Schulen

Debatte über gratis Schulessen: Opposition sieht hohe Kosten

Ab Sommer sollen Schüler von der ersten bis zu sechsten Klasse ein kostenloses Mittagessen bekommen. Vor der Einführung gibt es aber noch einige Fragen zu klären.

Eine Küchenhelferin legt an einer Gesamtschule ein Stück Fisch auf einen Teller eines Schülers.

Eine Küchenhelferin legt an einer Gesamtschule ein Stück Fisch auf einen Teller eines Schülers.

Foto: dpa

Berlin. Die Opposition im Berliner Abgeordnetenhaus hat auf Probleme vor der Einführung des kostenlosen Schulessens hingewiesen. Die CDU-Abgeordnete Hildegard Bentele bemängelte bei der Sitzung am Donnerstag beispielsweise, dass die genauen Kosten noch nicht feststünden. Eltern sei es zuzumuten, für das Essen ihrer Kindern selbst aufzukommen. Die rot-rot-grünen Fraktionen planen, zum nächsten Schuljahr kostenloses Mittagessen in den Klassen eins bis sechs anzubieten. Außerdem soll es für alle besseres Essen in der Mensa geben.

Ein Maßnahmenpaket sieht außerdem vor, bis 2021 ein Konzept für vergünstigtes Essen an der Oberstufe vorzulegen. Für eine bessere Qualität beim Schulessen haben die Koalitionsfraktionen verschiedene geplante Maßnahmen dort zusammengefasst. Die Bezirke könnten dafür rund fünf Millionen Euro erhalten.

Der bildungspolitische Sprecher der AfD, Franz Kerker, wies darauf hin, dass niemand genau wüsste, um wie viel der Bedarf an den Schulen durch die Maßnahmen steigen werde. "Die Plätze in den Schulmensen sind bereits knapp", sagte er während der Debatte. Paul Fresdorf von der FDP erklärte, dass Eltern gerne vernünftiges Essen für ihre Kinder hätten. Die Kosten dafür wären zweitrangig.

Für Maja Lasic, SPD-Abgeordnete, spielt die Gratismahlzeit eine wichtige Rolle: "Es ist unsere Pflicht, Berliner Familien zu entlasten." Durch hohe Mietkosten seien diese schon genug belastet. Die Linken-Abgeordnete Regina Kittler weiß, dass die Umsetzung nicht leicht wird. "Geld zur Verfügung zu stellen und das Schulgesetz zu ändern, ist das Eine. In den Schulen auch die Bedingungen dafür zu schaffen, das Andere", sagte sie während der Debatte.

Die Bildungsgewerkschaft GEW in Berlin rechnete zuletzt mit 9000 zusätzlich zu verpflegenden Kindern durch das kostenlose Schulessen. Sie forderte deshalb, personelle und räumliche Voraussetzungen für die steigende Nachfrage zu schaffen.