++

Bis weit hinter die Kurve stehen die Passagiere in der Hoffnung auf einen Platz im Shuttle-Bus. Trotz der Situation ist das Verständnis groß, genervt ist kaum jemand.

Mitarbeiter des Flughafens hängen Plakate auf, auf denen der Fußweg zum S-Bahnhof Jungfernheide beschrieben ist.

+++10.35 Uhr: Zufahrten zum Flughafen Tegel verstopft +++

Vielleicht doch lieber laufen?

+++ 10.25 Uhr: Stau-Update+++

Auf der A100 Richtung Wedding müssen Autofahrer ab Tempelhofer Damm 50 Minuten mehr einplanen. Lange Staus gibt es laut VIZ auch in Köpenick, Kreuzberg, Wedding, Charlottenburg-Nord und rund um den Alexanderplatz - jeweils 45 Minuten mehr einplanen.

+++ 10.14 Uhr: Polizei regelt Verkehr am Flughafen Tegel +++

Die Situation in der Einfahrt zum Flughafen Tegel wurde so chaotisch, dass die Ampel ausgeschaltet wurde. Das teilte die Verkehrsinformationszentrale beim Kurznachrichtendienst Twitter mit. Die Polizei hat die Regelung übernommen. Es kommt trotzdem zum Stau in allen Richtungen.

+++ 10.09 Uhr: Bus im Stau - Reisende laufen +++

Durch den Stau brauchen die acht Shuttle-Busse, die der Flughafen Tegel eingesetzt hat, rund 30 Minuten bis zum S-Bahnhof Jungfernheide - normalerweise eine Fahrt von 10 Minuten.

Einige nutzen daher das schöne Wetter und laufen die rund 2,5 Kilometer an der A111 entlang. Ein Trost: Bei der derzeitigen Verkehrslage laufen sie garantiert an einem der Shuttle-Busse vorbei.

+++ 9.46 Uhr: Es staut sich Richtung Innenstadt +++

Zäh schiebt sich der Autoverkehr auf der B1, hier Lichtenberger Brücke, Richtung Innenstadt.

+++ 9.40 Uhr: Auch Dienstag kommt es zu Verzögerungen +++

Die BVG streik bis Dienstag um 3.30 Uhr. Die BVG schreibt auf Twitter, dass es dann aber noch einige Zeit dauern wird bis der Betrieb wieder reibungslos läuft.

+++9.34 Uhr: Viele BVG-Mitarbeiter demonstrieren +++

Rund 200 BVG-Mitarbeiter zogen am Morgen vom U-Bahnwerk Seestraße zum Bushof Müllerstraße. „Ich glaube, wir haben ihr ein passendes Geburtstagsgeschenk gemacht“, sagte Verhandlungsführer Jeremy Arndt bei der anschließenden Kundgebungen Richtung der Streikenden. Gemeint war BVG-Chefin Sigrid Nikutta, die am Montag Geburtstag hat.

Es habe fast keine Streikbrecher gegeben, alle Fahrzeuge ständen seit 3 Uhr still, sagte der Verhandlungsführer. Arndt stellte zufrieden fest: „Die Kollegen stehen fest zusammen. Der Wille der Beschäftigten ist eindeutig.“

Unzufrieden sind die Mitarbeiter mit den bisherigen Angeboten der BVG. Während danach die neu eingestellten Fahrer 600 Euro mehr bekommen würden, betrüge das Lohnplus anderer nur 300 Euro. „Was vorliegt führt zur Spaltung der Belegschaft“, so Arndt.

Er bemängelte die Verhandlungsführung der BVG. Nach den gescheiterten Verhandlungen am vergangenen Donnerstag hätte ein neues Angebot der Verkehrsbetriebe den Streik verhindern können. Am Sonntagabend sei jedoch lediglich das Angebot für einen neuen Verhandlungstermin am Donnerstag eingegangen.

