Strukturreform

Mitte soll seine Polizeidirektion verlieren

Die Direktion 3 der Berliner Polizei in Mitte soll zerschlagen werden. Aus der Direktion 5 entsteht eine neue Super-Direktion.

Die Beamten der aus der Alexwache sollen bald zur neuen Super-Direktion gehören.

Die Beamten der aus der Alexwache sollen bald zur neuen Super-Direktion gehören.

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin. Unter Polizisten der Direktion 3 (Bezirk Mitte) sorgen die Nachrichten für Unruhe. Wird die Strukturreform bei der Polizei so umgesetzt wie derzeit geplant, verändern sich die Zuständigkeiten in der Hauptstadt grundlegend. Die Direktion 3 würde komplett aufgelöst. Die Direktion 5 (Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln) würde zur neuen Super-Direktion – die Abschnitte 32 (Keibelstraße) und 31 (Brunnenstraße) sollen ihr zugeschlagen werden.

Das hätte ganz praktische Auswirkungen auf den Alltag. Mittes Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) hätte mit der Zerschlagung der für Mitte zuständigen Direktion 3 damit zukünftig drei Ansprechpartner bei der Polizei. Neben der neuen Super-Direktion auch die Direktionen 1 (Reinickendorf und Pankow) und 2 (Spandau und Charlottenburg-Wilmersdorf).

Erfahrene Polizisten von Strukturreform überrascht

In der Polizei kursierten ein Dutzend Modelle, wie die neue Zuständigkeit aussehen soll. Dass die Polizeiführung mit der Zerschlagung der Direktion 3 das radikalste Modell befürwortet, überraschte am Dienstag dieser Woche auch erfahrene Polizisten, die davon über eine Mitarbeiterinformation von Polizeipräsidentin Barbara Slowik informiert wurden. Aus der Innenverwaltung hieß es unterdessen auf Nachfrage, dass die Überlegungen noch nicht in Stein gemeißelt, eine Entscheidung noch nicht getroffen sei.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zeigte sich dennoch verstimmt über die vorgestellten Pläne. Der GdP-Landesvorsitzende Norbert Cioma sagte: „Die Polizeipräsidentin und der Innensenator wären gut beraten, wenn sie wirklich ernsthaft mit den Betroffenen über die detaillierten Inhalte diskutieren, Vor- und Nachteile abwägen und dann entscheiden.“

Neben dem Zuschnitt der neuen Direktionen sieht man bei der GdP eine Zentralisierung der Kriminalpolizei unter dem Dach des Landeskriminalamtes (LKA) kritisch. Befürchtet wird, dass unter einer Zentralisierung vor allem die Bearbeitung der Alltagskriminalität leiden könnte.