Unterhaltung

Das sind die besten Tipps zum Wochenende in Berlin

Berlin hat jede Menge zu bieten, besonders am Wochenende. Wir bieten euch eine Auswahl interessanter Veranstaltungen in den Kiezen.

Foto: Erik-Jan Ouwerkerk/FEZ

Pizza wie in Neapel, direkt aus Wedding

Mitte „Die beste Pizza Berlins gibt es bei ‚Stranero‘“, sagte mir mal ein hier lebender Italiener, selbst Pizzabäcker von Beruf. Die Erwartungen waren entsprechend groß beim Besuch im „Stranero“. Hier wird Pizza nach echtem neapolitanischem Vorbild gebacken. Das fängt beim Ofen an. Der kommt von Stefano Ferrara, der Neapolitaner gilt als bester Pizzaofenbauer der Welt. Der mindestens einen Tag lang gegangene Teig kommt dann nur kurz in den sehr heißen Ofen.

Das hat sich herumgesprochen: Selbst an einem Werktag sind die Tische abends bis zum letzten Platz gefüllt, wer nicht reserviert hat, muss warten. Laut unterhalten sich die vor allem jungen Gäste im minimalistischen Restaurant, das so auch in Mitte stehen könnte. Auf der Karte stehen rund 25 Pizzen zwischen sechs Euro und neun Euro. Zur Vorspeise gibt es einen Antipasti-Teller (klein acht, groß 14 Euro) – der extrem lange auf sich warten lässt. Als er dann kommt, hebt sich die Stimmung kaum. Die Zusammenstellung wirkt wenig liebevoll, die in Öl eingelegten getrockneten Tomaten und Artischockenherzen schmecken wie aus dem Glas im Supermarkt. Für mehr Freude sorgt die dazu servierte Focaccia. Ein frisch gebackener, fluffiger Teigfladen. Sowie der rote Cannonau aus Sardinien, der voll und trotzdem nicht zu schwer schmeckt (18 Euro die Flasche). Zwischen Bestellung und dem Moment, als die Pizza auf dem Tisch steht, vergeht rund eine Stunde. Schließlich kommen die radgroßen Pizzen doch noch. Ob Margherita mit Büffelmozzarella oder Pizza Mirko mit Sardinen, Radicchio: Es schmeckt gut, tatsächlich wie in Neapel. Genau das ist jedoch Geschmacksache: Da der Teig nur kurz, dafür aber sehr heiß erhitzt wird, bilden sich am Rand schon schwarze Blasen, in der Mitte ist er dafür noch sehr weich, fast zäh. Echte Neapolitaner klappen ihre Pizza aber eh am liebsten zusammen und essen sie aus der Hand. Wer das sucht, ist bei „Stranero“ absolut richtig.

Liebenwalder Straße 11, Wedding, Di.–So. 17–24 Uhr, Tel. 0157-33 55 29 00.

Der Hoffotograf von Oasis stellt seine Arbeiten aus

Friedrichshain-Kreuzberg Die Fans warten immer noch auf die Wiederauferstehung: Oasis waren in den 90er-Jahren die Verkörperung eines neuen britischen Selbstbewusstseins in Mode, Kunst und natürlich: Musik. Die Gallagher-Brüder Noel und Liam kombinierten bis zur Auslösung der Combo nach dem letzten Album 2008 die Riffs und Melodien aller wesentlichen Gitarrenmusik seit den 60er-Jahren, ersetzten den Esprit der Beatles durch den Humor und die Geistesgegenwart einer spät gewordenen Pubnacht und sahen vor allem verdammt gut aus. Dass Letzteres bald die ganze Welt wusste, ist auch ihrem Hoffotografen Michael Spencer Jones zu verdanken. Seine Arbeiten für Oasis machen derzeit Station in Kreuzberg. Bereits kurz nach der Ankündigung war in den sozialen Netzwerken ein vorfreudiges Beben aus der Berliner Fangemeinde zu spüren. Es wird wohl voll werden.

Browse Gallery, Bergmannstraße 5, Innenhof rechts, Kreuzberg, bis 7. April, Di.–So. 14–20 Uhr, Eintritt: 6/4 Euro, online auch bei Ticketmaster.de

Entdeckerwanderung durch den Kiez

Lichtenberg Lichtenberg ist ein grüner Bezirk mit knapp 40 Naturdenkmalen. Eine Entdeckungsreise zu einigen dieser jahrhundertealten Baumdenkmale, die wegen ihrer Seltenheit oder Schönheit unter besonderen Schutz gestellt sind, bietet das Umweltbüro Lichtenberg am 24. März an. Start der etwa acht Kilometer langen Wanderung durch Alt-Lichtenberg ist um 14 Uhr am Rathaus Lichtenberg. Über die Möllendorffstraße und den Gutspark Lichtenberg geht es durch den Landschaftspark Herzberge, in dem mit einer Ahornblättrigen Platane mit einem Stammumfang von 3,80 Meter, einer Stiel-Eiche mit auffälliger Krone und einer 200 Jahre alten Schwarz-Pappel gleich drei imposante Exemplare wachsen. An der Tramhaltestelle Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge endet die Kieztour gegen 17 Uhr.

Umweltbüro Lichtenberg, Passower Str. 35, Tel. 92 90 18 66, info@umweltbuero-lichtenberg.de, Anmeldung bis 20. März, Teilnahme kostenfrei, Spende erbeten.