+++ 9.30 Uhr: So nutzt die BSR den BVG-Streik +++

Die BSR nutzt den BVG-Streik für einen Frühjahrsputz an den Gleisbetten.

+++ 9.24 Uhr: Verkehr auf Karl-Marx-Straße wird immer dichter+++

Je weiter südlich man die Karl-Marx-Straße kommt, desto mehr staut es, wie hier auf Höhe der U-Bahnstation der U7.

+++ 9.20 Uhr: Warten auf ein Taxi +++

Warten aufs Taxi am Bayerischen Platz: Für 8.30 Uhr war das Taxi bestellt, das Ehepaar hat einen Arzttermin in Wedding. Eine halbe Stunde wartet es schon. Der junge Mann will nach Tiergarten und versucht bislang vergebens ein Taxi zu bestellen- keiner geht ran.

+++ 9.10 Uhr: Zusätzliche Fahrten bei der S-Bahn+++

+++9.07 Uhr: Stau auf der Friedrichstraße+++

+++ 9.03 Uhr: Lage am Zoo entspannt+++

Auch rund um den Bahnhof Zoo ist die Situation entspannt, Straßen sind nicht voller als an anderen Wochentagen auch. Zwar bleiben immer wieder Menschen vor dem gesperrten U-Bahn-Eingang stehen, andere haben aber vorgesorgt und Fahrräder oder auch Cityroller dabei - oder gehen einfach zu Fuß, wie eine Frau kurzerhand beschließt.

+++ 8.50 Uhr: BVG-Mitarbeiter demonstrieren+++

Rund 200 BVG-Mitarbeiter sind am Morgen vom U-Bahnwerk Seestraße zum Bushof der Müllerstraße gezogen.

+++8.49 Uhr: Studentin auf langer Reise +++

Die Studentin Marei, 23, war vom Adenauerplatz eine halbe Stunde länger als sonst zur Hochschule für Wirtschaft und Recht in Schöneberg unterwegs. „Ich lief von Zuhause am Adenauerplatz zur S-Bahn Halensee und fuhr bis Schöneberg“ erzählt sie. Den Morgen-Kaffee trank sie unterwegs. Ob sie Verständnis für die Streikenden habe? „Zu 100 Prozent“ sagt die Studentin.

+++ 8.42 Uhr: Fluggäste warten auf ein Taxi+++

Auch am Taxistand am Terminal A füllt es sich. Zahlreiche Fluggäste warten auf ein Taxi. Doch die sind derzeit alle unterwegs. Vereinzelt rauscht ein Auto an die Haltestelle. Die Mitarbeiter des Taxiservices Apcoa haben alle Hände voll zu tun, die Menschen auf die Autos zu verteilen.

+++ 8.40 Uhr: Mietroller sind gefragt +++

Ein Mann steigt um. „Ich stand schon am U-Bahnhof Breitenbachplatz, bis ich bemerkt habe, dass Streik ist. Dort gibt es aber keine Mietroller. Den nächsten hab ich jetzt hier am Rüdesheimer gefunden.“ Der Mann, der seinen Namen nicht nennen will, hat aber kein Glück. Es gelingt ihm nicht, einen der beiden Roller für sich freizuschalten. „In 200 Metern soll es ein Car-to-go geben.“

+++ 8.37 Uhr: Stau auch auf der Hermannstraße +++

Rush hour: Auf der Hermannstraße bilden sich Staus. Weil die BVG streikt, sind viele Pendler aufs Auto umgestiegen. Lisa Walter bildet heute mit einer Kollegin eine Fahrgemeinschaft, erzählt sie. Den Streik findet sie gut. „Gleiche Arbeitszeiten für gleiche Arbeit“, sagt sie.

+++ 8.33 Uhr: Es staut sich immer mehr +++

+++ 8.03 Uhr: An den Baustellen wird es eng +++

Baustellen wie hier am U-Bahnhof Eberswalder Straße erweisen sich am Tag des Streiks ganz besonders als Nadelöhr. Ein Krankenwagen findet in der Blechkolonne kaum Platz, um überholen. Radfahrer blockieren den Bürgersteig.

