Zugausfälle

Sturm „Eberhard“: Reisende übernachteten am Hauptbahnhof

Sturm „Eberhard“ wirbelte den Bahnverkehr durcheinander. Die ersten Züge sind am Montagmorgen aber wieder gefahren.

Aufenthaltszug der Bahn am Berliner Hauptbahnhof.. Fahrgäste können hier auf die Weiterfahrt Richtung Nordrhein-Westfalen warten.

Aufenthaltszug der Bahn am Berliner Hauptbahnhof.. Fahrgäste können hier auf die Weiterfahrt Richtung Nordrhein-Westfalen warten.

Foto: Paul Zinken / dpa

Nach dem sturmbedingten Ausfall des Zugverkehrs in Nordrhein-Westfalen sind am Montagmorgen die ersten Züge im Fern- und Regionalverkehr wieder gefahren. „Pendler sollten mit Verspätungen rechnen und sich in den Informationssystemen auf dem Laufenden halten“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Montagmorgen. Viele der verursachten Schäden hätten in der Nacht behoben werden können, so dass im Fernverkehr wieder ein „stabiler Betrieb“ hergestellt sei. Lediglich einzelne Züge sollten noch ausfallen, etwa auf der Schnellstrecke zwischen Köln und Frankfurt am Main. Einschränkungen gebe es noch auf den Strecken zwischen Köln - Dortmund, Altenbeken - Hamm (Westfalen) sowie zwischen Rosenheim und Kufstein.

Aktuell gibt es auf folgenden Strecken noch Einschränkungen

- Streckensperrung Wuppertal-Solingen voraussichtlich am Montagabend wieder befahrbar. Es gibt eine Umleitungsmöglichkeit für einzelne Züge.

- Streckensperrung Altenbeken-Hamm(Westf) voraussichtlich am Montagnachmittag wieder befahrbar

- Strecke Rosenheim-Kufstein mit Einschränkungen befahrbar

Einzelne Züge zwischen Köln-Frankfurt (Schnellfahrstrecke) fallen fallen am Montag noch aus. Einige Züge halten zusätzlich in Siegburg/Bonn, Montabaur und Limburg Süd.

Sturmtief fegt über NRW hinweg

Gestrandete Bahnreisende, umgestürzte Bäume, beschädigte Häuser: Heftige Unwetter hatten in Nordrhein-Westfalen am Sonntag den Bahnverkehr lahmgelegt und große Schäden verursacht. Ein Autofahrer starb bei Bestwig im Hochsauerlandkreis, als ein entwurzelter Baum während der Fahrt auf sein Auto fiel.

In weiten Teilen des Landes kämpften Einsatzkräfte bei mehreren tausend Einsätzen mit umgestürzten Bäumen und abgedeckten Hausdächern. In Bochum wurde eine Feuerwehrfrau von einem Baum getroffen und verletzt, in Köln mussten Einsatzkräfte eine eingeklemmte Person unter einem umgestürzten Baum befreien.

In Richtung Berlin ging nichts mehr

Die Einstellung des Fernverkehrs in Nordrhein-Westfalen wirkte sich auch auf Berlin aus. „Es ist die ICE-Linie von Köln beziehungsweise Düsseldorf nach Berlin und in die Gegenrichtung betroffen“, sagte ein Bahn-Sprecher auf Anfrage. Das beträfe zwei Verbindungen pro Stunde, zum Teil sogar mehr, so der Sprecher am Sonntagabend. Wer von Berlin in Richtung Westen wollte, kam nur bis Hannover, maximal bis Bielefeld. In Richtung Berlin ging nichts. Wann die Verbindung wieder regulär aufgenommen werden konnte, war zu dem Zeitpunkt noch unklar.

Die Bahn rechnet wegen der Schäden durch „Eberhard“ auch am Montag noch mit großen Problemen im Berufsverkehr. Es sei vor allem in Nordrhein-Westfalen mit „erheblichen Beeinträchtigungen“ sowohl im Fern- als auch im Regionalverkehr zu rechnen, sagte ein Bahnsprecher am Sonntagabend.

An den großen Bahnhöfen versuchten zahlreiche Reisende, irgendwie an ihr Ziel zu kommen. Mietwagen waren ausgebucht, Taxis kaum zu kriegen. Die Bahn hatte den Zugverkehr komplett gestoppt, nachdem mehrere Strecken von Bäumen blockiert waren und ein sturmbedingter Stromausfall das wichtige Stellwerke in Essen lahmgelegt hatte. Die Bahn organisierte am Abend Übernachtungsmöglichkeiten für gestrandete Reisende.

Warnung vor orkanartigen Böen in Brandenburg

Vor Unwetter mit orkanartigen Böen in Gebieten im südlichen Brandenburg hat der Deutsche Wetterdienst für die Nacht zum Montag gewarnt. Es könnten Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden, hieß es in einer Mitteilung. Zudem müsse mit herabstürzenden Ästen oder Dachziegeln gerechnet werden. Es werde empfohlen, sich nicht im Freien aufzuhalten.

In einer früheren Version des Textes hatten wir geschrieben, die Unwetterwarnung betreffe auch Berlin. Dies ist nicht richtig. Wir haben den Text entsprechend geändert und bedauern den Fehler.