Wohnungspolitik

Deutsche Wohnen will ihr Verhalten verbessern

Die Deutsche Wohnen ist der Hauptgegner der Berliner Enteignungs-Aktivisten. Jetzt hat Konzernchef Michael Zahn Besserung gelobt.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Wohnen, Michael Zahn.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Wohnen, Michael Zahn.

Foto: Amin Akhtar

Berlin. Der Wohnungskonzern Deutsche Wohnen möchte sein Verhalten gegenüber den Mietern und der Stadt insgesamt ändern. Das kündigte Vorstandschef Michael Zahn in der „Welt am Sonntag“ an. „Wir haben teilweise zu wenig mit den Mietern und mit der Öffentlichkeit gesprochen und zu wenig über die positiven Aspekte unserer Arbeit berichtet“, sagte Zahn.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) habe vor einigen Wochen gesagt, „unser Unternehmen habe hier und da nicht ganz glücklich agiert“, so Zahn weiter: „Damit liegt er vielleicht richtig. Das nehme ich ernst. Deshalb werden Sie die Deutsche Wohnen in den nächsten Jahren anders erleben als bisher.“

Volksbegehren sorgt für Druck

Zahns Unternehmen steht unter dem Druck des Volksbegehrens „Deutsche Wohnen und Co. enteignen“, das Wohnungseigentümer mit mehr als 3000 Einheiten in Berlin vergesellschaften möchte. Der Konzern ist mit 110.000 Wohnungen der größte private Immobilieneigentümer der Stadt. Ihm wird vorgeworfen, rücksichtslos gegen Mieter vorzugehen, Mieten zu stark zu erhöhen. Zudem hat die Deutsche Wohnen mehrfach gegen den Mietspiegel geklagt.

Der Regierende Bürgermeister ist bestrebt, mit privaten Wohnungsfirmen ein Bündnis zu schließen, damit sie die Mieten nicht mehr so stark anheben. Damit möchte er dem Volksbegehren seine Wucht nehmen. Beim SPD-Landesparteitag am kommenden Wochenende muss sich Müller mit Forderungen auseinandersetzen, die SPD möge die Initiative unterstützen. Müller möchte einen solchen Beschluss vermeiden. Womöglich wird die Entscheidung verschoben.

Frühere GSW-Wohnungen machen Konzern Probleme

Konzernchef Zahn wandte sich gegen das Volksbegehren. „Es geht hier aus unserer Sicht um den Versuch einer unrechtmäßigen Enteignung. Ich habe großes Vertrauen in unsere Gerichte, und wenn man diese Auseinandersetzung wirklich bis zum Ende führen will, dann wird sie vor Gericht entschieden“, sagte Zahn. Ein Großteil der Berliner Bestände der Deutschen Wohnen zählt zur früher landeseigenen GSW.

„Wir haben erst spät gesehen, welche Probleme wir uns mit dem Kauf der früher landeseigenen GSW-Wohnungen ins Haus geholt haben. Zum Teil wurde einfach jahrelang zu wenig investiert. Auch deshalb hatten sich einzelne Mieterinitiativen gegründet, schon bevor wir gekauft haben.“