Vermisste 15-Jährige

Fall Rebecca: Mordkommission stimmt weiteres Vorgehen ab

Im Fall Rebecca stimmen sich Polizei und Mordkommission über das weitere Vorgehen ab. Alle Suchen blieben bisher erfolglos.

Die Suche nach Rebecca Reusch blieb bisher erfolglos.

Die Suche nach Rebecca Reusch blieb bisher erfolglos.

Foto: Polizei Berlin/dpa

+++ Rebecca Reusch: Mordkommission stimmt weiteres Vorgehen ab +++

Die Berliner Polizei hat ihre Suche nach der vermissten Schülerin Rebecca am Wochenende nicht fortgesetzt. Für den Montag sei ein Treffen mit der Mordkommission zum weiteren Vorgehen geplant, sagte ein Polizeisprecher am Sonnabend. Die 15-Jährige wird mit dem heutigen Montag seit fünf Wochen vermisst. Seit dem Morgen des 18. Februar gibt es keine Spur von ihr. Polizei und Staatsanwaltschaft nehmen an, dass Rebecca getötet wurde.

+++ Rebecca Reusch vermisst: Der Fall in Kürze +++

• Rebecca Reusch (15) aus dem Neuköllner Ortsteil Britz verschwindet am 18. Februar morgens aus dem Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers. In der Schule kommt sie nie an. Auch eine Decke ist weg.

• Der dringend tatverdächtige Schwager Rebeccas war zur mutmaßlichen Tatzeit allein mit ihr im Haus. Das ergeben Telefondaten Rebeccas und Router-Daten im Haus, das kriminaltechnisch untersucht wird.

• Die Mordkommission geht davon aus, dass Rebecca getötet wurde. Nach Ansicht der Ermittler hat sie das Haus ihres Schwagers nicht lebend verlassen.

• Im Kofferraum des Autos, das von der Schwester und dem Schwager benutzt wird, findet die Polizei Haare der Schülerin und Fasern einer verschwundenen Decke.

• Rebeccas Schwager Florian R. (27) wird festgenommen, aber zunächst wieder wegen mangelnder Beweise frei gelassen. Nach neuen belastenden Hinweisen wird er erneut festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. Am 22. März wird der Haftbefehl gegen ihn aufgehoben.

• Der himbeerrote Twingo des Schwagers und Rebeccas Schwester wird am 18. Februar und am 19. Februar auf der Autobahn 12 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) von einem Kennzeichenerfassungssystem registriert. Nur der Schwager hatte in dieser Zeit Zugriff auf das Auto.

• Die Mordkommission veröffentlicht Fotos des Autos und des Schwagers, obwohl Florian R. bereits in Untersuchungshaft sitzt.

• Rebeccas Schwager Florian R. schweigt zu den Vorwürfen. Die Eltern und Schwestern von Rebecca halten ihn weiter für unschuldig.

Fragen und Antworten: Was man über den Fall wissen muss

Lesen Sie auch: So arbeiten die Leichenspürhunde der Polizei

+++ Vermisste Rebecca: Suchaktion mit Hunden vorerst eingestellt +++

Im Fall der vermissten Rebecca Reusch aus Berlin-Neukölln beendete die Polizei ihren Einsatz am Freitag vorerst. Ob der Einsatz mit Spürhunden im Bereich des Scharmützelsees in Brandenburg neue Ansatzpunkte brachte, konnte eine Polizeisprecherin zunächst nicht sagen. Für das Wochenende habe die Mordkommission keine weitere Aktionen geplant. Am Montagmorgen werde über das weitere Vorgehen entschieden. Freunde der 15-Jährigen hatten zu einer privat organisierten Suchaktion am Sonntag in Hennigsdorf aufgerufen.

+++ Nahe des Scharmützelsees: Polizei sucht weiter nach Rebecca +++

Auch nach der Freilassung des als dringend tatverdächtig geltenden Schwagers von Rebecca suchte die Polizei auch am Freitag nach dem seit mehr als einem Monat vermissten Mädchen. Wie die Polizei bestätigte, waren Ermittler der Mordkommission sowie Polizei-Hundeführer aus Mecklenburg-Vorpommern in einem Waldstück nahe des Scharmützelsees unterwegs.

+++ Rebeccas Schwager kommt aus Untersuchungshaft frei +++

Der im Fall Rebecca bisher als dringend tatverdächtig geltende Schwager ist am Freitag aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Ein Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Tiergarten hob am Vormittag den Haftbefehl gegen den Beschuldigten wegen Totschlags auf, da er aufgrund des gegenwärtigen Ermittlungsstands Zweifel am dringenden Tatverdacht habe. Florian R. sollte noch am Freitag die JVA Moabit verlassen.

+++ Rebeccas Familie freut sich über Freilassung von Florian R. +++

Die Familie von Rebecca reagierte auf die Freilassung von Florian R. erleichtert. Ihr Vater sagte der Berliner Morgenpost: „Ich hoffe, dass ich meinen Schwiegersohn bald sprechen kann. Bis jetzt hat er sich nicht bei uns gemeldet. Ich bin davon überzeugt, dass er unschuldig ist.“ Des weiteren erklärte er: „Wahrscheinlich wird ihn seine Mutter irgendwo in Berlin zu sich holen. Aus Angst vor der Öffentlichkeit wird er sich vorerst wahrscheinlich nicht zu Hause einquartieren.“ Dem Sender RTL sagte Rebeccas Mutter: „Wir sind noch sehr überrascht.“ Rebeccas Familie betont seit dem Verschwinden des Mädchens immer wieder, dass sie den 27 Jahre alten Koch für unschuldig hält.

