Modelle veraltet

Dienstwaffen der Polizei werden zum Sicherheitsrisiko

Personenschützer des LKA sind mit veralteten Pistolen unterwegs. Die Polizisten fordern seit Jahren neue Waffen.

Die Waffen der Polizisten sind längst veraltet

Die Waffen der Polizisten sind längst veraltet

Foto: Silas Stein / dpa

Berlin. Sie gehören zu den spezialisiertesten und am besten ausgebildeten Polizisten der Hauptstadt. Sie sind für die besonders gefährdeten Menschen zuständig: die Personenschützer. Obwohl die Beamten einen der anspruchsvollsten Jobs erledigen, sind ihre Dienstwaffen veraltet — und Ersatz ist noch nicht in Sicht.

Derzeit benutzen die Personenschützer zwei Waffensysteme: Die Sig Sauer P226 und die Glock 17. Die Sig Sauer ist seit mehr als 25 Jahren im Dienst. Die Waffen sind zum Großteil verschlissen und werden immer häufiger aussortiert.

Ersatzbeschaffungen sind allerdings schwierig, weil die Waffe nicht mehr hergestellt wird. Die Glock 17 ist ebenfalls verschlissen. Neben der Abnutzung kritisieren Personenschützer, dass sie mit zwei Waffentypen unterwegs sind. In Gefahrensituationen kann das zum Sicherheitsrisiko werden, weil beide Waffen nicht kompatibel seien, heißt es.

Testmodelle nicht zufriedenstellend

Die Pläne, die Pistolen des Personenschutzes zu erneuern und zu vereinheitlichen, wurden mehrfach verschoben und schließlich auf Eis gelegt, weil die Finanzmittel fehlten. Bereits im März 2017 begannen erste Tests mit der neuen Dienstwaffe der Berliner Polizei, der SFP9, von Heckler&Koch. Es folgten Erprobungen der Sig Sauer P320 und der Glock 46.

Wirklich zufriedenstellend war keines der Modelle, wie Berichte zeigen, die der Berliner Morgenpost vorliegen. Alle Waffen schlugen bei der Schussabgabe hoch. Ein Wunschkandidat: die Glock 17 der neuesten Generation stand nicht zur Auswahl.

Aus der Innenverwaltung heißt es auf Nachfrage: „Insgesamt verfügt die Polizei derzeit über 24,1 Millionen Euro für die Beschaffung von Waffen. Von diesen Mitteln wird auch der Personenschutz mit den erforderlichen Waffen ausgestattet. Beschafft werden 24.000 Dienstpistolen sowie 725 leichte und flache Pistolen für das Landeskriminalamt, zu dem auch der Personenschutz gehört. Doch wann genau alle Waffen da sind, ist unklar.“

Bei der Gewerkschaft der Polizei (GdP) sorgt die jahrelange Hängepartie für Unverständnis. GdP-Sprecher Benjamin Jendro sagte: „Unsere Kollegen beim Personenschutz sind Spezialisten, bei denen zu schützende Personen gut aufgehoben sind“. Es könne nicht sein, dass es die Hauptstadt nicht schaffe, ihnen für diesen hochriskanten Job eine angemessene Dienstwaffe in die Hand zu geben.