Unfallstatistik 2018

Diese Berliner Kreuzungen sollen umgebaut werden

Die Zahl der Verkehrsunfälle ist im vergangenen Jahr gestiegen. Zahlreiche Kreuzungen sollen nun sicherer gemacht werden.

kreuzungen umbau berlin unfälle

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Foto: dpa/BM / BM

Berlin. In Berlin gab es im vergangenen Jahr mehr Verkehrsunfälle und Unfalltote. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2018 hervor, die Innensenator Andreas Geisel (SPD), Polizeipräsidentin Barbara Slowik und Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese am Montag vorgestellt haben.

Demnach wurden von der Polizei Berlin im Jahr 2018 insgesamt 144.325 Verkehrsunfälle aufgenommen. Die Zahl der registrierten Unfälle ist damit im Vergleich zum Jahr 2017 um 0,63 Prozent gestiegen. Verkehrsunfälle mit Sachschaden gab es 129.202, Verkehrsunfälle mit Personenschaden 15.123.

Slowik sagte, dass die Zahlen im Vergleich zum Bevölkerungswachstum geringer gestiegen seien. Berlin wuchs von 2017 zu 2018 um ungefähr ein Prozent. Weil das Thema Verkehr aber immer wichtiger werde, solle im Zuge der Polizeistrukturreform die Verkehrspolizei eine eigene Direktion bekommen, so Slowik.

15.630 Verkehrsteilnehmer leicht verletzt und 2542 schwer verletzt

Berlinweit verunglückten insgesamt 18.217 Personen, das ist ein Anstieg von 4,61 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei wurden 15.630 Verkehrsteilnehmer leicht verletzt und 2542 schwer verletzt. Durch Unfälle starben 45 Menschen – darunter 22 Erwachsene, sieben junge Erwachsene, zwei Kinder und 14 Senioren. Das sind neun Unfalltote mehr als im Vorjahr.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisierte fehlenden Respekt und forderte mehr Rücksicht auf der Straße. „Wir reden über 18.217 Verletzte und 45 Tote, von denen eine Vielzahl gesund nach Hause gekommen wäre, wenn sich alle an die durchaus simplen und für jeden verständlichen Verkehrsregeln in unserem Land halten würden“, so die stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Kerstin Philipp.

Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Harald Moritz, sagte: „Die Zahl der im Verkehr Verletzten und Toten ist erschreckend hoch.“ Bei den Verkehrstoten seien zwei Drittel Fußgänger und Radfahrer – und sie seien in die Hälfte aller Verkehrsunfälle mit Personenschäden verwickelt. „Diese erschreckenden Zahlen zeigen, dass wir bei unseren Anstrengungen um die Verkehrssicherheit nicht nachlassen dürfen, sondern konsequent Maßnahmen umsetzen müssen“, so Moritz weiter.

Laut Polizei gab es auch einen deutlichen Anstieg bei Unfällen mit Fahrradfahrern – von 7069 im Jahr 2017 auf 7971 im Jahr 2018. Der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Marcel Luthe, sagte: „Gerade die vielen Unfälle durch Regelverstöße von Fahrradfahrern – meist auch noch mit schweren Verletzungen der Radfahrer – könnten vermieden werden, wenn die Polizei hier endlich ebenso intensiv wie gegenüber Pkw-Fahrern kontrollieren würde.“

Innensenator Geisel kündigte den Ausbau der Fahrradstaffel an. Noch in diesem Jahr soll sie neben Mitte auch in Friedrichshain-Kreuzberg tätig sein. Bis zum Ende der Legislaturperiode soll die Staffel, die derzeit aus 20 Polizisten besteht, auch personell deutlich aufgestockt werden. Zahlen nannte Geisel mit Verweis auf die noch ausstehenden Haushaltsberatungen noch nicht.

Eine Abfuhr erteilte Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese Überlegungen, Elektroroller auf Gehwegen zuzulassen. Wenn, dann werde es in Berlin eine entsprechende Zulassung nur für Radwege oder Straßen geben.

Das sind die Unfallschwerpunkte in Berlin

Laut Polizei gehörten im vergangenen Jahr die Schlesische Straße/Skalitzer Straße (354 Unfälle), der Jakob-Kaiser-Platz (337 Unfälle), der Große Stern (289 Unfälle), der Theodor-Heuss-Platz (275 Unfälle) und der Ernst-Reuter-Platz (255 Unfälle) zu den Unfallschwerpunkten in Berlin.

Diese Kreuzungen will der Senat umbauen

Laut Senatsverwaltung sollen bis Mitte des kommenden Jahres zahlreiche Kreuzungen in Berlin umgebaut und so verkehrssicherer gemacht werden.