+++ Florian R. bleibt Hauptverdächtiger im Fall Rebecca +++

Die Staatsanwaltschaft wollte zum jetzigen Zeitpunkt keine Beschwerde gegen diese Entscheidung des Ermittlungsrichters einlegen, teilte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Martin Steltner, mit. Die Entscheidung sei im Hinblick auf die gegenwärtig bestehende Beweislage vertretbar. Auch nach der Freilassung des Schwagers, so die Generalstaatsanwaltschaft, dauern die Ermittlungen „mit unverändertem Aufwand und mit unveränderter Intensität an“. Florian R. bleibe der Hauptverdächtige im Fall Rebecca, so Steltner.

+++ Deshalb wurde Florian R. aus der U-Haft entlassen +++

Der Entlassung von Florian R. war eine sogenannte Haftbeschwerde seiner Rechtsanwältin gegen die Untersuchungshaft vorausgegangen. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft erklärte, es gehe dabei auch immer um die Verhältnismäßigkeit zwischen der Schwere der Tat, der Dauer der Untersuchungshaft und der Beweislage. In diesem Fall habe sich die Beweislage in den vergangenen Wochen nicht geändert. Das heißt, es kamen trotz der intensiven Ermittlungen der Polizei keine neuen Indizien oder Beweise gegen Rebeccas Schwager dazu. Weil das Einsperren eines Menschen aber einen starken Eingriff in sein Grundrecht bedeute, sei das in diesem Fall angesichts der stagnierenden Ermittlungen „irgendwann nicht mehr vertretbar“.

+++ Polizei sucht nach einer Spur+++

Die Polizei beendete am Donnerstagabend ihre Suche nach der vermissten Rebecca an der Autobahn A12 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) wieder erfolglos. Die Mordkommission wollte am Freitag entscheiden, wo die Suche weitergeht. “Etwas Genaues können wir dazu noch nicht sagen“, erklärte ein Sprecher der Polizei am Morgen.

Auch an den Landstraßen südlich der Autobahn waren am Donnerstag Polizisten mit Spürhunden unterwegs. An der Ausfahrt Fürstenwalde West und an der Landstraße Richtung Bad Saarow standen am Mittag mehrere Polizeiautos aus Berlin. Polizisten mit Hunden suchten auch bei Diensdorf-Radlow am Scharmützelsee und bei dem Ort Lindenberg noch etwas weiter östlich.


+++ Rebeccas Mutter hofft weiter auf Happy End +++

Auch mehr als vier Wochen nach dem Verschwinden von Rebecca Reusch aus Berlin-Neukölln will die Familie der vermissten 15-Jährigen die Hoffnung nicht aufgeben. In einem Interview mit dem Fernsehsender RTL sagte Rebeccas Mutter: „Man hat Tage, da denkt man, es wird alles wieder gut. Und dann gibt es Tage, wo man sagt, es geht nichts mehr“. Weiter sagte Brigitte Reusch: „An anderen Tagen bin ich voller Elan und denke, ja, wir finden sie." Sie wolle nicht daran denken, dass Rebecca einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein könnte. „Ich versuche, es nicht an mich rankommen zu lassen, damit ich normal, ruhig und sachlich darüber reden kann, sagte Brigitte Reusch weiter. „Aber wenn ich allein zu Hause bin und darüber nachdenke, dann kommen mir schon die Tränen.“

+++ Taucher suchen im Wolziger See - Echolot im Einsatz +++

Der tatverdächtige Schwager Florian R. soll sich längere Zeit am Wolziger See im Landkreis Dahme-Spreewald aufgehalten haben. Das ist der eindeutigste Hinweis, den die Ermittler bisher haben. Auch am Mittwoch suchte die Polizei auf dem See nach Hinweisen nach der verschwundenen 15-Jährigen aus Neukölln. Dieses Mal waren die Beamten mit zwei Booten unterwegs. Auf einem war ein Echolot montiert. Auf dem anderen Boot befand sich ein Taucher. Wenn die Beamten auf dem Boot mit dem Echolot etwas Verdächtiges im Wasser entdeckten, ließen sie eine Boje ins Wasser. An diesen Stellen suchte der Taucher dann den Grund Zentimeter für Zentimeter ab. In den Tagen zuvor war die Polizei bereits mit speziell ausgebildeten Hunden auf dem See unterwegs gewesen.

+++ Mordkommission läuft die Zeit weg +++

Unterdessen rennt der Mordkommission die Zeit davon. Die Ermittler halten den Schwager zwar immer noch für dringend tatverdächtig, doch neue Beweise gibt es nicht. Das ist ein Pro­blem. Ohne Beweise und ohne Hinweise auf den Verbleib von Rebecca hat die Polizei nur Indizien. Indizien wie diese, dass der Schwager sich an dem See aufgehalten haben soll.

Der Druck für die Polizei ist mittlerweile so groß, dass inzwischen zwei Mordkommissionen, die dritte und fünfte, an diesem Fall arbeiten, das sind 15 bis 20 Beamte. Der Druck für die Polizei ist allerdings auch deshalb groß, sagen Beobachter, weil sich die Behörde mit dem Schwager von Rebecca, Florian R., sehr früh auf einen Tatverdächtigen festgelegt hat. „Wir haben den richtigen Mann“, heißt es immer noch von Personen, die mit dem Fall vertraut sind. Die Polizei bleibt auch bei ihrer Theorie, dass Rebecca das Haus des Schwagers nicht verlassen hat. Was die Ermittler so sicher macht, ist neben vielen anderen Fragen unklar. Nachfragen bleiben mit Verweis auf mögliches Täterwissen unbeantwortet.