+++ 7.53 Uhr: Verdi spricht von „Taschenspielertrick“+++

Verdi-Verhandlungsführer Jeremy Arndt bezeichnete den Vorschlag der BVG im rbb-Inforadio am Montagmorgen als „Taschenspielertrick“. Das angebotene Geld würde bei den Beschäftigten nicht richtig ankommen. Nur einzelne Berufsgruppen würden von den Erhöhungen profitieren.

„Wir wollen, dass jetzt endlich alle Berufsgruppen davon profitieren. Wir haben das der Arbeitgeberseite auch gesagt, aber die Arbeitgeberseite ist nicht bereit, sich zu bewegen.“

+++ Verständnis für Streikende +++

Yvonne Hagemann aus Neukölln kann die Streikenden verstehen: „Es ist an der Zeit für seine Rechte zu kämpfen“, sagt sie. „Dass die Arbeitszeiten bei der BVG nicht eingehalten werden, ist ein offenes Geheimnis.“ Um die BVGler zu unterstützen, nimmt sie einen längeren Arbeitsweg von 20 Minuten gern in Kauf.

+++ Reisende stehen in Tegel Schlange +++

Pünktlich um 8 Uhr bildet sich eine Schlange für die Shuttle-Busse. Die könnte im Laufe des Tages deutlich länger werden. Denn: Heute beginnt der Sommerflugplan. Heißt: Mehr Flüge und mehr Passagiere. Laut Flughafen-Sprecher Daniel Tolksdorf werden voraussichtlich 70.000 Passagiere erwartet, 609 Flüge werden heute ankommen bzw. abfliegen.

Die Fluggäste sind entspannt und nehmen die Verzögerung hin. Das dürfte auch an der Sonne und den mittlerweile angenehmen Temperaturen liegen.

+++ Demonstration startet um 8 Uhr +++

Wie die Verkehrsinformationszentrale auf Twitter mitteilt, startet um acht Uhr eine Demonstration an der U-Bahnwerkstatt Seestraße. Die Demonstranten ziehen zum Bushof in der Müllerstraße. Auf der Müllerstraße (Wedding) muss mit Behinderungen gerechnet werden.

+++S-Bahn nicht überfüllt+++

Am frühen Montagmorgen waren die S-Bahnen und die Regionalzüge trotz des Warnstreiks nicht überfüllt. „Das Fahrgastaufkommen ist zur Zeit im normalen erwartbaren Bereich“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn, die in Berlin die S-Bahn betreibt. Die S-Bahn wollte zusätzliche Fahrten anbieten. Es gebe keine Auffälligkeiten im Vergleich zu anderen Werktagen. Gefragt waren Taxis. Leszek Nadolski, Innungsvorsitzender des Berliner Taxigewerbes, berichtete im rbb-Inforadio, dass rund 5000 Taxis im Einsatz seien.

+++ Auf der Sonnenallee kommt man gut durch +++

+++ Einige sind auf das Rad umgestiegen +++

In Berlin scheint die Sonne: Viele Pendler fahren mit dem Fahrrad zur Arbeit.

+++ Taxis sind sehr gefragt +++

Am Rathaus Spandau ist die Verkehrssituation um halb acht noch relativ entspannt. Auffallend sind allerdings die vielen Taxis, die an den verwaisten Bushaltestellen halten und Menschen ein- und aussteigen lassen.

Spürbar voller wird es auf den Straßen, die von Spandau ins Stadtzentrum führen, besonders der Heerstraße und der Straße am Juliusturm. Und auch die Regionalbahnen aus dem Umland sind voll, Menschen stehen die gesamten Gänge entlang.

