Freizeit

Das sind die Tipps zum Wochenende in Berlin

Ausgehen nur in der Innenstadt? Weit gefehlt. Das Veranstaltungsangebot ist in allen Berliner Stadtteilen vielfältig. Eine Auswahl.

Mit dem Frühlingsfest startet auf dem Zentralen Festplatz die Berliner Volksfestsaison 2019.

Mit dem Frühlingsfest startet auf dem Zentralen Festplatz die Berliner Volksfestsaison 2019.

Foto: Peter Oldenburger (FMG) / Schaustellerverband Berlin

Rummel-Tipp: Feuerwerk und Achterbahnen auf dem Frühlingsfest in Wedding

Frühjahr heißt: Es ist Zeit für das Berliner Frühlingsfest. Bereits zum 49. Mal lädt der Schaustellerverband Berlin in diesem Jahr zum traditionellen Jahrmarkt auf dem Zentralen Festplatz in Wedding, der der größte seiner Art in Berlin und Brandenburg ist. Den Besuchern bietet das Frühlingsfest ein breites Programm. Wer es aufregend mag, kann sich vom „V-Maxx-Propeller“ mit 100 Kilometern pro Stunde in 55 Meter Höhe und wieder zurück fliegen lassen. Zu den weiteren Highlights zählen Achterbahnen und die 46 Meter hohe Flugschaukel „Artistico“. Oder man nimmt zu zweit Platz auf dem Kettenkarussell „Aviator“. Freunde der ruhigeren Unterhaltung können es sich mit einer Zuckerwatte oder gebrannten Mandeln auf dem Riesenrad bequem machen und haben dabei die startenden und landenden Flugzeuge des benachbarten Flughafens Tegel im Blick.

Berliner Frühlingsfest, Zentraler Festplatz, 13405 Wedding, 29.3. bis 22.4., Mo. bis Do. 14–22 Uhr, Fr. und Sbd. 14–23 Uhr, So. 13–22 Uhr. Karfreitag geschlossen. Feuerwerk: am 30. März und am 13. April, Familientag: mittwochs. Eintritt frei.

Ausflugs-Tipp: Umzüge und Feuer zum Winteraustreiben im Museumsdorf Düppel

Drei Umzüge mit Gesang und Musik erwarten die Besucher des traditionellen Winteraustreibens im Museumsdorf Düppel an diesem Wochenende. Am offenen Feuer werden Strohpuppen verbrannt, die den kalten Winter symbolisieren. Nach altem Brauch kann der Frühling erst dann kommen. Die Umzüge über Wiesen und durch Wälder werden von fantasievollen Gestalten begleitet. Sie starten um 11.30 Uhr, um 14 Uhr und um 16 Uhr. Im mittelalterlichen Dorf werden auch wieder die ersten Handwerker bei der Arbeit zu beobachten sein. In der Ausstellung über das Leben im Mittelalter, die ebenfalls geöffnet ist, erzählen sechs fiktive Dorfbewohner aus ihrem Alltag um 1200 in dem Dorf. Zu sehen sind originale Grabungsfunde. An einem Zeitstrahl werden die Entwicklung der Region und die Veränderungen der Landschaft erklärt.

Märkisches Winteraustreiben im Museumsdorf Düppel, Clauertstraße 11, 30. und 31. März, 10 bis 18 Uhr, Eintritt vier, erm. 2,50 Euro, bis 18 Jahre frei.