+++ Polizei sucht wieder mit Leichenspürhunden +++

Die Polizei hat am Dienstag ihre Suchaktion am Wolziger See und an der A12 fortgesetzt. Das bestätigte eine Sprecherin der Polizei der Berliner Morgenpost. Erneut suchen Polizisten aus Nordrhein-Westfalen mit einem Boot auf dem Wolziger See nach der Schülerin. Dabei setzen sie auch Leichenspürhunde ein. Der Einsatz laufe ähnlich wie am Montag ab, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Gleichzeitig sind Berliner Hundeführer mit sogenannten Mantrailern, speziell ausgebildeten Suchhunden, auf der Autobahn 12 Berlin-Frankfurt (Oder) unterwegs.

Die Polizei konzentriert sich dort nach einem Bericht der „Berliner Zeitung“ auf die Autobahnabfahrt Fürstenwalde-West in Richtung Bad Saarow. Die Suche sollte an beiden Orten bis zum Nachmittag dauern. Mittlerweile liegen der Polizei mehr als 1700 Hinweise vor.

+++ Rebeccas Schwester: „Du kommst zurück und bist bald wieder bei uns!“

Rebeccas Schwester veröffentlichte am Dienstag eine neue Nachricht beim Onlinedienst Instagram. Darin schreibt sie an ihre mittlerweile mehr als 55.000 Abonnenten: „Heute ist wieder ein Tag, an dem ich einfach nur schreien könnte. Du fehlst mir so! Jeder Gedanke an dir schmerzt so unfassbar… Seien es unsere alltäglichen Dialoge oder das ’beieinander übernachten’, wenn ein Feiertag ansteht… Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es dir gerade geht, kleine Maus… Aber du kommst zurück und bist bald wieder bei uns! Da bin ich mir sicher.“

+++ Mordkommission setzt Wasserortungshunde ein +++

Fahnder der Mordkommission und Hundeführer mit zwei Hunden hatten am Montag auf dem Wolziger See und dem Storkower Kanal nahe Berlin nach der vermissten Jugendlichen aus Berlin-Neukölln gesucht - ohne Erfolg.

Bei der Polizei und bei Hilfsorganisationen gibt es Personenspürhunde unterschiedlicher Art. Sogenannte Mantrailer suchen nur nach lebenden Menschen. Leichenspürhunde können Tote riechen. Es gibt darüber hinaus noch spezielle Wasserortungshunde. So bildete etwa die Rettungshundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Kreisverband Märkisch-Oderland-Ost, vor zwei Jahren einen Hund entsprechend aus. Diese Hunde können vom Boot aus Ertrunkene wittern. Aufsteigende Verwesungsgase sind dabei ein Hilfsmittel für den Hund.

+++ Bootseinsatz auf Wolziger See beendet +++

Auch ein Bootseinsatz auf dem See brachte die Berliner Polizei am Montag bei der Suche nach der vermissten 15-jährigen Rebecca nicht weitergebracht. Auf Fotos vom Montag war ein kleines Boot mit Polizisten auf einem Kanal zum See und auf dem See selbst zu sehen. Die Unterstützung kam offenbar aus Nordrhein-Westfalen, wie Aufschriften auf dem Boot zeigten. Nahe dem Wolziger See hatte die Polizei bereits in einem Wald nach Rebeccas Leiche gesucht. In der Nähe verläuft die Autobahn A 12 Berlin-Frankfurt (Oder). Rebecca verschwand vor vier Wochen am 18. Februar. Die ermittelnde Mordkommission geht von einem Tötungsdelikt aus, der tatverdächtige Schwager der Jugendlichen sitzt in Untersuchungshaft. Dort war das Auto des verdächtigen Schwagers von Rebecca am Morgen von deren Verschwinden sowie am Folgeabend erfasst worden war.

+++ Bleibt der Schwager in Untersuchungshaft? +++

Ob Florian R. weiterhin in U-Haft bleibt, entscheidet ein Ermittlungsrichter - wenn seine Anwältin einen Haftprüfungsantrag stellt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft geschah das bisher nicht. Ein Prozess gegen den Schwager wäre theoretisch möglich, ohne Leiche aber schwierig. Die Polizei geht von einem Mord aus, zu dem bisher die Leiche fehlt. Daher ist auch nichts über eine Todesursache bekannt, und es fehlen Spuren eines Täters, die sonst häufig an Leichen zu finden sind.

+++ Schwester widerspricht der Mutter +++

Eine von Rebeccas älteren Schwestern hat Spekulationen widersprochen, wonach das Verschwinden mit einem Treffen mit einem Internetfreund zu tun haben könnte. „Das war ganz harmlos“, sagte die 23-Jährige laut Bild am Sonntag. Rebecca habe ihr von dem Jungen erzählt - der sei minderjährig, komme nicht aus Berlin und wäre niemals „an einem Montagmorgen allein hierher gekommen“, so die Schwester. Die Familie sei „nervlich am Ende“.

+++ Spur führt nach Fürstenwalde +++

Die Polizei brach die Suche nach der vermissten Rebecca am späten Sonnabendnachmittag ab. Zunächst startete der Einsatz auf der Autobahn 12 und wurde anschließend auf der Landstraße an der Abfahrt Fürstenwalde-West weitergeführt. Die Suche endete am Nachmittag auf Höhe des Scharmützelsees - ohne Ergebnis. Wie eine Polizeisprecherin gegenüber der Berliner Morgenpost mitteilte, soll Anfang kommender Woche weiter nach dem Mädchen gesucht werden. Für Sonntag war demnach zunächst nichts geplant. Die Hunde bräuchten Erholung, hieß es.

