Fall Rebecca

Vermisste Rebecca: Die Spur führt nach Fürstenwalde

Von Rebecca fehlt weiter jede Spur. Trotz 1500 Hinweisen kommen die Ermittler kaum voran. Im Visier stehen nun Autobahnabfahrten.

Am Sonnabend suchte die Polizei weiter nach Rebecca

Am Sonnabend suchte die Polizei weiter nach Rebecca

Foto: Citynewstv/ Polizei Berlin

Vor fast einem Monat ist die 15-jährige Rebecca spurlos verschwunden. Und täglich gehen bei der Polizei neue Hinweise aus der Bevölkerung ein. Mit jedem Tag werden die Ermittlungen schwieriger.

Obwohl bislang etwa 1500 Hinweise eingegangen sind, kommen die Ermittlungen kaum voran. Rebecca aus Rudow bleibt verschwunden. Am Sonnabend startete die Polizei erneut eine Suchaktion.

Kurzfristig Autobahn-Abfahrten gesperrt

Mit drei Personenspürhunden, so genannten Mantrailer-Hunden, suchten Ermittler der 3. Mordkommission, zehn Polizisten einer Einsatzhundertschaft sowie Hundeführer ab etwa 10.30 Uhr entlang der Autobahn A12 zwischen den Anschlussstellen Friedersdorf und Frankfurt/Oder.

Die Brandenburger Autobahnpolizei sperrte für die Berliner Kollegen auf der A12 in Richtung Frankfurt/ Oder nach und nach kurzfristig die Abfahrten. Dabei kam es an der Ausfahrt Storkow zu einem Stau von drei Kilometern Länge, teilte ein Sprecher des Brandenburger Polizeipräsidiums mit. An den Ausfahrten sollten die Hunde mögliche Spuren aufnehmen.

Einstellung der Suche kurz vor dem Scharmützelsee

Am Sonnabendnachmittag verließ die Polizei dann im Rahmen der Spurensuche die Autobahn an der Abfahrt Fürstenwalde West. „Dort werden die Hunde etwas gewittert haben“, sagte eine Sprecherin der Polizei der Berliner Morgenpost. Die Ermittler würden dort möglicherweise Spuren auf der Landstraße nachgehen, hieß es.

„Es ist aber völlig unklar, um was für Spuren es sich dabei handelt.“ Gegen 16.15 Uhr beendeten die Beamten die Spurensuche, offenbar ohne nennenswerte Erfolge. „Die Suche entlang der Landstraße südlich der BAB 12 wurde kurz vor dem Scharmützelsee eingestellt“, sagte eine Polizeisprecherin.

Jeder Hinweis muss persönlich überprüft werden

Wann genau mit der Suche wieder begonnen wird, konnte sie nicht sagen. Dass die Ermittler auch am Sonntag arbeiten würden, sei in so einem außergewöhnlichen Fall selbstverständlich, hieß es.

„So vielen Hinweisen nachzugehen, ist natürlich eine Riesenarbeit. Besonders für diejenigen, die sich beim Überprüfen der Spuren im wahrsten Sinne die Hacken ablaufen“, sagte Axel Petermann der Deutschen Presse-Agentur.

„Jede einzelne Spur sollte überprüft werden. Mit jedem Hinweisgeber sollte Kontakt aufgenommen werden, möglichst persönlich und nicht nur am Telefon. Man muss alles schriftlich festhalten, es gibt Spurenakten und Vergleiche mit anderen Hinweisgebern.“

Überaus schwierige Aufgabe für die Ermittler

Der Profiler und frühere Bremer Mordermittler Petermann sieht die Polizei im Fall der vermissten Rebecca weiter vor einer überaus schwierigen Aufgabe.

Petermann (66), der selber einmal eine Mordkommission leitete und heute als Autor und „Tatort“-Berater arbeitet, betonte: „Das ist nur zu schaffen mit sehr viel Personal. Wenn da nur eine Mordkommission dran ist mit etwa zehn Leuten, ist das schwierig. Das wird lange dauern, bis man alle Hinweise abgearbeitet hat.“

Die bisherigen Ergebnisse und Indizien der Ermittlungen seien von außen schwer zu beurteilen, sagte Petermann. „Aber sicher brauchen die Ermittler noch mehr. Letztlich muss man beweisen können, was angenommen wird: dass Rebecca im Haus ihrer Schwester von ihrem Schwager getötet wurde. Das könnte über Spuren möglich sein, die beweisen, wie sie getötet wurde oder durch Zeugenaussagen oder ein Geständnis. Auch der Fundort eines Toten sagt viel darüber aus, was mit diesem Menschen geschehen ist und weshalb der Täter diesen Ort aussuchte.“

Auto des Tatverdächtigen von Zeugen gesehen

Mit der erneuten Suche wollte die Polizei offenbar herausfinden, wohin Rebeccas tatverdächtiger Schwager mit seinem Pkw am Tag des Verschwindens der 15-Jährigen unterwegs war. Das Auto, ein himbeerroter Twingo, wurde auf der A12 von einem Kennzeichenfahndungssystem zweimal erfasst: Am Tag des Verschwindens am 18. Februar und in der Nacht vom 19. zum 20 Februar.

Zu beiden Fahrten konnte der 27-jährige Schwager keine Angaben machen. Als es in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ einen Zeugenaufruf zu dem auffälligen himbeerroten Twingo gab, gingen Hunderte Hinweise ein.

Diese führten zu den mehrtägigen Suchaktionen in den Wäldern bei Storkow. Vor mehr als einer Woche hatte die Polizei mit mehr als 100 Beamten mehrere Tage ein Waldstück nahe Storkow durchsucht.

Bei weiteren Suchen unterstützte das Technische Hilfswerk mit Spezialtechnik zur Untersuchung des Erdreiches die Arbeit der Polizei.

Polizei sicher, dass das Mädchen das Haus nicht lebend verließ

Rebecca hatte sich zuletzt am 18. Februar im Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers in Britz aufgehalten. An diesem Morgen kam sie nicht zur Schule, und ihre Familie meldete sie als vermisst.

Am 22. Februar übernahm eine Mordkommission den Fall. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Mädchen das Haus nicht lebend verließ, sondern getötet wurde. Der 27-jährige Schwager sitzt als dringend tatverdächtig in Untersuchungshaft.

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