Wildtiere in Berlin

Wie Wildschweine Berlin erobern: Auf Pirsch mit einem Jäger

Die Berliner denken, die Stadt gehöre ihnen. Dabei teilen sie sich das Areal mit Tausenden Wildschweinen. Eine Erkundung.

Auf der Pirsch mit Jäger Hans-Jürgen Zschuppe im Gutspark Kladow.

Auf der Pirsch mit Jäger Hans-Jürgen Zschuppe im Gutspark Kladow.

Foto: Amin Akhtar

Berlin. Da sind sie, die Kumpels. So nennt der Stadtjäger seine Lieblingsbeute: Wildschweine. Jetzt hat Hans-Jürgen Zschuppe sie vor dem Gewehr. Also fast. Zwischen dem kalten Lauf seines Drillings und dem warmen, borstigen Tierkörper sind gut 80 Meter Dunkelheit. Die Wolken über dem Gutspark Kladow glühen gelb.

Zschuppe stützt sich auf eine hüfthohe Mauer. In seinem gefütterten Winteranorak wirkt er stämmiger, als er es ist. Er späht durch das Zielfernrohr hinab in die Senke. Dort wühlt eine Bache in der Wiese, neben ihr aufgereiht zwei, nein, drei Frischlinge. Zschuppe legt den roten Leuchtpunkt über die Brust der Bache, hält den Finger am Abzug.

Es war ein langer Tag. Gegen halb sieben Uhr morgens hat der Stadtjäger einen angefahrenen Fuchs auf der Landstraße erschossen. Dann arbeiten. Zschuppe ist Bauleiter von Beruf, Jäger von Berufung. Drei bis viermal die Woche ist er bis tief in die Nacht auf Pirsch.

Heute hat er sich gegen 22.30 Uhr in seinen silbernen Mitsubishi Colt gezwängt. „Summt wie ‘ne Biene“, sagt Zschuppe. Die Rückbank des Kleinwagens ist immer umgeklappt, mit Decken ausgelegt. Platz für die Kumpels. Am Gutshof an der Havel ist er ausgestiegen, hat die Flinte mit einer Kugel (die ist zu seinem Schutz, wie er sagt) und einem Sieben-Millimeter-Spezialgeschoss (für die Jagd) gefüllt. Kurz knisterte der Kiesweg unter seinen Stiefeln, dann fand er die Rotte wie auf dem Präsentierteller.


Es wirkt wie eine Invasion der Wildschweine

Aber jeden Moment kann der Wind drehen, dann wittern ihn die Tiere. Zschuppe darf nur die Bache schießen, nur kann er die Wildschweine durchs Fernrohr kaum auseinanderhalten. Er legt die Waffe ab, guckt durch das Nachtsichtgerät. Jetzt stehen sie im Pulk. Er zielt.

Es wirkt fast wie eine Invasion der Wildschweine. Anfang des Jahres filmte ein Journalist in Kleinmachnow, kurz vor den Toren der Hauptstadt, wie eine Rotte von mehr als 25 Tieren die Hauptstraße entlang raste.

Rund 15 Tiere randalieren seit Monaten auf einem Friedhof in Spandau. Ende Februar lief ein verletztes Schwein in einen Friseursalon in Stahnsdorf, riss Stühle um, blutete auf den Bodenkacheln.

Wie viele Wildschweine es in Berlin und in den umliegenden Gemeinden gibt, und ob es mehr werden, das kann keiner sagen. Die Schätzungen der Umweltsenatsverwaltung reichen von 3000 bis 5000 Tieren. Fest steht: Bundesweit sind die Abschusszahlen enorm gestiegen. Hat man vor 20 Jahren noch rund 280.000 Wildschweine im Jahr erlegt, schießt heute ungefähr die gleiche Zahl an Jägern mehr als 800.000. Ein Wildschweinleben könnte bis zu 20 Jahre dauern. In Berlin sterben sie im Schnitt nach zwei Jahren.

Wer also rückt hier wem auf die Pelle? Das Schwein dem Berliner. Oder der Berliner dem Schwein?

