Bildung

An den Berliner Schulen beginnt das digitale Zeitalter

Im Jahr 2019 stehen 38 Millionen Euro für den Ausbau der Schulen mit Servern, Wlan und Computern zur Verfügung.

Cilia und Paul sind IT-Scouts am Droste-Hülshoff-Gymnasium in Zehlendorf.

Cilia und Paul sind IT-Scouts am Droste-Hülshoff-Gymnasium in Zehlendorf.

Foto: Katrin Lange

Als in der Klasse gefragt wurde, wer IT-Scout werden möchte, hat sich Cilia sofort gemeldet. „Das ist eine coole Idee, ich finde es spannend, mitzumachen“, sagt die Neuntklässlerin. Seit einem Monat hat sie jetzt zusätzlich Kurse, um das Computersystem noch besser kennenzulernen. Sie wird künftig Schülern und Lehrern, die Probleme haben oder sich noch nicht so gut mit den Rechnern auskennen, weiterhelfen. Cilia ist Schülerin des Droste-Hülshoff-Gymnasiums in Zehlendorf.

Die Schule ist Pilotschule des e-Education-Masterplans der Senatsbildungsverwaltung. Ausgestattet mit 250 Laptops und 50 kombinierten Notebooks und Tabletts sowie einem gut funktionierenden Wlan ist sie anderen Schulen in der multimedialen Bildungsarbeit voraus. Jetzt werden die anderen Schulen aufholen und auf die Erfahrungen des Gymnasium zurückgreifen.

Ziel ist es, dass alle Schulen einen leistungsfähigen Server bekommen

Möglich macht das der „Digitalpakt Schule“. Fünf Milliarden Euro stellt der Bund in den kommenden fünf Jahren für den Ausbau der digitalen Infrastruktur an den Schulen zur Verfügung. Berlin stehen aus dem Programm 257 Millionen Euro zur Verfügung. „Allein in diesem Jahr werden wir aus dem Paket voraussichtlich rund 38 Millionen Euro investieren können“, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Montag.

Ziel sei es, dass alle Schulen einen leistungsstarken Server bekommen und ihre technische Ausstattung verbessern können.

Jede Schule soll künftig einen IT-Betreuer bekommen, der sich um die Entwicklung des Medienkonzeptes und die Fortbildung des Kollegiums kümmert.

Für die technische Wartung werden nach Auskunft der Bildungsverwaltung bereits 150 Techniker eingesetzt. Die Schulen sollen jetzt nach und nach an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Geplant ist, dass bis Ende 2019 alle Berufsschulen ans Netz gehen. Bei den allgemeinbildenden Schulen wird bezirksweise vorgegangen. Der Start soll im Bezirk Neukölln sein.

Bisher gibt es drei Pilotschulen mit eigenen Medienkonzepten

In den nächsten Schritten müssen die Schulen eigene Medienkonzepte erstellen, wobei sie sich an den drei Pilotschulen orientieren können. Neben dem Droste-Hülshoff-Gymnasium gehören die Mühlenau-Grundschule in Zehlendorf und die Hemingway-Oberschule in Mitte dazu. Die Konzepte müssen mit dem Bezirk als Schulträger abgestimmt werden, der sie dann bei der Senatsverwaltung für die Finanzierung vorschlägt. Zur Umsetzung des Digitalpakts richtet die Bildungsverwaltung eine Beratungs- und Unterstützungsstelle für die Bezirke und die Schulen ein, damit alle Prozesse individuell begleitet werden können.

Jede Schule braucht zunächst ein stabiles Wlan

Es ist ein Mammutprojekt: Denn es gilt nicht nur, alle Schulen in Berlin mit einem stabilen Wlan auszustatten sondern auch Geräte und Systeme möglichst berlinweit zu vereinheitlichen. Denn nur so können die IT-Experten effektiv Probleme lösen und müssen sich nicht an jeder Schule neu in die Technik einarbeiten.

Das Droste-Hülshoff-Gymnasium ist 2017 als Pilotschule gestartet. Heute hat die Schule in fast allen Räumen Wlan, einen Online-Vertretungsplan und digitale Schwarze Bretter. Arbeitsbögen am Bildschirm ausfüllen, von jeden Ort sich in das Unterrichtssystem einloggen und mitarbeiten – das ist mittlerweile auch schon möglich.

Dennoch findet Cilia, dass die Computer noch mehr in Unterricht zum Einsatz kommen sollten. „Meist hängt es vom Lehrer ab und wie gut er sich mit der Technik auskennt“, sagt die Schülerin. Als IT-Scout kann sie ihn bei Fragen künftig unterstützen.