Diese Kreuzungen sind betroffen:

● Seestraße (Nordufer)

● Karl-Marx-Allee/Alexanderstraße

● Danziger Straße/Greifswalder Straße

● Spandauer Damm/Fürstenbrunner Weg/Königin-Elisabeth-Straße

● Oberbaumstraße/Skalitzer Straße/Köpenicker Straße/Schlesische Straße

● Mühlendamm/Breite Straße/Fischerinsel

● Kurfürstendamm/Joachimsthaler Straße

● Blücherstraße/Bachvogelstraße

● Hultschiner Damm/Rahnsdorfer Straße

● Lützowplatz/Lützowufer

● Wildenbruchstraße/Weigandufer

● Müllerstraße/Burgsdorfstraße

● Wiener Straße/Lausitzer Straße

● Stromstraße/Turmstraße

● Adlergestell/ Dörpfelderstraße.

Blitzer in Berlin: 829.000 Verstöße wegen zu hoher Geschwindigkeit

In Berlin gibt es derzeit 32 mobile und stationäre Blitzeranlagen, von denen allerdings noch nicht alle angeschlossen sind. Insgesamt 829.000 Verstöße wegen zu hoher Geschwindigkeit erfasste die Polizei im vergangenen Jahr. Zehn neu aufgestellte Blitzgeräte trugen dazu bei.

Geht es nach der Polizei, sollen bald zwei weitere im Flughafen- und im Tiergartentunnel hinzukommen. Allerdings ist vor allem die Anlage im Tiergarten sehr kostenintensiv.

Zurück gingen die Zahlen an den festinstallierten Standorten. Grund sei, dass die Standorte inzwischen bekannt seien und dass die Anlagen, wie etwa im Britzer Tunnel, wegen Wartungsarbeiten auch länger ausfallen würden.

Dafür testet die Polizei bis zum Sommer zwei mobile Radarfallen in großen Anhängern, die tageweise an Straßen hingestellt werden können und dort selbstständig funktionieren. Durch diese Technik spart die Polizei Personal. Die Wagen sind allerdings nur ausgeliehen und haben deshalb auch kein Berliner Kennzeichen.

Fahrradstaffel soll ausgebaut werden

Innensenator Geisel kündigte den Ausbau der Fahrradstaffel an. Noch in diesem Jahr soll sie neben Mitte auch in Friedrichshain-Kreuzberg tätig sein.

Bis zum Ende der Legislaturperiode soll die Staffel, die derzeit aus 20 Polizisten besteht, auch deutlich ausgebaut werden. Zahlen nannte Geisel mit Verweis auf die noch ausstehenden Haushaltsberatungen nicht.

Eine Abfuhr erteilte Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese am Rande der Pressekonferenz Überlegungen, Elektroroller auf Gehwegen zuzulassen. Wenn, dann werde es in Berlin eine entsprechende Zulassung nur für Radwege oder Straßen geben.

Autorennen: 279 Ermittlungsverfahren, 164 Autos beschlagnahmt

Durch schärfere Gesetze hat die Polizei mehr Möglichkeiten zum Eingreifen. Im vergangenen Jahr gab es 279 Ermittlungsverfahren wegen verbotener Rennen. 164 Autos wurden beschlagnahmt und 130 Führerscheine eingezogen.

Am häufigsten würden solche Autorennen laut Polizei am Kurfürstendamm, am Siemensdamm, auf der Bundesautobahn 100, der Badstraße und im Tiergartentunnel stattfinden.

PS-Protze: 1250 Fahrzeuge und 80 Motorräder kontrolliert

Im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Profilierungsfahrten hat die Polizei im vergangenen Jahr 1250 Fahrzeuge und 80 Motorräder kontrolliert und dabei 59 Fahrzeuge beschlagnahmt, 522 Ordnungswidrigkeitsverfahren und Strafermittlungsverfahren eingeleitet.

Innensenator Andreas Geisel kündigte an, dass in diesem Jahr Profilierungsfahrer verstärkt kontrolliert werden sollen. Zudem soll es Mitte Juni und im November wieder Großkontrollen im gesamten Stadtgebiet geben, bei der etwa zugeparkte Busspuren freigeräumt werden sollen.

Gemessene Tempo-Spitzenwerte von Autofahrern

● BAB100: 196 km/h bei erlaubten 80 km/h

● Dahlwitzer Landstraße: 138 km/h bei erlaubten 60 km/h

● Am Treptower Park: 158 km/h bei erlaubten 50 km/h

● Straße des 17. Juni: 154 km/h bei erlaubten 50 km/h

● Boelkestraße: 105 km/h bei erlaubten 30 km/h

● Skalitzer Straße: 95 km/h bei erlaubten 30 km/h