Spandau

Tumulte in Klinik: Verletzter soll Rockermilieu angehören

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Alexander Dinger
Ein Krankenwagen im Einsatz (Archivbild)

Ein Krankenwagen im Einsatz (Archivbild)

Foto: 54° / Felix Koenig / imago/Agentur 54 Grad

In Spandau wurde ein Mann niedergestochen, in der Klinik kam es zu Tumulten. Hinweise deuten auf Bezüge zum Rockermilieu.

Am Wochenende ist es im Vivantes-Klinikum an der Neuen Bergstraße in Spandau zu Tumulten gekommen. Angehörige eines niedergestochenen Mannes blockierten für Stunden die Notaufnahme des Krankenhauses. Das geht aus internen Berichten hervor, die der Berliner Morgenpost vorliegen. Es seien so viele Freunde und Verwandte in die Klinik geströmt, dass auch der Haupteingang zeitweise gesperrt werden musste. Der 42 Jahre alte Yakup S. war am Sonnabendabend niedergestochen worden. Die Verletzungen waren lebensgefährlich, sodass die Ärzte den Mann notoperieren mussten. Sein Zustand ist inzwischen stabil. Als tatverdächtig gilt ein 27 Jahre alter Bekannter des Mannes, wie die Berliner Morgenpost aus Polizeikreisen erfuhr.

Haupteingang und Rettungsstelle mussten gesperrt werden

Als am Sonnabend immer mehr Menschen in die Notaufnahme strömten, riefen die Beamten weitere Einsatzkräfte zur Verstärkung. Haupteingang und Rettungsstelle mussten von 21 Uhr bis 23.30 Uhr gesperrt werden. Bei Yakup S. soll es sich um einen der Angeklagten im sogenannten Wettbüro-Prozess handeln, wie die Zeitung „B.Z.“ berichtet. In dem Verfahren geht es um einen Mord im Rockermilieu, der sich 2014 in einem Wettbüro in Reinickendorf abgespielt hatte. Es gab damals Hinweise, dass die Rockergruppierung Hells Angels einen Racheakt gegen den später erschossenen Tahir Ö. plante, weil dieser zwei Hells Angels mit einem Messer niedergestochen haben soll.

Die Polizei prüft, ob es am Sonnabend im Bereich Daumstraße Ecke Goldbeckweg in Spandau einen Übergriff gegeben hat. Die Beamten fanden vor Ort nur eine größere Blutlache. Unklar ist, ob es einen Zusammenhang mit einer weiteren Attacke vom Wochenende gibt. Denn ebenfalls am Sonnabend wurde ein 31-Jähriger um 20.55 Uhr schwer verletzt mit Stichwunden in die DRK-Klinik Westend eingeliefert. Er gab zunächst an, von vier Tätern attackiert und niedergestochen worden zu sein. Der Mann wurde operiert, Lebensgefahr besteht nicht. Wenig später nahm der 31-Jährige jedoch seine Angaben zurück und erstattete eine Anzeige wegen Raubes. Weder die beiden Verletzten, noch die in die Klinik gekommenen Verwandten und Bekannten von Yakup S. äußerten sich gegenüber der Polizei zu den Vorfällen.