+++ Wenige Busse zwischen Tegel und S-Bahnhof +++

Noch ist es entspannt am Flughafen Tegel. Man könnte aber auch sagen: Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Denn um 8 Uhr wird der erste große Ansturm erwartet, wie ein Mitarbeiter des Flughafen-Teams sagte, der dafür zuständig ist, die Passagiere in die Shuttle-Busse zu lotsen.

Von den Bussen sind heute acht im Einsatz, die zum S-Bahnhof Jungfernheide fahren. Eine Neuheit gibt es: Dieses Mal sind es keine Reise- sondern Linienbusse. „Die Leute können direkt das Gepäck mit rein nehmen und müssen es nicht unten verstauen“, sagt Marco Beischmidt, Mitarbeiter des Flughafens.

+++ Mehr S-Bahnen im Einsatz +++

Am S-Bahnsteig des Bahnhofs Pankow fahren Züge im dichten Takt ein. Der Andrang ist bislang kaum höher als an einem Wochentag ohne Streik.

+++ Straßen in Berlin sind voll +++

Um kurz nach sechs Uhr sind die Straßen in Berlin schon voll. Das berichtet die Verkehrsinformationszentrale beim Kurznachrichtendienst Twitter. Der Flughafen Tegel ist stark betroffen: Ein Rückstau bildet sich schon um kurz nach sechs Uhr bis auf die A100 und Saatwinkler Damm.

+++ S-Bahn gibt Tipps +++

+++ Streik bei der BVG - das Wichtigste in Kürze +++

Bei der BVG gibt es am Montag einen Warnstreik

Von Betriebsbeginn um 3.30 Uhr bis Betriebsschluss fahren keine U-Bahnen, Busse und Trams

S-Bahnen und der Regionalverkehr sind nicht betroffen

Die Gewerkschaft Verdi fordert Einkommensverbesserungen sowie bessere Arbeitsbedingungen

Die Arbeitgeber schlugen Lohnerhöhungen vor

Verdi lehnte das Angebot ab, weil ein großer Teil der Beschäftigten weitaus weniger davon proftieren würde

Es ist der dritte Streik seit Februar

+++ Stau? Volle-S-Bahn? Hier gibt’s die wichtigsten Live-Updates +++

Aktuelle Informationen zum Betriebsablauf der Berliner S-Bahn bei Twitter.

Die Verkehrslage in Berlin in Echtzeit bei der Verkehrsinformationszentrale (VIZ).

+++ Dritter Streik seit Mitte Februar +++

Bereits zum dritten Mal seit Mitte Februar hat die Gewerkschaft Verdi im Tarifkonflikt bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) die Beschäftigten zum Warnstreik aufgerufen. Dieses Mal soll die Arbeit ab frühmorgens 3 Uhr in allen Bereichen niedergelegt werden.

+++ Diese Buslinien fahren trotz Streik +++

Nicht betroffen vom Streikaufruf sind lediglich die Fähren sowie rund 30 Buslinien, die von privaten Subunternehmen oder gemeinsam mit Partnern aus Brandenburg betrieben werden. Laut BVG werden die Linien 106, 161, 162, 163, 168, 175, 179, 218, 234, 263, 275, 284, 320, 322, 334, 341, 349, 363, 365, 371, 373, 380 und 399 ohne Einschränkung bedient. Auf den Linien 112, 140, 184, 283, 370 und 893 ist mit leichten Einschränkungen zu rechnen. Die Linie 390 ist nur in den frühen Morgenstunden regulär im Einsatz.

+++ Es gibt keinen Notfahrplan +++

Den vom Berliner Fahrgastverband Igeb geforderten BVG-Notfahrplan zur Absicherung eines Mindestangebots im Hauptstadtnahverkehr wird es nicht geben. Voraussetzung dafür ist laut BVG ein ausreichender Zeitvorlauf sowie eine klare Aussage, wie viele Mitarbeiter am Streiktag arbeiten würden. „Uns reicht ja nicht eine bestimmte Anzahl an Fahrern, es müssen ja auch die Leitstellen sowie die Werkstätten besetzt sein“, sagte BVG-Sprecherin Petra Nelken.

