Machtkampf in der CDU

Kai Wegner fordert Monika Grütters offiziell heraus

Der Bundestagsabgeordnete aus Spandau erklärt am Freitag seine Kandidatur für den Landesvorsitz der Berliner CDU - und seine Ziele.

Kai Wegner erklärt am Freitag in Schöneberg seine Kandidatur für den Landesvorsitz der Berliner CDU.

Kai Wegner erklärt am Freitag in Schöneberg seine Kandidatur für den Landesvorsitz der Berliner CDU.

Foto: JÖrg KrauthÖfer

Berlin. Die Ansage war kurz und deutlich: „Mein Name ist Kai Wegner, ich bin 46 Jahre alt und möchte Landesvorsitzender der Berliner CDU werden.“ Mit diesen Worten machte der Bundestagsabgeordnete aus Spandau offiziell, was seit Tagen die Stadt und die Partei bewegt. Wegner will antreten und Kulturstaatsministerin Monika Grütters vom Vorsitz verdrängen.

Der Herausforderer bemühte sich, seine Aktion gegen eine amtierende und nicht amtsmüde Vorsitzende als normalen demokratischen Vorgang darzustellen. „Ich möchte eine fairen Wettbewerb, das ist nichts Schlimmes“, sagte Wegner und verwies auf die Auswahl der CDU-Bundesvorsitzenden. Allerdings war durch Angela Merkels Rückzug dieser Posten frei. In Berlin ist das anders. Monika Grütters hat versichert, selber wieder für den Vorsitz antreten zu wollen.

Er wirkt gestresst und hat Augenringe

Bei seiner Pressekonferenz auf dem Schöneberger Euref-Campus machte Wegner gleichwohl deutlich, was er und andere in der Union der Spitzenfrau vorwerfen. Dass er gestresst war, verrieten zuckende Augenlider, rote Flecken. Augenringe zeugten von vielen nächtlichen Gesprächen. Sie sei eine hervorragende Kulturstaatsministerin, lobte Wegner seine Konkurrentin. Aber das Amt koste eben auch viel Zeit.

Wegner hingegen berichtete von seinen vielen Besuchen an der Basis, wo ihm der starke Wunsch vermittelt worden sei, den rot-rot-grünen Senat stärker unter Druck zu setzen. SPD, Linke und Grüne böten „Bruchstellen“, sagte Wegner, beim Wohnungsbau, der Verkehrspolitik und der Sicherheit. „Das sind Elfmeter. Die muss man schießen wollen“, sagte der Bundestagsabgeordnete: „Ich will das.“

Der Kandidat sagte, die CDU müsse alle drei Säulen stark machen, um erfolgreich zu sein. Die bürgerlich-liberale, die konservative und die soziale. „Die CDU muss liberale Großstadtpartei sein, zugleich auch konservative Heimatpartei und eine soziale Kiezpartei, die sich kümmert.“ Er wolle die Partei zusammenführen und einen.

Keine Angst vor einem Mitgliedervotum

Wegner hatte bis zuletzt versucht, eine gemeinsame Position mit Grütters zu finden und die amtierende Landeschefin zu einem gemeinsamen Auftritt vor der Presse zu gewinnen. Aber dazu kam es nicht. Wegner sagte aber, er sei nicht gegen ein von Grütters ins Gespräch gebrachte Mitgliedervotum. „Davor habe ich keine Angst“, sagte er. Dennoch müsse man im Landesvorstand noch besprechen, wie ein solches in der Satzung nicht vorgesehenes Votum zu organisieren sei.

Dass die interne Personalauseinandersetzung den Wahlkampf zur Europawahl eine Woche nach dem Parteitagstermin am 18. Mai überschatten könnte, glaubt der Bewerber nicht. Ein fairer Wettstreit könne die Partei auch für den Wahlkampf motivieren. Womöglich werde aber auch der Parteitag verschoben. Das sei laut Satzung möglich.

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