Aus der Sicht von Familie Stark ist die Antwort klar. Sie sind vor fünf Jahren raus aus der Großstadt ins Schleusenviertel nach Kleinmachnow gezogen. Wie so viele hier. Eine Handvoll Häuschen, Schrebergärten, der Machnower See. „Das hat sich angefühlt wie ein Dorf in Südfrankreich“, sagt Gerrit Stark. Bis vor einem Jahr sei hier kaum ein Garten eingezäunt gewesen.

Im vergangenen Sommer kamen die Schweine. Sie wühlten sich von einem Garten in den nächsten, schmissen Mülltonnen um, den Terrier Idefix, so erzählen sie es hier, hat eine Bache zerfetzt. Und als eine Nachbarin aus dem Urlaub kam, war von ihrem mehrere tausend Euro teuren Rollrasen nur noch ein schwarzer Acker übrig.

Sie sagt: „Die sehen so fett und hässlich aus, aber die laufen schneller als Usain Bolt.“ Ein anderer Nachbar erzählt: „Die kommen von Stahnsdorf rüber, schwimmen durch den Kanal.“ Dayana Stark sagt: „Ich will nicht, dass meine Tochter aufgespießt wird.“ Die Nachbarn vom Schleusenviertel alarmieren sich jetzt per SMS, wenn mal wieder ein Keiler die Straße versperrt.

Gerrit Stark muss lachen, wenn er erzählt, wie er die Schweine in die Flucht jagen wollte. Erst hat er sich einen Elektrozaun gekauft. Viel zu schwach. Die Tiere kamen immer wieder vom Waldstück runter in den Garten. „Man fühlt sich da persönlich angegriffen“, sagt Stark. Mit Freunden, einer Motorsäge und Silvesterknallern ist er in den Wald gelaufen. Drohkulisse aufbauen. Wirkungslos. Auch die rosa Knoblauchpaste und der Apfel mit Chillies und Tabasco zur Vergrämung.

Dann haben hat Gerrit Stark einen Zaun gebaut. Zwei Meter hoch, in Beton eingelassen. Kosten: rund 5000 Euro. „Das ist safe“, sagt er.

Aber Ruhe ist deshalb noch lange nicht. Die Starks lassen ihre elfjährige Tochter Mia abends nicht mehr alleine auf die Straße. Mutter Dayana wird jede Nacht wach, von einem Geräusch, das sie wie das Knacken von Knochen beschreibt. Dann filmt sie mit ihrem Smartphone in der Dunkelheit, wie sich die Rotte vor ihrem Haus sammelt.

Die Nachbarn im Schleusenviertel fühlen sich von der Lokalpolitik im Stich gelassen. Es müsse wohl erst etwas Schlimmes geschehen.

Das Problem: Jäger dürfen in Städten und Gemeinden nur schießen, wenn es eine Ausnahmeregelung gibt. In Berlin gibt es diese großflächig. In Kleinmachnow oder Stahnsdorf aber nicht. Auch weil die Jäger sagen: mitten im Ort ist Jagd zu gefährlich.

Die Nachbarn vom Schleusenviertel, so kann man es auch sehen, sind in die Natur gezogen. Und jetzt steht die Natur eben jede Nacht grunzend und fressend im Vorgarten.

Aber erlebt Berlin wirklich eine Invasion der Wildschweine?

Wenn einer die Tiere kennt, dann Konstantin Börner. Mit einem Team vom Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung hat er zwei Jahre lang Berlins Stadtschweine untersucht. Sie haben 13 Tiere gefangen, ihnen GPS-Sender umgehängt, 247 Schweinemägen und 387 genetische Proben analysiert.

Was er gelernt hat? „Wildschweine haben unterschiedliche Charaktere“, sagt Börner. Er spricht von konservativen Schweinen, die den Lebensraum der Bache nicht verlassen. Und von Eroberern. Die sind bereit, in einen zunächst ungewohnten Lebensbereich vorzudringen. Weiter in die Stadt zum Beispiel. Dort haben sich die Tiere urbanisiert. Sie lassen Menschen deutlich näher an sich heran, als die Landschweine. Sie halten sich gerne an stark befahrenen Straßen auf, weil dort weniger Menschen mit Hunden unterwegs sind. Sie merken sich, wo gejagt wird, geben das Wissen über Generationen weiter.