Peter Steudtner spricht in Charlottenburg über seine Zeit in türkischer Haft

Charlottenburg-Wilmersdorf Der Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner wurde im Juli 2017 mit neun weiteren Menschenrechtsaktivisten wegen angeblicher Unterstützung einer terroristischen Vereinigung in Istanbul festgenommen und erst nach internationalen Protesten Ende Oktober 2017 aus dem Gefängnis entlassen. Der Jazz-Pianist Albrecht Gündel-vom Hofe, ein enger Freund Steudtners, gab während dessen Inhaftierung mehrere Solidaritätskonzerte in Berlin. Mit zwei weiteren Musikern spielt er am Donnerstag in der Trinitatiskirche Jazz-Arrangements von Chorälen und Liedern der Bekennenden Kirche aus diesen Konzerten. Die beiden Freunde treffen an diesem Abend mit aktuellen Gedanken, Texten und Liedern aufeinander – auch in Solidarität mit immer noch inhaftierten Musikern und Menschenrechtsaktivisten. Der Berliner Peter Steudtner ist Politologe, Fotograf, Dokumentarfilmer und Trainer für gewaltfreien Umgang mit Konflikten.

Trinitatiskirche, Karl-August-Platz, Charlottenburg, 28. März, 19 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei.

Internationale Produktion in Spandaus Jugendtheaterwerkstatt

Spandau In der Jugendtheaterwerkstatt Spandau ist an diesem Wochenende zum letzten Mal die Theaterinszenierung „Dead. End. Paradise“ zu sehen. Darin wird das Werk „Göttliche Komödie“ des italienischen Dichters Dante Alighieri mit den Lebensgeschichten von Spandauern verwoben, die durch Interviews gesammelt wurden. In der Produktion, gefördert vom Projektfonds Kulturelle Bildung, geht es dabei um aktuelle gesellschaftliche Fragen: Wie organisieren sich Menschen? Wie leben die Bewohner im Ortsteil Falkenhagener Feld, in das zunehmend auch Menschen aus dem Berliner Zentrum verdrängt werden? Wie gehen Sozialhilfeempfänger mit Armut um? Antworten sollen Zuschauer während des Stücks bekommen. Produziert wird die Aufführung von internationalen Theatermachern aus Kuba, Mexiko und den USA. Auf der Bühne stehen 16 junge Spandauer und Geflüchtete.

jtw Spandau, Gelsenkircher Str. 20, Beginn Sbd.19 Uhr, So. 16 Uhr, Eintritt frei, Spende erbeten.

Führung über den Waldfriedhof zum Ehrengrab von Boleslaw Barlog

Steglitz-Zehlendorf Am 17. März 2019 jährt sich der Todestag von Boleslaw Barlog zum 20. Mal. Der Regisseur und langjährige Intendant des Steglitzer Schlosspark-Theaters hat ein Ehrengrab auf dem Zehlendorfer Waldfriedhof. Heimatforscher Wolfgang Holtz lädt am Todestag des Theatermachers zu einer Führung über den Waldfriedhof ein. Der erste Weg soll zu Barlogs Grabstätte führen. Kaum einer kennt den Intendanten abseits der Theaterwelt so gut wie Wolfgang Holtz, denn sie waren Nachbarn am Spindelmühler Weg. Als Barlog 88 Jahre war, war Holtz 44. „Ich kann Geschichten erzählen, die nirgends stehen“, verspricht Holtz. Deshalb werde man länger am Grab von Barlog verweilen, bevor es zu anderen prominenten Gräbern auf dem Waldfriedhof weitergehe. Etwa zwei Stunden soll die Führung dauern. Wer Wolfgang Holtz kennt, weiß, dass es gut ist, mehr Zeit einzuplanen.

Waldfriedhof Zehlendorf, 17. März, 11 Uhr, Haupteingang Potsdamer Chaussee, Teilnahme kostenlos.

Ein Wochenende voller Musik beim Festival „Klangwelten“ im FEZ

Treptow-Köpenick Ein Wochenende voller Musik von Hip-Hop über Pop bis zu Klassik erwartet Kinder und ihre Eltern beim Festival „Klangwelten“ im Kinder- und Jugendzentrum FEZ in Wedding. Dort geben Profis Tipps, wie sich Geigen, Trompeten, E-Gitarre oder Fagott spielen lassen. Kinder können aber auch Instrumente aus Recyclingmaterialien selbst bauen und damit experimentieren. In offenen Workshops dreht sich alles um Groove und Rhythmus vom Beatboxen bis Breakdance. Auf den großen Bühnen geben sich Schul- und Jugendbands die Mikros in die Hand und Chöre und sinfonische Orchester der Berliner Schulen und Musikschulen spielen ein vielfältiges Programm. Zu den Highlights gehört die Aufführung von „Klassiker der Filmmusik“ am Sonntag vom Orchester des Friedrich-Engels-Gymnasiums.

Straße zum FEZ 2, Treptow-Köpenick, Sbd.–So., 12–18 Uhr. Tagesticket: fünf Euro, Gruppen-/ Familienticket ab drei Personen: je vier Euro. Für ausgewählte Veranstaltungen muss ein Extra-Ticket gekauft werden. Materialkosten sind nicht im Eintritt enthalten. musikfestival-klangwelten.de