Kritik bei Twitter

Empört: Chebli im Flugzeug auf Englisch angesprochen

Die Berliner SPD-Politikerin Sawsan Chebli empört sich, dass eine Flugbegleiterin sie auf Englisch ansprach. Das sorgt für Kritik.

Sawsan Chebli (SPD), Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales, ist bei Twitter sehr aktiv (Archivbild).

Sawsan Chebli (SPD), Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales, ist bei Twitter sehr aktiv (Archivbild).

Foto: Christoph Soeder / dpa

SPD-Politikerin Sawsan Chebli hat mit einem Beitrag bei Twitter für zahlreiche Reaktionen und viel Kritik gesorgt. Die Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretärin berichtet darin von einem Erlebnis im Flugzeug. Sie schrieb: „Schon wieder: Wurde gerade von einer Stewardess auf einem Inlandsflug auf Englisch angesprochen. Hab sie gefragt, warum sie meint, ich könne kein Deutsch. Sie, sichtlich irritiert: ‘Wir haben halt viele ausländische Gäste.’ Ehrlich, es nervt. #vonhier.“

Unter dem Hashtag „#vonhier“ schreiben Deutsche mit Migrationshintergrund in den Sozialen Netzwerken von Konfrontationen mit der Frage, woher sie stammen oder „eigentlich“ kommen. Eine Frage, die von jenen, die dazu twittern, als ausgrenzend oder rassistisch aufgefasst wird. Auch Chebli teilte solche Erlebnisse bei Twitter mit.

Für ihren Tweet vom 12. März schlägt der Politikerin allerdings überwiegend Kritik entgegen. „#vonhier ist, wer sich über jede Kleinigkeit aufregt. Wenn es sowas wie typisch deutsch ist, dann das“, schrieb etwa Nutzer Daniel M. als Antwort.

„Ich glaube, in einem Flugzeug wäre es mir noch nicht mal aufgefallen, weil es dort - und eigentlich schon am Flughafen - so was von normal ist, dass man in Englisch angesprochen wird“, kommentiert Nutzer „EasterCat“ mit dem Hashtag „#KünstlicheAufregung“.

„Sehr geehrte Frau @SawsanChebli , Sie sind ein voll integriertes Mitglied unserer Gesellschaft. Haben es bis in den Bundestag geschafft. Warum in Gottes Namen, stellen sie solche sinnfreien Fragen, bzw. nehmen daran Anstoß“, fragt jemand. Woraufhin wiederum jemand antwortete: „Ich verstehe das sehr gut. Und aufgrund seines Aussehens sofort unterstellt zu bekommen man könne die deutsche Sprache nicht, ist einfach daneben. Mein ehemaliger Lebensgefährte war Türke. Du sprechen deutsch? Woher kommen? Das war Standard.“

Andere Nutzer unterstellen Chebli allerdings eine gewollte „Opferrolle“ oder äußern, sie wolle „auf einen Zug aufspringen“, indem sie ihr Erlebnis im Flugzeug unter dem Hashtag „#vonhier“ verbreitet. „Erst fordert sie, dass niemand auf Grund seines Äußeren einer Herkunft zugeordnet wird. Aber bei einem Inlandsflug soll die Flugbegleiterin die Nationalität dann an ihrer Nasenspitze erkennen“, schreibt Nutzer „Memmo“. Jemand anders fordert gar, sie solle sich bei der Flugbegleiterin entschuldigen.

Facebook-Post über angeblichen Sexismus

Chebli hatte schon einmal mit drastischen Worten einen Vorgang in den Sozialen Medien angeprangert. Unter der Überschrift „Unter Schock – Sexismus“ schrieb die Politikerin im Oktober 2017 über einen Vorfall bei einer Versammlung, bei der sie als Rednerin vorgesehen war. Ein Botschafter habe damals zu ihr gesagt: „Ich habe keine so junge Frau erwartet. Und dann sind Sie auch so schön.“ Worte, die er zur Erklärung an Chebli richtete, weil er zuvor das Publikum vertröstet hatte, in dem Glauben, die Staatssekretärin befinde sich noch nicht im Saal.

Chebli kommentierte: „Klar, ich erlebe immer wieder Sexismus. Aber so etwas wie heute habe auch ich noch nicht erlebt.“ Was sie verschwieg: Sie war zu spät gekommen, hatte sich nicht vorgestellt und offenbar auf den falschen Stuhl gesetzt.