Wildschweine gehören zu den Gewinnern des Klimawandels. Davon gehen die Experten aus. Der Frühling beginnt inzwischen zwölf bis 14 Tage früher als im Kalender vorgesehen. So finden die Tiere länger Futter, Bäume werfen mehr Eicheln und Bucheckern ab. Auch die industrialisierte Landwirtschaft mit ihren großen Raps- und Maisfelder liefert fortwährend eiweißhaltige Nahrung für die Tiere. Womöglich bekommen Bachen deshalb inzwischen zweimal im Jahr Frischlinge. Die wiederum werden früher geschlechtsreif, vermehren sich schon im ersten Lebensjahr. Eine einzige Bache kann bis zu zwölf Frischlinge auf einmal werfen.

Die Gemeinde Stahnsdorf will mit Pfeil und Bogen jagen

Zurück vor die Tore der Stadt. Gemeindesaal Stahnsdorf, Ende Februar. Die Gemeindeverordneten haben zwei Anträge mit Strategien eingebracht, die den Wildschweinen den Garaus machen sollen. Dazu gehören Abschussprämien und Lebendfallen, in die ganze Rotten zum Abschuss gelockt werden sollen. Und: Der Bürgermeister soll sich für eine Sondergenehmigung bei der Landesjagdbehörde stark machen: Stahnsdorf soll die erste Gemeinde in Deutschland werden, wo Jäger mit Pfeil und Bogen auf Wildschweine schießen können. Denn das sei weniger gefährlich für die Bewohner als die Jagd mit Schusswaffen.

34 Zuhörer und 23 Verordnete sitzen im Gemeindesaal. Wer Protest gegen die Fallenjagd oder Lacher über die Bogenjagd erwartet, der irrt. Die Zustimmung ist breit. Ein FPD-Verordneter nennt die Wildschweine „Opportunisten“, die keine Angst vor niemandem mehr haben. Einem Mann von der SPD ist es „Wurst“ wie, Hauptsache die Schweine verschwinden. Bürgermeister Bernd Albers sagt: „Die wühlen meinen Garten um, die lungern auf meinem historischen Dorfplatz herum. Wenn konventionelle Jagd nicht funktioniert, dann müssen wir zu anderen Mitteln greifen.“

Im Publikum sitzt eine Tierschützerin. Sie schüttelt den Kopf, murmelt: „Fällt euch nichts anderes als Töten ein?“ Einspruch erhebt sie nicht. Der Antrag wird mit einer Gegenstimme beschlossen.

Wildschweine sind unersetzliche Tiere. Darin sind sich Experten einig. Auf der Suche nach Würmern, Insekten und Engerlingen brechen sie den Waldboden auf. Sie fressen Schädlinge und vermengen den fruchtbaren Humus mit unteren Bodenschichten, so können Keimlinge erst wachsen.

Und dennoch stellt sich keiner schützend vor die Wildschweine. Die Tierschutzorganisation Peta setzt sich für Wölfe und Hasen ein, startet Kampagnen für Straßenhunde in Aserbaidschan. Fragt man in der Stuttgarter Zentrale der Tierschützer nach den Wildschweinen, dann heißt es, man lehne die Jagd generell ab, wünsche sich eine friedliche Koexistenz. Aber an eine Kampagne für Wildschweinen kann man sich bei Peta nicht erinnern.

Wenn Wildtierforscher Konstantin Börner der Wildschwein-Versteher von Berlin ist, dann ist Katrin Koch der Schlüssel zur Psyche der Stadtmenschen – zumindest was deren Verhältnis zu Wildtieren betrifft. Die Berliner gehen zwar nicht zu ihr auf die Couch, aber sie schildern ihr ihre Gefühle am Telefon.