Ausstellungs-Tipp: Der Rüdesheimer Platz in Wilmersdorf - A „Place to Be“

„The Place to Be“ hat Sven Klingele seine Foto-Austellung über den Rüdesheimer Platz in Wilmersdorf genannt. Wenn nicht er, wer dann muss sich mit der Schönheit des gründerzeitlichen Quartiers mit seinen prächtigen Wohnhäusern und der gepflegten Grünanlage auskennen. Immerhin ist der Glasermeister schon seit 23 Jahren mit seinem Geschäft am Rüdesheimer Platz ansässig. „Es macht mir immer noch Freunde, hierher zur Arbeit zu kommen“, sagt Klingele. Seine Faszination hält Klingele seit Jahren in Fotos fest, die den Platz in allen Jahreszeiten, mit seinen Details oder auch im Ganzen darstellen. Klingeles Bilder zeigen die Skulpturen des Siegfriedbrunnes im Morgenlicht, die Fassaden der Häuser im englischen Landhausstil oder auch die prächtigen Blumenbeete im Frühling. „Wir sind beglückt, dass dieser Platz so gut vom Bezirksamt gepflegt wird“, lobt Klingele.

Rüdesheimer Platz Ecke Landauer Straße, Erdgeschoss, werktags 10–16 Uhr, Eintritt frei.

Kinder-Tipp: FEZ lädt zum Kindermusical „Dabba Dabba Du“

„Geh doch in den Dschungel, ey!“ Wenn die Oldenburger Kinderband „Die Blindfische“ rappt, fliegt uns akustisch einiges um die Ohren. Die lustigen und nachdenklichen Songs der Gruppe zeigen, wie unterhaltsam und anspruchsvoll Kindermusik sein kann. An diesem Wochenende gastieren die Musiker beim Kindermusikfestival „Dabba Dabba Du“ im FEZ Berlin. Gemeinsam mit 25 weiteren deutschsprachigen Kindermusikern machen sie auf 14 Bühnen nonstop Programm. Neben fünf Highlight-Konzerten gibt es bei dem Wochenendevent insgesamt 100 kleine Konzerte – gespielt wird im ganzen Haus. Präsentiert wird eine Bandbreite von Kindermusik: vom „Schnullernasenkonzert“ für die Kleinsten über das Konzert „Beste Beats – selbst gemacht“, bei dem Kinder ab dem Alter von sechs Jahren Beats selbst entwickeln, bis hin zu Stargast Rolf Zuckowski. Das Festival ist eine Kooperation mit dem Netzwerk kindermusik.de, das aus 40 Bands und seit 20 Jahren besteht.

FEZ, Straße zum FEZ 2, Sbd. 10–18 Uhr, So. 10–18 Uhr. Ticket: zehn Euro.

Galerie-Tipp: Auseinandersetzung mit Spiritualität und Kirche

Die neueste Ausstellung in der Galerie im Turm im Erdgeschoss des Nordturms am Frankfurter Tor zeigt unter dem Titel „Confessionale“ Arbeiten von Viviana Druga. Die Künstlerin beschäftigte sich dafür mit religiösen und spirituellen Ritualen, mit Formen der Beichte und Reinigung sowie dem Begriff des Sakralen. Zu sehen sind unter anderem großformatige Installationen, die von den Bildwerken rumänisch-orthodoxer Kirchen inspiriert sind. Dazu zählt ein offener Beichtstuhl als Darstellung der Themen wie etwa Schuld und Sühne. Druga wurde im rumänischen Transsylvanien geboren. Prägend waren für sie Besuche als Kind bei den Großeltern in den Karpaten und der Kontrast zwischen Bergnatur und christlich-orthodoxen Mystizismen, dem sie dort begegnete. Seit 2008 lebt sie in Berlin.

Galerie im Turm, Frankfurter Tor 1, Friedrichshain, Tel. 422 94 26, geöffnet Mo. bis So 11-20 Uhr, Eintritt frei. Am 3., 10. und 17. April ist Viviana Druga von 18 bis 21 Uhr vor Ort.

