Polizei Berlin

Kriminalisten sollen zum Landeskriminalamt

Mit der Polizeistrukturreform soll sich auch die Arbeit der Kriminalpolizei ändern. Nun gibt es Bedenken vom Bund der Kriminalbeamten.

Polizei (Symbolbild)

Polizei (Symbolbild)

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Berlin.  Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) fordert eine grundlegende Reform bei der Berliner Kriminalpolizei. Ein entsprechendes Strategiepapier mit dem Titel „Kriminalpolizei 2025“ liegt der Berliner Morgenpost vor. In der kommenden Woche soll es darüber Gespräche im Führungsstab der Behörde geben. Der BDK fordert unter anderem, dass mit der kürzlich vorgestellten Polizeistrukturreform die komplette Kripo künftig beim Landeskriminalamt angesiedelt wird. Würde die Behördenleitung diesen Vorschlägen folgen, wäre das für die Kripo die größte strukturelle Veränderung der jüngeren Vergangenheit.

Der Aufbau der Kripo ist komplex: Grundsätzlich gibt es in Berlin die Abschnittskommissariate, die sich um Kiezkriminalität kümmern, die örtlichen Kommissariate, die sich mit mittleren bis schweren Verbrechen beschäftigen und das Landeskriminalamt, das komplexe und überörtliche Verfahren behandelt. Der BDK fordert nun, dass die gesamte Berliner Kriminalpolizei gebündelt und unter die Gesamtverantwortung des LKA gestellt wird. „Mit der Bündelung in einem Haus würde sich Synergieeffekte ergeben“, sagte der BDK-Landesvorsitzende Daniel Kretzschmar der Berliner Morgenpost.

Behörde soll grundlegend umstrukturiert werden

Grund für die Reformvorschläge sind mögliche Auswirkungen der Polizeistrukturreform. Polizeipräsidentin Barbara Slowik will die Hauptstadtbehörde grundlegend reformieren. Der BDK befürchtet allerdings, dass unter den Reformen die Arbeit der Kripos leidet. So sollen etwa nach der derzeitigen Planung die Referate der Kriminalpolizei zerschlagen und neu zugeordnet werden. Wie berichtet sollen etwa Teile der Direktionen 3 und 5 zu einer „Direktion City“ zusammengeführt werden.

Darüber hinaus sei in den vergangenen Jahren „die fehlende Flexibilität der kriminalpolizeilichen Organisation“ deutlich geworden. Als Beispiele nennt Kretzschmar Probleme bei der Bekämpfung des aufkeimenden islamistischen Extremismus und die Bekämpfung der Clan-Kriminalität. Der BDK fordert bei der Neuausrichtung der Kripos unter dem Dach des LKA einen phänomenorientierten Organisationsaufbau und die Einrichtung von flexiblen Einheiten, die als bestehendes Team für aufkeimende Phänomene oder Hotspots Verantwortung übernehmen.

„Ein wichtiges Anliegen ist auch die Stärkung der kriminalpolizeilichen Dauerdienste“, sagte Kretzschmar. Diese sind 24 Stunden und sieben Tage in der Woche im Einsatz und oft die ersten an Tatorten, gelten aber polizeiintern als Durchlaufdienststellen. Kretzschmar kritisierte, dass die Kripos nur noch reagierten, aber nicht mehr agierten. „Wir hasten von einem Fall zum nächsten“, so Kretzschmar weiter.