+++ Suche nach Rebecca wird fortgesetzt +++

Die Polizei suchte am Sonnabend wieder nach Rebecca. An dem Einsatz auf der Autobahn 12 zwischen Friedersdorf und Frankfurt (Oder) waren auch Personensuchhunde beteiligt. Am Nachmittag verließ die Polizei die Autobahn an der Abfahrt Fürstenwalde-West. Die Ermittler gehen nun möglicherweise Hinweisen und Spuren auf der Landstraße nach. „Irgendwas werden die Hunde gewittert haben“, sagte eine Polizeisprecherin. Es sei aber noch völlig unklar, worum es sich dabei handelt.

Die Brandenburger Autobahnpolizei sperrte für die Berliner Kollegen auf der Autobahn in Richtung Frankfurt (Oder) nach und nach kurzfristig die Abfahrten, erläuterte der Sprecher des Brandenburger Polizeipräsidiums, Mario Heinemann. Dadurch sei es etwa an der Ausfahrt Storkow zu einem Stau von drei Kilometern Länge gekommen.

+++ Personensuchhunde können Spur trotz Witterungseinflüssen finden +++

Die Berliner Polizei sprach von einem Einsatz mit circa zehn Kräften einer Einsatzhundertschaft, Ermittlern der Mordkommission, Kollegen der Brandenburger Polizei sowie drei Hunden. „Die Hunde sind sehr gut und merken trotz Witterungseinflüssen auch noch nach Wochen, ob jemand an einer Stelle vorbeigegangen oder -gefahren ist“, erläuterte die Polizeisprecherin.

Die sogenannten Mantrailer werden normalerweise etwa mit einem Kleidungsstück des oder der Gesuchten mit dem individuellen Geruch vertraut gemacht. Bei Einsätzen nehmen sie den Geruch dann auch aus der Luft auf, nicht nur über Fährten am Boden. Ob die Polizei nun mit dem Geruch Rebeccas oder des Schwagers sucht, sagt die Behörde nicht.

+++ Rebeccas Schicksal könnte erst nach Jahren geklärt werden +++

Eine Leiche könne auch nach langer Zeit noch gefunden werden. „Es kommt ja immer wieder vor, dass getötete Menschen gut versteckt wurden, dass jemand sie vergraben hat“, sagte Petermann. „Sehen Sie sich den Fall Peggy an, die nach 15 Jahren im Jahr 2016 zufällig in einem Wald gefunden wurde.“ So könne es auch noch in Jahren sein, dass Rebeccas Schicksal geklärt wird. „Wie weit dann noch Spuren verwertbar sind, hängt vom Zeitpunkt des Auffindens ab. Aber auch, wie der Vermisste bekleidet war und in welcher Umgebung die Leiche lag und in welchem Zustand sie ist“, betonte Petermann. Rechtsmediziner, Kriminaltechniker und DNA-Experten könnten manchmal noch erstaunlich gute Ergebnisse erzielen.

+++ Es soll einen zweiten himbeerroten Twingo geben +++

Die Berliner Polizei hat vorerst keine neue Suche nach Rebecca geplant. Das sagte ein Polizeisprecher der Berliner Morgenpost am Freitag auf Nachfrage. Am Dienstag, Mittwoch und am Donnerstag hatte die Berliner Polizei in einem Wald am Wolziger See (Landkreis Oder-Spree) nach der 15-Jährigen gesucht. Zeugen wollten dort das Fahrzeug des Schwagers von Rebecca gesehen haben. Dieser Verdacht bestätigte sich aber nicht. Die Bild-Zeitung berichtete unterdessen, dass es in dem Landkreis ein Auto gleichen Typs und in der gleichen Farbe gebe. Bei dem Fahrzeug des Schwagers handelt es sich um einen himbeerroten Renault Twingo.

+++ Immer neue Widersprüche im Fall Rebecca +++

Und wenn doch alles ganz anders war? Diese Frage treibt die Familie von Rebecca Reusch um. Florian R. sitzt seit knapp zwei Wochen in Untersuchungshaft. Die Ermittler halten ihn immer noch für dringend tatverdächtig. „Er ist unschuldig“, sagte hingegen Rebeccas Vater, Bernd Reusch, der Berliner Morgenpost und kritisierte die Berliner Polizei für ihre einseitigen Ermittlungen. Mit dem Fall vertraute Beamte reagieren empört. Laut Rebeccas Vater habe seine Tochter kurz vor ihrem Verschwinden jemanden im Internet kennengelernt, mit dem sie sich treffen wollte. Diese Spur sei aber von der Polizei nicht weiterverfolgt worden. Das Instagram-Profil des Unbekannten, der Max oder Maximilian heißen soll, sei seit dem 20. Februar gelöscht. Die Polizei wollte sich aus ermittlungstaktischen Gründen dazu nicht öffentlich äußern. Die Ermittler gehen weiter davon aus, dass Rebecca Reusch das Haus ihres Schwagers am Tag ihres Verschwindens nicht verlassen hat.

+++ Eltern von Rebecca überraschen Polizei mit neuen Details +++

Die Mutter der vermissten Rebecca Reusch aus Neukölln hat die Ermittler mit neuen Details überrascht. Demnach soll das Mädchen einen Freund gehabt haben. Das habe ihr ihre Tochter im Januar erzählt, sagte Brigitte Reusch (52) der Zeitschrift „Bunte“. Sie selbst habe den Freund aber nicht gekannt.

