Elektromobilität

Fast 900 Anträge für E-Autos und Ladesäulen in Berlin

Der Senat will der Elektromobilität in der deutschen Hauptstadt zum Durchbruch verhelfen. Ein neues Förderprogramm läuft gut an.

Seit dem vergangenen Jahr läuft das neue Förderprogramm „Wirtschaftsnahe Elektromobilität“. Fast 900 Anträge haben Berliner Unternehmen bislang gestellt.

Seit dem vergangenen Jahr läuft das neue Förderprogramm „Wirtschaftsnahe Elektromobilität“. Fast 900 Anträge haben Berliner Unternehmen bislang gestellt.

Foto: Christophe Gateau / dpa

Berlin.  In der deutschen Hauptstadt zeigen immer mehr Unternehmen Interesse am Thema Elektromobilität. Das geht aus neuen Zahlen der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe hervor, die der Berliner Morgenpost vorliegen. Demnach sind im Rahmen des seit dem vergangenen Jahr laufenden Förderprogramms „Wirtschaftsnahe Elektromobilität“ bis Ende Februar insgesamt 876 Anträge eingegangen.

Mithilfe der Förderung will der Senat vor allem kleine und mittlere Unternehmen in Berlin bei der Umstellung ihrer Diesel- oder Benzinfahrzeuge auf alternative Antriebsarten unterstützen. Für Beratungen sowie die Förderung von Ladeinfrastruktur und Autos stehen jährlich insgesamt sechs Millionen Euro zur Verfügung. In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres wurden bislang rund 830.000 Euro Fördermittel beantragt. Zwischen September und Dezember 2018 waren es gut 1,2 Millionen Euro.

Wirtschaftssenatorin Pop sieht starken Anreiz für Betriebe

„Das große Interesse an unserem Förderprogramm zeigt: Für die Berliner Taxiunternehmen, Handwerker, Gebäude-, Liefer- oder Pflegedienste ist es ein starker Anreiz, auf emissionsarme Antriebe umzusteigen, um möglichst schnell für mehr saubere Luft zu sorgen“, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne). Die Elektrifizierung des Wirtschaftsverkehrs sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Mobilitätswende. „Wir lassen die Berliner Unternehmen nicht allein mit der Herausforderung und unterstützen sie bei dem Umstieg auf saubere Fahrzeuge“, erklärte die Politikerin.

Vor allem die Förderung von E-Autos lief gut an. Seit September stellten Firmen insgesamt 736 Anträge für neue Fahrzeuge. 113 Anträge gab es für die Förderung von Ladeinfrastruktur, 27 für Beratungen.

Zuschüsse können vom Land und vom Bund kommen

Für Unternehmen ist das Angebot attraktiv. Denn erstmals können Bundes- und Landesförderung kombiniert werden. Die Gesamtzuschüsse fallen deswegen deutlich höher aus. Berlin zahlt bis zu 4000 Euro an Firmen, die ein neues, batteriebetriebenes Elektro-Auto anschaffen. Mit entsprechendem Bundeszuschuss liegt die Summe sogar doppelt so hoch.

Den Aufbau von Ladeinfrastruktur unterstützt der Senat mit bis zu 50 Prozent der Gesamtkosten. Pro Ladepunkt werden allerdings maximal 30.000 Euro Subventionen gezahlt. Höchstens die Hälfte der Kosten, aber maximal 55.000 Euro, übernimmt das Land auch beim Anschluss der neuen Infrastruktur an das bestehende Stromnetz.

UVB-Geschäftsführer nennt Programm „richtigen Schritt“

Die Berliner Wirtschaft zeigte sich überrascht vom guten Start des Programms. „Den Unternehmen sowohl bei der Beratung als auch beim Kauf von E-Autos und dem Aufbau von entsprechender Ladeinfrastruktur finanziell unter die Arme zu greifen, ist ein richtiger Schritt“, sagte der Geschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), Sven Weickert, der Berliner Morgenpost.

Erstes Förderprogramm für Umstellung von Taxi-Flotten war ein Flop

Das Förderprogramm „Wirtschaftsnahe Elektromobilität“ ist nicht der erste Versuch des Senats, mehr E-Autos auf die Berliner Straßen zu bringen. Ein erstes Programm, das Taxi-Unternehmen bei der Umstellung ihrer Flotte helfen sollte, war im vergangenen Jahr allerdings gescheitert. Hauptgrund: Laut Förderrichtlinie musste pro neuem E-Auto ein altes Diesel-Fahrzeug verschrottet werden.

Da der Restwert der alten Wagen aber häufig höher war, lohnte sich ein Verkauf für den Besitzer mehr. Bei der Investitionsbank Berlin (IBB), die für die Abwicklung der Förderprogramme zuständig ist, gingen deswegen nur neun Anträge von Berliner Taxi-Unternehmen ein.

Konferenz zur Elektromobilität am Donnerstag

Wie Berlin künftig in Sachen Elektromobilität noch schneller voran kommen kann, ist auch Thema bei der Hauptstadtkonferenz Elektromobilität 2019, die am Donnerstag im Roten Rathaus stattfindet. Erwartet werden rund 600 Experten aus Unternehmen, Verwaltung, Politik und Wissenschaft.