Ausflugs-Tipp: Führung durch den historischen Ort „Wiesengrund“

Im Juli 1941 wurde die Städtische Nervenklinik für Kinder am Eichborndamm in Wittenau eingerichtet. Einigen Reinickendorfern dürfte sie als „Wiesengrund“ bekannt sein. Die Klinik verfügte neben den Bettenzimmern über eine Röntgenabteilung, ein Labor, einen Sektionsraum sowie Dienst- und Verwaltungszimmer. Es wurden Kinder aus ganz Berlin eingewiesen, die nach den Richtlinien der nationalsozialistischen „Erb- und Rassenlehre“ als „lebensunwert“ eingestuft wurden. Viele Kinder starben an den Folgen von medizinischen Versuchen oder riskanten Untersuchungen. Am 5. April wird Florina Limberg Besucher durch den authentischen Ort führen und ihnen die Geschichte der ehemaligen Kinderklinik am Beispiel von Patientenschicksalen näherbringen.

5. April, 17–18.30 Uhr, ehemalige städtische Kinderklinik „Wiesengrund“, Treffpunkt: Eichborndamm 238, Anmeldung an: Museum Reinickendorf, Tel.: 030/404 40 62 oder per E-Mail: info@museum-reinickendorf.de. Der Eintritt ist frei.

Restaurant-Tipp: Wohlfühl-Atmosphäre im „Robbengatter“ am Bayerischen Platz

Nachbarschaftskneipe und gemütliches Restaurant im besten Sinn – das ist das Robbengatter an der Grunewaldstraße seit 1974. In dem stets gut besuchten Lokal im Kiez um den Bayerischen Platz in Schöneberg treffen sich gleich hinter dem Eingang Sportfreunde zum Fußball-, Handball oder Tennisgucken. Die Spiele lassen sich an drei Großbildschirmen, darunter ein 75-Zoller, verfolgen. Nach dem rauchfreien Tresenraum geht es hinein ins zweite und weiter ins dritte „Wohnzimmer“. Die Stimmung an den großen und kleinen Bistrotischen ist auch hier auffallend gut.

Die Besucher scheinen sich wohlzufühlen. Egal welchen Alters: Ganze Familien treffen sich seit Jahrzehnten im Robbengatter, die „Jungen“ wie die „Alten“ schätzen die aufmerksame Bedienung und das abwechslungsreiche und solide Essens- und Getränkeangebot. „Wir sind jeden Abend voll und könnten zweimal durchreservieren“, sagt Inhaber Timo Hanschmann. „Damit unsere Gäste auch spontan vorbeikommen können, halten wir immer ein Drittel der Plätze frei.“

Von Montag bis Freitag wird von 11 bis 16 Uhr ein wöchentlich wechselndes Businesslunch angeboten, das Tagesgericht für 6,90 Euro. Die Speisekarte lässt keinen Wunsch offen. Sie reicht von Fingerfood und Snacks (ab 4,20 Euro), Pizza (ab 6,40 Euro) bis zu Käsespätzle (9,90 Euro), Rahmschnitzel (11,90 Euro) bis hin zum Robbengatter-Burger (10,40 Euro) und veganem Wokgemüse (9,20 Euro). Frühstück ist ab 3,60 Euro zu haben, seit 1. Januar gilt beim Brunch-Buffett von 9 bis 14 Uhr mit 12,50 Euro für Männer und Frauen der gleiche Preis.

„Jahrelang mussten die weiblichen Gäste einen Euro weniger bezahlen, doch das haben wir geändert, weil sich vor allem Männer darüber aufregten“, sagt Timo Hanschmann. Dabei sei dies nur als spaßiger Ausgleich für die höhere Preise für Damen beim Friseur gedacht gewesen.

Der Name Robbengatter ist bei einer Verschnaufpause in der Bau- und Einrichtungsphase der Räume entstanden. Als die Gründungscrew im Kreis saß, mit Koteletten und Schnauzbärten, meinte einer: „Ihr seht aus wie Robben in einem Gatter!“ Für die Stammgäste ist es einfach nur die „Robbe“ oder die „Gatter“.

Robbengatter, Grunewaldstraße 55, 10825 Berlin, Tel. 030/ 853 52 55, www.robbengatter.de, täglich 8 bis 2 Uhr nachts; Frühstück von 8 bis 15 Uhr; Küche von 8 bis 24 Uhr.