Rebeccas Vater Bernd bekräftigte dieses Detail gegenüber der Berliner Morgenpost. „Rebecca hatte vor ihrem spurlosen Verschwinden via Internet offenbar einen Mann kennengelernt,“ sagte der Vater am Donnerstag. Um wen es sich handele, wo er wohne und was er mache, wisse er nicht. Diese Internet-Bekanntschaft sei auch ein Grund, warum er nach wie vor, an die Unschuld des derzeit in Untersuchungshaft sitzenden Schwiegersohns glaubt.

Mit dem Fall betraute Personen reagierten auf Nachfrage der Berliner Morgenpost überrascht auf die neuen Details. Bislang sei davon keine Rede gewesen. Dass die Mutter neue Details in Exklusivinterviews bekannt gebe, sei „kurios“, hieß es.

Auf ihrem Instagram-Profil hatte Rebecca am 8. Januar ein Selfie gepostet und „Dear cupid, next time hit us both“ („Lieber Amor, bitte triff uns nächstes Mal beide“, Anm. d. Red.) unter das Foto geschrieben.

Die Polizei reagierte verärgert darüber, dass Rebeccas Familie immer wieder neue Details in dem Fall preisgibt – jedoch nicht den Ermittlern, sondern öffentlich in den Medien.

+++ Suche nach Rebecca: Spezialhund im Einsatz +++

Die Polizei setzte ihre Suche nach Rebecca am Donnerstag fort. Allerdings sollen nur noch zwei Beamte mit einem Spezialhund einen bestimmten Bereich kontrollieren, wie ein Polizeisprecher sagte. Wo genau sich dieses Gebiet befand, wollte er aus „ermittlungstaktischen Gründen“ nicht mitteilen.

Ob die Anwältin des verdächtigen 27-Jährigen Haftbeschwerde eingelegt hat, blieb bislang unklar. Bei der Staatsanwaltschaft war eine solche Beschwerde bisher nicht bekannt. Damit könnte die Entlassung aus der U-Haft erreicht werden. Gerichtlich muss dann überprüft werden, ob ein Amtsrichter zu Recht die U-Haft angeordnet hatte.

+++ Polizei stellt Suche nach Rebecca vorerst ein +++

Die Suche nach Rebecca Reusch in einem Waldstück in Brandenburg wurde am Mittwochnachmittag vorerst eingestellt. Wie es in den nächsten Tagen weitergehe, sei noch nicht entschieden, sagte eine Polizeisprecherin. Ob die Aktion bei dem Ort Rieplos 50 Kilometer südöstlich von Berlin Ergebnisse gebracht hat, wollte sie nicht sagen.

+++ Polizei gleicht Reifenspuren mit Twingo des Schwagers ab +++

Die Polizei glich am Dienstag Reifenspuren im Wald am Wolziger See (Landkreis Oder-Spree) mit dem Profil der Autoreifen des Schwagers ab. Ob es einen Treffer gab, ist bisher unklar. Mögliche neue Erkenntnisse wollte die Polizei am Mittwoch nicht kommentieren. Dass die Spurensicherung allerdings mit weißen Schutzanzügen am Tatort mögliche Spuren begutachtete, sei ein Indiz dafür, dass es konkrete Hinweise gebe, hieß es aus Polizeikreisen. Die Spurensicherung rücke nicht bei unbegründeten Verdachtsmomenten aus, hieß es. Insgesamt seien inzwischen rund 1400 Hinweise zu Rebecca Reusch eingegangen.

+++ Rebecca Reusch vermisst: Suche wird fortgesetzt+++

Am Mittwoch hat die Polizei bei Rieplos am Wolziger See die Suche nach Rebecca fortgesetzt. Die Mordkommission wird dabei auch wieder mit Spezialtechnik des Technischen Hilfswerks (THW) unterstützt. Das bestätigte eine THW-Sprecherin der Berliner Morgenpost. Weitere Einzelheiten nannte die Sprecherin mit dem Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht.

+++ Suche am Wolziger See vorerst abgebrochen +++

Die Polizei beendete am Dienstagabend die Suche in dem Wald nahe der Autobahn zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) . Ermittler fanden Reifenspuren und nahmen davon Gipsabdrücke.

+++ THW unterstützt Mordkommission +++

Die Polizei durchsuchte am Dienstag einen Wald am Wolziger See erneut nach Spuren. Den Einsatz der Mordkommission unterstützten ein Ortungs- und ein Bergungstrupp des Technischen Hilfswerks (THW) aus Steglitz-Zehlendorf, die mit spezieller Technik ausgerüstet sind. Diese Fachgruppe Ortung erkundet Schadensgebiete und ortet verschüttete, eingeschlossene, vermisste und abgängige Personen mittels technischer Ortungsgeräte, heißt es auf der Internetseite des THW. Nach Angaben einer Polizeisprecherin waren insgesamt 25 Personen mit der Suche beschäftigt., darunter auch vier Hundeführer.

+++ Spezielle Leichenspürhunde im Einsatz +++

Bereits von Donnerstag bis Sonnabend hatten Polizei-Hundertschaften sowie Experten mit speziellen Leichensuchhunden einen Wald in der Gegend durchkämmt. Der Wolziger See liegt in der Nähe des durchsuchten Waldstücks bei Kummersdorf. Gefunden wurde allerdings nichts. Hinweise aus der Bevölkerung sollen die Ermittler in die Gegend nahe der Autobahn geführt haben.