Katrin Koch berät am Wildtiertelefon des Naturschutzbundes. An der Wand hinter ihrem Schreibtisch hängt eine Postkarte mit einem Waschbären in rosa Schürze, darüber die Aufschrift: Heldin des Alltags.

An einem winterlichen Vormittag ruft ein Mann an, der sich um das Wohl eines Schwans sorgt. „Nein, die Kälte macht ihm nichts“, sagt Koch. Eine Frau hat Angst um einen Fuchs, der auf einem Klinikgelände herumstreunt.

Wie ist das Verhältnis der Berliner zu den Wildtieren, Frau Koch? „Eigentlich sehr gut“, sagt sie. Nur seien sich viele einer entscheidenden Sache nicht bewusst: Die Wildtiere wie Füchse oder Waschbären dringen nicht in die Stadt ein. Sie leben längst unter uns. Und das werde sich nicht ändern lassen.

„Wir werden mit den Risiken leben müssen“, sagt Koch. Die seien auch bei Wildschweinen überschaubar. Klar, das seien imposante Gestalten. „Da beginnt bei den Menschen gleich das Kopfkino“, sagt Koch. Beißunfälle mit Wildschweinen aber sind in Berlin nicht überliefert. Eine Rotte, die durch die Stadt rennt, ein Schwein im Friseurladen, das passiere nur bei verletzten oder aufgeschreckten Tieren. Es gelte: Abstand halten. Respekt ja, Angst nein.

Koch vom Wildtiertelefon sieht die Lage so: Wir alle haben mit Klimawandel und Landwirtschaft die Ausbreitung der Wildschweine befördert. Und jetzt sollen die Jäger alles richten? Koch sagt: „Wildschweine sind keine Schädlinge, Jäger keine Schädlingsbekämpfer.“

Fragt man den Stadtjäger zu seinem Verhältnis zu Wildschweinen, dann lacht er und sagt: „Die schmecken lecker.“ Dann erzählt er vom Soziallebeben der Tiere, von ihrer ungeheuren Lernfähigkeit, und wie sie ihn als Jäger herausfordern, sich merken, wo er ihnen auflauert. „Tolles Gehör, Wahnsinns Geruchsinn“, sagt Zschuppe. Fast klingt es, als hege der Jäger eine heimliche Zuneigung zu seiner Lieblingsbeute, seinen Kumpels.

Der Stadtjäger wartet seit Wochen auf den Schuss

Aber in dieser Nacht im Gutspark Kladow, da will Zschuppe vor allem eines. Er will die Bache da unten in der dunklen Senke erschießen. Seit Wochen ist er unterwegs, ist über verschneite Felder gestapft, mit geschultertem Gewehr an Siedlungsrändern entlanggestreift, hat bei Minusgraden auf einem Klappstuhl darauf gewartet, dass die Kumpels durch die Havel schwimmen. Geschossen hat er in diesem Jahr nur zwei Schweine. Invasion der Wildschweine? Zumindest in Zschuppes Revier findet sie nicht statt. Im Gegenteil. Der Grund ist für den Jäger klar: Schließlich hätten er und die Kollegen den Bestand in den letzten Jahren entschlossen dezimiert.

Der Wildtierforscher bestätigt den Rückgang auch für andere Gebiete in Berlin. Und warum scheinen die Tiere am südwestlichen Stadtrand die Orte zu erobern? Eine wissenschaftliche Erklärung für die lokalen Unterschiede hat Börner nicht. Aber wenn sich die Stadt ausbreite, dann störten Menschen womöglich Laufwege und Ruheplätze.

Im Südwesten wächst Berlin, Richtung Kleinmachnow und Stahnsdorf.

Am Ende ist es womöglich keine Invasion der Wildschweine, es ist eine Invasion der Berliner. Nach einem Gespräch mit dem Bürgermeister hoffen die Nachbarn vom Schleusenviertel, dass bald Lebendfallen für die Wildschweine aufgestellt werden. Das Brandenburger Umweltministerium will in einem Pilotprojekt die Bogenjagd in Stansdorf prüfen.