Für Verdi kommt ein solcher Einsatz aber nicht infrage. „Streik ist Streik“, sagte Verdi-Sprecher Andreas Splanemann. Niemand von den BVG-Beschäftigten würde sich auf eine Tätigkeit als Streikbrecher einlassen. „Wir verstehen den Ärger vieler Fahrgäste. Aber der Streik ist unser einziges Mittel, um Druck auf die Arbeitgeber auszuüben“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Jeremy Arndt der Berliner Morgenpost.

+++ Beschäftigte wollen bessere Bedingungen +++

In den seit Anfang Februar geführten Tarifverhandlungen fordern die Gewerkschaften sowie der Beamtenbund spürbare Einkommensverbesserungen sowie bessere Arbeitsbedingungen für die rund 14.500 Beschäftigten der BVG und ihrer Tochter Berlin Transport. Obwohl die Arbeitgeber Lohnerhöhungen mit einem Volumen von 90 Millionen Euro im Jahr vorgeschlagen hatten, waren die Tarifgespräche vergangenen Donnerstag ohne Ergebnis abgebrochen worden.

Das Angebot sehe zwar für einzelne Berufsgruppen deutliche Steigerungen vor, ein großer Teil der Beschäftigten würde jedoch weitaus weniger profitieren, heißt es von der Gewerkschaft. Verhandlungsführer Arndt bezifferte die Forderungen auf insgesamt 120 Millionen Euro pro Jahr. Laut BVG würde die Erfüllung aller Verdi-Wünsche den Lohnetat mit fast 160 Millionen Euro im Jahr zusätzlich belasten.

Die Arbeitgeber verweisen darauf, dass ihr aktuelles Angebot vergleichbare Abschlüsse um ein Vielfaches übersteigt. „Dass die Gewerkschaft dieses mehr als gute Angebot ablehnt und ihre Taktik nun wieder zulasten der Fahrgäste geht, statt am Verhandlungstisch nach einer Lösung zu suchen, ist nicht nachvollziehbar“, sagte Claudia Pfeiffer vom Kommunalen Arbeitgeberverband.

Ausgenommen vom Warnstreik bei der BVG sind auch der Regionalzug- und S-Bahnverkehr. Die zur bundeseigenen Deutschen Bahn gehörende S-Bahn Berlin hat angekündigt, am Montag alle ihre Betriebsreserven einzusetzen. So soll es unter anderem von 5 bis etwa 18 Uhr rund 80 zusätzliche Fahrten auf der wichtigen Pendler-Linie S5 zwischen Mahlsdorf und Warschauer Straße geben. Fahrgäste müssten aber dennoch mit sehr vollen Zügen rechnen, hieß es.

+++ Flughafen Tegel vom Nahverkehr abgeschnitten +++

Der Flughafen Tegel ist am Montag wieder komplett vom Nahverkehr abgeschnitten. Die Betreiber richten daher von 5 bis 24 Uhr einen „unregelmäßigen Shuttleverkehr“ zwischen dem Airport und dem nächsten S-Bahnhof Jungfernheide ein. Eingesetzt werden sechs Busse, darunter auch barrierefreie Fahrzeuge. Flughafensprecher Daniel Tolksdorf empfiehlt dennoch allen Reisenden, so viel Zeit für die Anreise einzuplanen, dass man den drei Kilometer langen Weg vom S-Bahnhof bis zum Terminal auch zu Fuß zurücklegen kann. „Der Montag gehört bei uns zu den verkehrsreichsten Tagen in der Woche. Wir erwarten mehr als 65.000 Fluggäste“, sagte Tolksdorf.

Gewinner des Warnstreiks dürften erneut das Taxigewerbe sowie private Fahrdienste wie Uber sein. Die Taxizentralen verweisen allerdings darauf, dass Fahrten zwar vorbestellt werden könnten, diese wegen der großen Nachfrage aber zeitlich nicht garantiert seien.