+++ Eltern von Rebecca werden am Telefon beschimpft +++

Die Eltern von Rebecca stehen seit dem Verschwinden ihrer Tochter unter hohen psychischem Druck. Nun kommt noch eine Art Psychoterror hinzu - per Telefon. „Wir kriegen komische Anrufe, dass wir die Mörder sind“, sagten sie dem Sender RTL. „Wir verheimlichen nichts. Natürlich machen wir uns Sorgen um unsere Tochter.“

+++ Fall Rebecca: Schwager könnte bald freikommen +++

Der Schwager des Mädchens sitzt noch immer in Untersuchungshaft. Bei einem Haftprüfungstermin muss entschieden werden, ob das so bleibt. Nach Informationen der Berliner Morgenpost ist das fraglich. Die Indizien gegen Florian R. werden als dünn bewertet. Innerhalb der Polizei gibt es nun die Befürchtung, dass die Ermittlungen komplett neu aufgerollt werden müssen und wieder bei Null anfangen. „Das wäre ein Desaster“, sagte ein Beamter der Berliner Morgenpost.

+++ Florian R. soll in Drogenhandel verwickelt sein +++

Lange war spekuliert worden, warum Florian R. am Tag des Verschwindens von Rebecca zwei Fahrten nach Brandenburg unternommen hatte. Bericht der Zeitung „Bild“ zufolge soll er geäußert haben, er sei mit dem Renault Twingo, den er gemeinsam mit Rebeccas Schwester nutzt, nach Polen gefahren, um dort einen Drogenhandel abzuwickeln. Rebeccas Vater Bernd Reusch soll Florian R. zur Rede gestellt haben. „Ich hatte ihm gesagt, er möge doch überlegen. Es ist doch viel schlimmer, als Mordverdächtiger im Gefängnis zu sitzen. Auch seine Anwältin soll ihm geraten haben, nichts zu sagen. Wir stehen weiter hinter ihm“, sagte Rebeccas Vater laut „Bild“. Aus Angst vor Strafverfolgung habe Florian R. bei der Polizei zu den Drogengeschäften geschwiegen. Die Polizei wertet diese Aussage als Schutzbehauptung. Nach Informationen der Berliner Morgenpost sind die Ermittler zunehmend verstimmt, dass Rebeccas Familie immer wieder öffentlich auftritt und Einzelheiten aus den Ermittlungen preisgibt.

+++ Rebeccas Vater fordert Schwager auf zu reden +++

In einem Interview mit „RTL“ hatte Rebeccas Vater vor einigen Tagen bereits angedeutet, die Autobahnfahrt von Florian R. kurz nach dem Verschwinden von Rebecca habe einen bestimmten Hintergrund, der nichts mit dem Verschwinden von des Mädchens zu tun habe. Wörtlich sagte er damals: „Die ganze Nummer hängt mit einer anderen Sache zusammen, die ich aber nicht sagen darf, und ich hoffe, dass sich das jetzt aufklärt.“ Er appellierte in dem Interview an den Schwager: „Florian, rede einfach! Klär das, damit die ganze Suche in die andere Richtung geht und zwar in die Richtige. Wir müssen Becky finden.“

+++ Polizei beendet Suche nach Rebecca im Wald +++

Die Berliner Polizei hat ihre Suche nach der verschwundenen 15-jährigen Rebecca in einem Waldstück bei Kummersdorf in Brandenburg am Sonntag für beendet erklärt. „Das Gebiet, das sich die Einsatzkräfte vorgenommen hatten, ist vollständig abgesucht worden, leider erfolglos“, sagte eine Polizeisprecherin der Berliner Morgenpost. Es sei nicht geplant, die Suche dort fortzusetzen. Drei Tage lang hatten 100 Polizisten den weitläufigen Kiefernwald rund 50 Kilometer südöstlich von Berlin mithilfe von Spürhunden durchkämmt, ohne etwas zu finden. Ein Zeuge hatte gesagt, er haben den Twingo des tatverdächtigen Schwagers von Rebecca in dem Wald gesehen, sagte die Sprecherin. Das Auto wurde der Familie inzwischen zurückgegeben.

+++ Mehr als 1200 Hinweise zu Rebecca eingegangen +++

Die Ermittlungen der Polizei laufen weiter unter Hochdruck. Die Mordkommission muss mehr als 1200 Hinweise abarbeiten - bisher führte keiner von ihnen zu Rebecca. Darunter sind auch viele Zeugenangaben, die nicht brauchbar sind. Die große Anzahl der Hinweise macht die Nachforschungen zeitaufwendig: Jeder Hinweis muss gesichtet, geprüft und ausgewertet werden.

+++ Spürhunde im Einsatz +++

Die Polizei war seit dem 7. März mit speziellen Spürhunden in dem Waldgebiet zwischen den Orten Kummersdorf und Wolzig unterwegs. Unterstützung bekamen die Beamten auch aus anderen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen. Stürmische Böen hatten am Wochenende das erneute Aufsteigen eines Helikopters verhindert.

Das Gebiet ist sehr groß und wurde Stück für Stück abgesucht. Die Polizei verlagerte ihren Schwerpunkt weiter nach Westen in Richtung des Wolziger Sees. Die Polizei setzte zudem private Suchhunde ein. Mehrere Autos entsprechender Vereine und Firmen mit Nummernschildern aus Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein wurden von der Polizei mit Blaulicht zu dem Wald eskortiert.