An jenem Abend im Gutspark Kladow hat Zschuppe nicht geschossen. Er konnte nicht sicher zielen, dann hat sich die Rotte davon gemacht. Zschuppe ist in seinen Mitsubishi Colt gestiegen, sein Kofferraum blieb leer. „Wenn ich schieße“, hat Zschuppe gesagt, „dann muss das sitzen.“

So verhält man sich im Angesicht des Wildschweins

Berlins Wildtierbeauftragter Derk Ehlert erklärt die wichtigsten Verhaltensregeln bei Begegnungen mit Wildschweinen.

Was tun, wenn ein Wildschwein an der Straße steht?

Auf keinen Fall hupen oder das Tier anstrahlen. Denn: Das Tier kann erschrecken und direkt in den Lichtkegel rennen. Stattdessen rät Berlins Wildtierbeauftragter Derk Ehlert: „Angepasst“ fahren, also nicht zu schnell, insbesondere in der Dämmerung, wenn die Tiere besonders aktiv sind. Wer stark bremsen muss, sollte andere Autofahrer durch die Warnblinkanlage auf die Gefahr hinweisen. Wenn es geht, dann vorsichtig am Tier vorbeifahren. Kommt es doch zu einem Wildunfall, muss die Polizei gerufen werden.

Wie reagiert man auf Wildschweine am Wegesrand?

Abstand halten. So, dass das Tier sich nicht bedrängt fühlt und flüchten kann. Dabei gilt: In der freien Natur braucht das Tier mehr Abstand als in besiedeltem Gebiet. Meist genügt es, einfach stehen zu bleiben und das Tier oder die Rotte an einem vorbeilaufen zu lassen.

Sind die Tiere gefährlich?

Eigentlich nicht. Vorsichtig sollte man bei Bachen mit Frischlingen sein, sie wird das Muttertier bei drohender Gefahr verteidigen. Wer einen Hund dabeihat, sollte ihn an der Leine führen, dazu sind Hundehalter ohnehin verpflichtet. Geraten Hund und Schwein aneinander, sollte der Mensch keinesfalls dazwischengehen, weil das Wildschwein dann keinen Unterschied zwischen Mensch und Tier macht.

Kann man sich vor Wildschweinschäden im Garten versichern?

Entsprechende Versicherungen gibt es zwar, Voraussetzung ist aber auf jeden Fall, dass der Garten durch einen stabilen Zaun gesichert ist und dass alle Zugänge geschlossen sind. Derk Ehlert empfiehlt einen Zaun von mindestens 90 Zentimeter Höhe. Wichtig sei, dass der Zaun stabil ist und sich nicht umbiegen lässt. Ein klassischer Jägerzaun oder ein Staketenzaun seien besonders geeignet. Trifft man im Garten persönlich auf ein Wildschwein, sollte man ihm unbedingt eine Fluchtmöglichkeit geben, damit es nicht in Panik gerät. Und ganz wichtig: Nicht füttern – sonst kommt es bald wieder.

Wildschweine in Berlin: So verlief die Recherche

Ausgangspunkt der Recherche waren die vielen Vorfälle mit Wildschweinen am Stadtrand. In den südwestlichen Vororten von Berlin machten sich ungewöhnliche Ideen breit. So will der Bürgermeister von Stahnsdorf eine Waldschänke dazu verpflichten, Wildbret zu kochen. Jäger sollen mit Pfeil und Bogen schießen dürfen.

Eine Begleitung von Stadtjägern schloss die Umweltsenatsverwaltung aus. Auch der Jagdpächter in Kleinmachnow wollte nicht mit Journalisten sprechen. Hans-Jürgen Zschuppe sagte zu. Er will der Öffentlichkeit zeigen, wie Jäger arbeiten. Seine Aufgabe sieht er darin, die Natur in der von Menschen geprägten Kulturlandschaft in Einklang zu halten. Deshalb müsse er Tierbestände regulieren.

Der Reporter war vier Nächte mit Zschuppe auf der Pirsch. Womöglich wäre die Jagd woanders erfolgreicher gewesen.