Berlin-Spandau

Tumulte in Klinik: Verletzter soll Rockermilieu angehören

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Das Blaulicht auf einem Fahrzeug der Polizei leuchtet in der Dunkelheit (Archivbild).

Das Blaulicht auf einem Fahrzeug der Polizei leuchtet in der Dunkelheit (Archivbild).

Foto: Monika Skolimowska/dpa

In Spandau wurde ein Mann niedergestochen, in der Klinik kam es zu Tumulten. Es gibt Hinweise, dass es Bezüge zum Rockermilieu gibt.

Berlin. Am Wochenende ist es im Vivantes Klinikum an der Neuen Bergstraße in Spandau zu Tumulten gekommen. Angehörige eines niedergestochenen Mannes blockierten für Stunden die Notaufnahme des Krankenhauses. Es seien so viele Freunde und Verwandte ins Krankenhaus geströmt, dass auch der Haupteingang der Klinik zeitweise gesperrt werden musste, hatte die Polizei am Sonntag mitgeteilt.

Der 42 Jahre alte Yakup S. war am Sonnabendabend niedergestochen worden. Die Verletzungen waren lebensgefährlich, so dass die Ärzte den Mann notoperieren mussten. Sein Zustand ist inzwischen offenbar stabil. Als tatverdächtig gilt ein 27 Jahre alter Bekannter des Mannes, wie die Berliner Morgenpost erfuhr.

Klinik-Mitarbeiter rufen Polizei

Krankenhaus-Mitarbeiter hatten die Polizei gerufen. Als immer mehr Menschen in die Notaufnahme strömten, riefen die Beamten weitere Einsatzkräfte zur Verstärkung. Haupteingang und Rettungsstelle mussten von 21 Uhr bis 23.30 Uhr gesperrt werden.

Bei Yakup S. soll es sich um einen der Angeklagten im sogenannten Wettbüro-Prozess handeln, wie die Zeitung „B.Z.“ berichtet. In dem Prozess geht es um einen Mord im Rockermilieu, der sich 2014 in einem Wettbüro in Reinickendorf abgespielt hatte. Es gab damals Hinweise, dass die Rockergruppierung Hells Angels einen Racheakt gegen den später erschossenen Tahir Ö. plante, weil dieser zwei Hells Angels mit einem Messer niedergestochen haben soll.

Polizei prüft Zusammenhang mit weiterer Messerattacke

Die Polizei prüft, ob es am Sonnabend im Bereich Daumstraße Ecke Goldbeckweg in Spandau einen Übergriff gegeben hat. Von dort war ein Notruf bei der Polizei eingegangen. Die Beamten fanden vor Ort eine größere Blutlache. Mitarbeiter des Landeskriminalamtes (LKA) sicherten Spuren.

Unklar ist, ob es einen Zusammenhang mit einer weiteren Attacke vom Wochenende gibt. Denn ebenfalls am Samstagabend wurde ein 31-Jähriger um 20.55 Uhr schwer verletzt mit Stichwunden in die DRK Klinik Westend eingeliefert. Er gab zunächst an, von vier Tätern attackiert und niedergestochen worden zu sein. Der Mann wurde operiert, Lebensgefahr besteht nicht. Wenig später nahm der 31-Jährige jedoch seine Angaben zurück und erstattete eine Anzeige wegen Raubes.

Weder die beiden Verletzten, noch die in die Klinik gekommenen Verwandten und Bekannten von Yakup S. äußerten sich gegenüber der Polizei zu den Vorfällen. Im Rahmen der Spurensicherung wurden auch zwei hochwertige Fahrzeug der Marke Mercedes Benz beschlagnahmt und zur weiteren Untersuchung zum Landeskriminalamt gebracht.

( ad/mime )