+++ Schwager droht Prozess auch ohne Leichenfund +++

Ein Prozess könnte dem tatverdächtigen Schwager Rebeccas auch dann drohen, wenn keine Leiche gefunden wird. „Für eine Anklage braucht es nicht zwingend eine Leiche“, sagte der Strafrechtler Hans Lilie aus Halle (Saale) zur Rechtslage. Für die Ermittler steige ohne Leichenfund allerdings der Druck, belastbare Beweise zu finden. „Es gibt einige Fälle, in denen Personen verurteilt worden sind und in denen das Opfer nie gefunden wurde“, sagte Lilie. „In diesen Fällen hat die Indizienkette aber ausgereicht, dass bei dem Richter die Gewissheit bestanden hat, dass ein bestimmtes Tatgeschehen zum Tod des Opfers geführt hat.“ Wenn keine Leiche gefunden werde, müsse das Gericht am Ende die Beweise bewerten und seine Schlussfolgerungen ziehen.

+++ ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ präsentiert den Fall Rebecca +++

Der Leiter der 3. Mordkommission Berlin hatte am 6. März in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ neue Erkenntnisse und Gegenstände präsentiert. „Anhand des Telefonverhaltens von Rebecca und der Auswertung der Routerdaten aus dem Haus des Schwagers kommen wir zu dem Schluss, dass Rebecca das Haus nicht verlassen haben dürfte“, so Michael Hoffmann.

Dazu zeigte er verschwundene Gegenstände aus Rebeccas Besitz: einen lilafarbenen Rucksack, eine rosafarbene Felljacke, einen weißen Kapuzenpulli, eine rosafarbene Sofortbildkamera, eine Umhängetasche, schwarz-weiße Sneakers sowie eine Geldbörse. Nach der Sendung gingen bei der Mordkommission Hunderte neue Hinweise ein.

In der ZDF-Mediathek können Sie die „Aktenzeichen XY“-Folge anschauen.

+++ Auto des Schwagers von automatischer Kennzeichenerfassung registriert +++

Zuvor war bekannt geworden, dass das Auto des unter Verdacht stehenden Schwagers kurz nach dem Verschwinden Rebeccas zweimal in Brandenburg unterwegs war. Den Ermittlern liegen Fotos des automatischen Kennzeichenerfassungssystems „KESY“ vor. Demnach war das Fahrzeug auf der A 12 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) am 18. Februar um 10.47 Uhr und am 19. Februar um 22.39 Uhr unterwegs. In dieser Zeit hatte nur der Schwager Zugriff auf das Auto.

+++ Polizei veröffentlicht Fotos von Rebeccas Schwager und seines Autos +++

Die Mordkommission hält die „KESY“-Spur für so relevant, dass sie am Tag der Sendung „Aktenzeichen XY“nicht nur Fotos des dunkelroten Renault Twingo veröffentlichte, sondern auch drei Fotos des verdächtigen Schwagers ins Internet stellte, obwohl der 27-Jährige bereits in Untersuchungshaft sitzt.

+++ Brandenburger Polizei verärgert über Fahndungsaufruf +++

Der Fahndungsaufruf der Berliner Polizei und der Staatsanwaltschaft sorgte für Unmut bei der Brandenburger Polizei. Ein Sprecher gab an, dass man mit dem Vorgang alles andere als zufrieden sei. Damit, dass das System jetzt öffentlich sei, wüssten alle Straftäter, wie sie sich zu verhalten haben und könnten die Ortungssysteme der Polizei umfahren.

+++ Verteidiger kritisiert Vorverurteilung des Schwagers +++

Der Strafverteidiger des Schwagers, Stefan Conen, kritisierte im Sender RBB-Inforadio, dass der Beschuldigte schon als Täter dargestellt werde, obwohl in jedem Ermittlungsverfahren die Unschuldsvermutung gelte. „Und nicht nur im Ermittlungsverfahren, sondern bis zum Abschluss eines Verfahrens.“ Dass immer wieder belastende Informationen aus den Ermittlungen der Kriminalpolizei bekannt würden, sei „irreparabel, das gefährdet ein faires Strafverfahren“. Conen betonte: „Wenn es nicht zu einem solchen kommt, wird dieser Beschuldigte, der als unschuldig zu gelten hat, sein Leben lang von den Behörden mit dem Kainsmal eines Verdachts bedacht - und wird dieses auch nicht mehr abstreifen können.“

+++ Fall Rebecca Reusch: Polizei bittet Bevölkerung um Mithilfe +++

Die Ermittler der Mordkommission erhoffen sich durch die Veröffentlichung der Fotos neue Hinweise aus der Bevölkerung.

Die Fahnder wollen herausfinden, wo die Leiche sein könnte, um so auch endlich handfeste Beweise statt nur Indizien gegen den möglichen Täter in die Hand zu bekommen. Die Mordkommission fragt:

● Wer hat das Auto des Tatverdächtigen am Vormittag des 18. Februar 2019 und/oder in den Nachtstunden vom 19. zum 20. Februar gesehen?

● Wer kann Angaben zu Aufenthaltsorten des Tatverdächtigen zu diesen Zeiten machen?

● Wer kennt den Tatverdächtigen (27) und kann Bezugspunkte von ihm benennen, die zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) liegen?

● Wer kann Angaben zum Verbleib der abgebildeten Fleecedecke machen, die seit der Tat aus dem Haushalt des Tatverdächtigen fehlt?

Hinweise nimmt die 3. Mordkommission beim Landeskriminalamt, Keithstraße 30 in 10787 Berlin unter folgender Rufnummer (030)4664-911333 oder per E-Mail (lka113-hinweis@polizei.berlin.de) oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

+++ Haare und Fasern wurden im Kofferraum gefunden +++

Am 5. März tauchte neues Beweismaterial auf, das den Schwager belasten soll. Im Kofferraum des Autos fanden sich Haare Rebeccas. Darüber hinaus entdeckten die Ermittler Faserspuren der lila Decke, mit der die 15-Jährige verschwunden war. Schon am 27. Februar hatten Fahnder einen grauen Pulli in Berlin-Britz entdeckt, der Rebecca gehören soll.

