Berlin-Karow

88-Jährige bei Unfall getötet: 2700 Euro Strafe für Fahrer

Der 69-Jährige hatte im April 2018 in Berlin-Karow die Fußgängerin erfasst. Nun verurteilte ihn ein Gericht zu einer Geldstrafe.

Nach dem Unfall in Berlin-Karow erlag die 88 Jahre alte Fußgängerin wenige Stunden später ihren schweren Kopfverletzungen.

Nach dem Unfall in Berlin-Karow erlag die 88 Jahre alte Fußgängerin wenige Stunden später ihren schweren Kopfverletzungen.

Foto: Wolfram Steinberg/dpa / picture alliance/Wolfram Steinberg

Berlin. Weil er den tödlichen Unfall einer 88 Jahre alten Fußgängerin in Berlin-Karow verursacht hat, ist ein Autofahrer zu einer Strafe von 2700 Euro verurteilt worden.

Der 69-Jährige habe die Seniorin beim Linksabbiegen an einer Kreuzung übersehen und sich der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht, begründete das Amtsgericht Tiergarten am Donnerstag. Die 88-Jährige war wenige Stunden nach dem Unfall im April 2018 an der Achillesstraße ihren schweren Kopfverletzungen erlegen.

Autofahrer war „nicht hundertprozentig aufmerksam“

Die Rentnerin wollte die Straße an einem Fußgängerüberweg und bei für sie grüner Ampel überqueren. Als der Angeklagte mit angemessenem Tempo bei für ihn ebenfalls grüner Ampel in die Kreuzung einbog, sei er „nicht hundertprozentig aufmerksam gewesen“, so der Richter. Durch ein „Augenblicksversagen“ sei es zu dem tragischen Unfall gekommen.

Der Angeklagte, der verkehrsrechtlich nicht vorbelastet ist, hatte im Prozess sein tiefes Bedauern geäußert. „Ich habe die Fußgängerin nicht wahrgenommen“, erklärte der Rentner. Er sei „eigentlich nicht abgelenkt gewesen“. Eine Zeugin hatte geschildert, aus ihrer Sicht habe der Autofahrer die Kurve etwas zu eng genommen, sein Fahrmanöver korrigiert und möglicherweise deshalb die Passantin übersehen.

Mit der verhängten Strafe von 90 Tagessätzen zu je 30 Euro folgte das Gericht dem Antrag des Staatsanwalts. Der Verteidiger forderte eine etwas geringere Strafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.