Leserforum

Wie sicher ist Berlin? Diskutieren Sie mit!

„Morgenpost vor Ort“: Bei der Podiumsdiskussion können Sie mit Innensenator Geisel und Polizeipräsidentin Slowik diskutieren.

Freitagabend am Bahnhof Zoo: Die Polizei kontrolliert, ob Fahrgäste der S-Bahn Waffen mit sich führen.

Freitagabend am Bahnhof Zoo: Die Polizei kontrolliert, ob Fahrgäste der S-Bahn Waffen mit sich führen.

Foto: Sergej Glanze / Glanze/Berliner Morgenpost

Berlin. Am späten Montagabend hat ein 26-Jähriger auf der Karl-Marx-Allee in Mitte sein Leben verloren. Das schwer verletzte Oper konnte noch die Polizei alarmieren und sagen, dass ein ihm unbekannter Mann auf ihn eingestochen habe und geflüchtet sei. Dann starb der Mann.

Am Dienstagmorgen überfielen drei Männer einen Kiosk an der Stollberger Straße in Hellersdorf. Sie drängten eine 53 Jahre alte Mitarbeiterin hinter den Tresen. Einer der Täter bedrohte die Frau mit einem Messer, verlangte die Öffnung der Kasse und griff sich das Geld. Dann warf das Trio noch Zigarettenpackungen in eine Tasche und entkam unerkannt.

Jeder kann Opfer einer Straftat werden

Zwei Beispiele aus den Meldungen der Polizei – die Liste ließe sich verlängern. Sie zeigen: Jeder kann Opfer einer Straftat werden, jeden Tag. Einbruch, Taschendiebstahl, Drogenhandel, Körperverletzung, Raub, diese Delikte gehören zum Alltag in einer Großstadt.

Im vergangenen Jahr wurden in Berlin mehr als 511.000 Straftaten registriert, knapp 8800 oder 1,7 Prozent weniger als 2017. Die Aufklärungsquote der bekannt gewordenen Taten lag 2018 wie schon im Vorjahr bei rund 44 Prozent.

Welche Straftaten nehmen zu, welche ab? Ist unser Leben gefährlicher geworden? Verfolgen Senat und Polizei die richtigen Strategien? Und wie groß ist die Terrorgefahr in Berlin?

Kriminalität und Sicherheit sind Top-Themen, die vielen Fragen, die sich dabei stellen, ein guter Grund, sich mit der Situation und Lösungsvorschlägen erneut in einem öffentlichen Forum intensiv zu beschäftigen. Die Berliner Morgenpost bietet ihren Lesern die Möglichkeit, sich am Montag, 1. April, aus erster Hand zu informieren und mit unseren Experten zu diskutieren.

Das Podium ist sehr gut besetzt

Unser nächstes Leserforum in der Reihe „Morgenpost vor Ort“ trägt den Titel „Wie sicher ist Berlin?“. Es beginnt um 19 Uhr im Kinokomplex Zoo Palast an der Hardenbergstraße 29 A (Charlottenburg).

Das Podium ist sehr gut besetzt. Es diskutieren: Innensenator Andreas Geisel (SPD), Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik, der Oppositionsführer im Berliner Abgeordnetenhaus, CDU-Fraktionschef Burkard Dregger, sowie der Innen- und Islamismusexperte der Berliner Morgenpost, Ulrich Kraetzer. Moderator der Veranstaltung ist Morgenpost-Kolumnist Hajo Schumacher.

Leser können den Experten Fragen stellen

Nach der etwa 70 Minuten langen Podiumsdiskussion können die Teilnehmer im Publikum Fragen stellen und mitdebattieren. Die Teilnahme an unserem Leserforum ist wie immer kostenlos. Sie müssen sich allerdings zuvor in unserer Redaktion anmelden. Wie das geht, lesen Sie im Infotext rechts.

Wir möchten am 1. April über die Alltagskriminalität in den Kiezen der Stadt sprechen und über die geplante Strukturreform bei der Polizei. Die politischen Auseinandersetzungen, auch innerhalb der rot-rot-grünen Regierungskoalition, um ein schärferes Polizeigesetz werden uns ebenfalls beschäftigen. Brauchen wir den finalen Rettungsschuss bei Terroranschlägen, eine elektronische Fußfessel für Gefährder und mehr Videoüberwachung gefährlicher Orte?

Clan-Kriminalität ist ebenfalls Thema

Jugendliche Serientäter sollen an dem Abend ebenso ein Thema sein wie die Kriminalität, die von Clan-Mitgliedern ausgeht, und die wachsende Internet-Wirtschaftskriminalität. Die Frage, wie der öffentliche Raum geschützt werden kann und wie die Verantwortlichen, aber auch die Gesellschaft, mit einer abstrakten Terrorgefahr umgehen, spielt ebenfalls eine Rolle beim Leserforum.

Ein Blick auf die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) zeigt, dass die Zahl der Straftaten in den vergangenen Jahren je nach Deliktfeld sichtbaren Schwankungen unterworfen war. Deutliche Rückgänge registrierte die Polizei bei Einbrüchen in Wohnungen oder Wohnhäuser. Die Zahl der erfassten Fälle sank um knapp zwölf Prozent. Laut Statistik müssen sich die Berliner und die Besucher der Stadt auch weniger Sorgen machen, Opfer eines Taschendiebstahls zu werden. Mit rund 7100 Fällen zählte die Polizei im vergangenen Jahr rund 26 Prozent weniger Delikte als 2017.

