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Mehr Wohnungen benötigt

FDP stellt digitales Baulückenkataster für Berlin vor

Unglaublich: In Berlin gibt es keinen öffentlich einsehbaren Überblick über Wohnbauflächen. Das will die FDP ändern.

In Berlin gibt es keinen öffentlich einsehbaren Überblick über Wohnbauflächen.

Foto: Paul Zinken / dpa

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Berlin.  Berlin braucht dringend mehr Wohnungen – doch eine systematische und vor allem das gesamte Stadtgebiet umfassende Erfassung sämtlicher für den Wohnungsbau geeigneter Baulücken gibt es bis heute nicht. Zuletzt war eine solche stadtweite Übersicht 2013 vorgenommen worden. Seitdem erfassen nur noch die zwölf Bezirke auf teils sehr unterschiedliche Weise entsprechende Flächen.

Das will die Berliner FDP ändern. Am Montag stellte Fraktionschef Sebastian Czaja vor, wie ein solches digitales Baulückenkataster für Berlin aussehen könnte. Das Modell dazu hat er sich vom Immobiliendienstleister CBRE entwickeln lassen.

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Einige Bezirke liefern nur einen ungenauen Überblick

„Es fehlt zwar eine Übersicht über die Wohnbauflächenpotenziale insgesamt, aber immerhin liegen Berichte der zwölf Berliner Bezirke vor“, erläuterte CBRE-Experte Henrik Baumunk seine Vorgehensweise. Das Problem: Diese Berichte würden unabhängig voneinander erstellt und publiziert und unterschieden sich demzufolge in Inhalt und Umfang sowie Aktualität erheblich. In der Regel würden die Beiträge aber alle zwei bis drei Jahre fortgeschrieben.

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In monatelanger mühevoller Kleinarbeit habe man diese Berichte in hochauflösende digitale Übersichtskarten übertragen und möglichst Grundstücksflächen scharf übertragen. „Reinickendorf und Spandau verorten die Flächen allerdings nur in Punktform und geben den Grundstücksumriss nicht an“, bedauerte Baumunk. In diesen Fällen habe man die genaue Fläche geschätzt. Im Ergebnis habe man 1049 Flächen identifiziert, auf denen bis zu 162.000 Wohnungen errichtet werden könnten, führte Czaja weiter aus. Die meisten, nämlich 44.000, befänden sich in Pankow. Das Kataster erfasse sowohl die kleine Baulücke als auch das großräumigste Entwicklungsgebiet.

Register sei ausbaufähig

Solch ein Modell erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern sei ein erster Schritt zu einem umfassenden Überblick auf Basis verfügbarer Daten. Das Register sei ausbaufähig, wenn Senat und Bezirke sich einbringen und Informationen dazu liefern würden, sagte Czaja.

Er will nicht nur landeseigene, sondern auch Flächen in privatem und in Genossenschaftsbesitz ausweisen. Aus Datenschutzgründen solle der tatsächliche Besitzer anonym bleiben. Was in anderen Kommunen wie Frankfurt (Oder) und Mühlheim an der Ruhr funktioniere, müsse auch in Berlin möglich sein, forderte Czaja. Er appelliere deshalb an die anderen Fraktionen im Abgeordnetenhaus, bei der Beratung eines FDP-Antrages zum Aufbau eines Baulückenkatasters mitzuwirken.

Der Antrag ist an diesem Mittwoch Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wohnen. Ein wirklicher Überblick über die Potenziale sei ein erster Schritt zur „mietsenkenden Neubauoffensive“, sagte Czaja.

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