Zudem soll es laut der Zeitung „Bild“ Chat-Nachrichten des 27-Jährigen geben, die nicht mit den von ihm gemachten Angaben übereinstimmen. Sie sollen geschrieben und empfangen worden sein, als er nach seinen Angaben angeblich schon schlief.

+++ Haus der Schwester untersucht +++

Das Haus von Schwester und Schwager Rebeccas in Britz ist am 01. März kriminaltechnisch untersucht worden, in der Hoffnung auf weitere Anhaltspunkte. Der Schwager wurde am 28. Februar festgenommen, am 01. März aber wieder frei gelassen. Die Hinweise für eine Straftat im Zusammenhang mit Rebeccas Verschwinden reichten dem Ermittlungsrichter zu diesem Zeitpunkt für einen Haftbefehl noch nicht aus. Am 4. März wurde er dann doch in U-Haft genommen.

+++ Schwager verstrickt sich in Widersprüche bei Vernehmung +++

Rebeccas Schwager war in den Fokus der Ermittler geraten, weil die 15-Jährige vor ihrem Verschwinden in dem Haus übernachtet hatte, in dem er und Rebeccas Schwester wohnen. Bei einer ersten Befragung hatte der Partner von Rebeccas Schwester sich dem Vernehmen nach geäußert. Es habe aber Widersprüche gegeben „zwischen seinen Angaben und den neuesten Ermittlungsergebnissen“, hieß es aus Polizeikreisen. Bei einer zweiten Befragung nach der Festnahme habe er geschwiegen.

+++ Eltern und Schwestern von Rebecca halten Schwager weiter für unschuldig +++

Die Eltern und die beiden Schwestern von Rebecca halten den 27 Jahre alten Tatverdächtigen weiter für unschuldig. Rebeccas Vater sagte dem Sender RTL: „Die ganze Nummer hängt mit einer anderen Sache zusammen, die ich aber nicht sagen darf.“

Er appellierte an seinen Schwiegersohn: “Florian, rede einfach. Klär das, damit die ganze Suche in die andere Richtung geht, und zwar in die richtige. Wir müssen Becky finden.“

+++ Hinweise auch von Hellsehern +++

Sprunghaft gestiegen ist die Zahl der Hinweise, die bei der Polizei eingegangen sind. Über deren Qualität wollte sich die Polizei nicht äußern. „Wir sind über jeden Hinweis froh, der uns erreicht.“ Wie die Berliner Morgenpost erfuhr, hätten auch zahlreiche Hellseher ihre Dienste bei der Polizei angeboten. Sie wüssten, wo sich die Leiche von Rebecca befinde. „Wir verlassen uns bei den Ermittlungen lieber auf unsere Erfahrungen, die modernen Ermittlungstechniken und das Wissen unserer Spezialisten“, sagte ein Polizeisprecher dazu. Hilfsangebote dieser Art gingen auch bei der Berliner Morgenpost per E-Mail ein - sogar mit Ausschnitten von Stadtplänen und genauen Ortsangaben.

+++ Rebeccas Schwester sendet Appelle via Instagram +++

Rebeccas zweite Schwester hält den 27-Jährigen hingegen trotz aller Hinweise für unschuldig, wie ein Instagram-Beitrag nahelegt. Dort zeigte sie einen offenbar aus einem Lexikon-Beitrag stammenden Screenshot zum Thema Unschuldsvermutung. Zudem schrieb sie: „Becci, Gott beschütze dich, wo auch immer du bist. Wir finden dich und der Schuldige für diese Odyssee wird gefunden!“ Ihr Instagram-Postfach habe sie geschlossen, Hinweise erbittet sie direkt an die Mordkommission.

+++ Rebecca Reusch ist vermutlich nicht mehr am Leben +++

Rebecca Reusch war am 18. Februar verschwunden. Bis heute fehlt von dem Mädchen, das mit seiner Familie im Blumenviertel in Rudow wohnt, jedes Lebenszeichen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass sie vermutlich nicht mehr am Leben ist. Rebecca habe als zuverlässig gegolten, hieß es. Dass sie von zu Hause weggelaufen ist, gilt als unwahrscheinlich. Die Erfahrung zeige, dass sie sich spätestens in Folge der massiven Medienberichterstattung gemeldet hätte, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Obwohl die Ermittler mittlerweile kaum noch Hoffnung haben, das Mädchen lebend zu finden, wird weiterhin nach Zeugen gesucht.

+++ Die Mordkommission fragt +++

● Wer hat Rebecca Reusch am Morgen des 18. Februar 2019 im Bereich zwischen Maurerweg und Fritz-Erler-Allee gesehen?

● Wer hat sie nach dem 18. Februar dieses Jahres noch gesehen oder Kontakt zu ihr gehabt?

+++ So sieht Rebecca Reusch aus +++

● 15 - 18 Jahre

● 170 - 180 cm groß

● schlanke Gestalt

● braunes, schulterlanges Haar

+++ Rebecca war wie folgt bekleidet +++

● rosafarbene Plüschjacke

● weißer Kapuzenpullover mit Aufschrift „RAP MONSTER“

● blaue Jeans mit zerrissenen Knien

● schwarz/weiße Sportschuhe der Marke „VANS“

● große beige-rosafarbene Handtasche

● roter Rucksack

Hinweise nimmt die 3. Mordkommission beim Landeskriminalamt, Keithstraße 30 in 10787 Berlin unter folgender Rufnummer (030) 4664-911 333 oder per E-Mail (lka113-hinweis@polizei.berlin.de) oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.