Leichter Anstieg bei Mord und Totschlag

Einen leichten Anstieg gab es bei Mord und Totschlag. Mit 94 Fällen blieb die Zahl allerdings auch 2018 deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Die Ermittler konnten fast 97 Prozent der Tötungsdelikte aufklären. Einen Höchstwert verzeichnete die Polizei bei Sexualdelikten. Laut Polizei ist der Anstieg um fast elf Prozent allerdings im Wesentlichen auf eine Gesetzesänderung und veränderte Kategorisierungen zurückzuführen.

Gestiegen ist den Angaben zufolge auch die Zahl der Angriffe auf Polizisten, ebenso die Internetkriminalität. Im Bereich des Rauschgifts nahmen die Delikte rund um Kokain zu. Die Polizei registrierte auch knapp 19 Prozent mehr politisch motivierte Gewaltdelikte.

Polizei erforscht gefühlte Sicherheit

Die Zahlen der angezeigten und in der Statistik erfassten Straftaten decken sich allerdings nicht immer mit dem subjektiven Sicherheitsempfinden der Berliner. Die Polizei will daher künftig auch die gefühlte Sicherheit in der Hauptstadt erforschen, wie Polizeipräsidentin Slowik erst am Montag dieser Woche ankündigte.

Dabei sollen Wissenschaftler der Humboldt-Universität (HU) einbezogen werden. Das Konzept sieht vor, zufällig ausgewählte Berliner nach ihren persönlichen Erfahrungen zu befragen, etwa ob sie Opfer einer Straftat geworden sind, die sie vielleicht nicht bei der Polizei angezeigt haben.

Erste Ergebnisse der Dunkelfeldstudie will die Polizei im kommenden Jahr präsentieren. Danach soll die Analyse alle zwei Jahre vorgelegt werden.

Diese Experten sitzen auf dem Podium

Andreas Geisel (53) ist seit Dezember 2016 Innen- und Sportsenator, zuvor leitete der SPD-Politiker zwei Jahre lang die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt. Von 2011 bis 2014 war Geisel Bezirksbürgermeister von Lichtenberg, dem Bezirksamt gehörte der Volks- und Betriebswirt bereits seit 1995 an. Er ist auch Vize-Landeschef der SPD.

Barbara Slowik (53) ist seit April 2018 Berliner Polizeipräsidentin – die erste Frau in diesem Amt. Die parteilose Juristin arbeitete zunächst in der Senatsinnenverwaltung, seit 2002 im Bundesinnenministerium. Dort wurde sie 2010 Leiterin des Referats für Grundsatz- und Rechtsangelegenheiten der Terrorismusbekämpfung.

Burkard Dregger (54) ist seit dem 12. Juni 2018 Vorsitzender der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus und somit Oppositionsführer. Der Jurist und Mitinhaber einer Rechtsanwaltskanzlei ist auch innenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion. Dem Landesparlament gehört er seit 2011 an, zweimal holte er ein Direktmandat. Er leitete auch den Untersuchungsausschuss „Terroranschlag Breitscheidplatz“.

Ulrich Kraetzer (45) ist Redakteur der Berliner Morgenpost und Spezialist für innere Sicherheit, Extremismus und Islamismus. Der Diplom-Politologe veröffentlichte 2012 das Buch „Salafisten – Bedrohung für Deutschland?“ Der gebürtige Berliner erhielt für seine Berichterstattung 2014 den Journalistenpreis „Der lange Atem“.

Hajo Schumacher (54), Morgenpost-Autor und -Kolumnist, moderiert die Diskussionsrunde. Der aus Münster stammende Journalist und Politikwissenschaftler arbeitet auch für Magazine, Hörfunk, Online und TV. Schumacher ist Verfasser mehrerer Bücher („Restlaufzeit“, „Männerspagat“), auch als Läufer „Achim Achilles“.

So können Sie am Leserforum zur Sicherheit in Berlin teilnehmen

Das Leserforum „Morgenpost vor Ort“ zum Thema „Wie sicher ist Berlin?“ beginnt am Montag, ­1. April, um 19 Uhr im Kinocenter Zoo Palast an der Hardenbergstraße 29 A in Charlottenburg. Es dauert etwa zwei Stunden. Die Teilnahme ist für unsere Leser kostenlos.

Voraussetzung zur Teilnahme ist eine Anmeldung in unserer Redaktion unter dem Kennwort „Morgenpost vor Ort“. Das geht ganz einfach per E-Mail an die Adresse aktionen@morgenpost.de, per Fax an die Nummer 030/8872 77967 oder per Postkarte/Brief an die Berliner Morgenpost, Redaktion Lokales, Kurfürstendamm 21, 10719 Berlin.

Teilen Sie uns bitte mit, wie viele Plätze Sie benötigen. Abonnenten der Berliner Morgenpost können gern ihre Abonummer dazuschreiben, sie werden bei der Platzvergabe bevorzugt berücksichtigt. Alle Anmeldungen werden nach Eingang bearbeitet und müssen spätestens bis Donnerstag, 28. März, 16 Uhr, in der Redaktion vorliegen.

Der Zugang zum Leserforum ist nur mit einer schriftlichen Bestätigung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion möglich.

Der Zoo Palast ist sehr gut mit Bus und Bahn zu erreichen, der Bahnhof Zoologischer Garten ist nur wenige Meter entfernt. Dort halten die Linien S3, S5, S7 und S75, die U2 und U9 sowie zahlreiche BVG-Buslinien. Kostenpflichtige Parkplätze gibt es in mehreren Parkhäusern im nahen Umfeld und auf dem Hardenbergplatz.