Gleiches Erzieher-Gehalt

Tarifabschluss kostet Berlin 1,8 Milliarden Euro

Der Tarifabschluss für die Beschäftigten der Länder steht. Die Gewerkschaften sind zufrieden.

Der Gehaltsunterschied zwischen Erziehern in Berlin und Brandenburg fällt weg.

Der Gehaltsunterschied zwischen Erziehern in Berlin und Brandenburg fällt weg.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlin.  Der Tarifabschluss für die Beschäftigten der Bundesländer wird im Berliner Landeshaushalt erhebliche Mehrkosten von rund 600 Millionen Euro jährlich beim Personal nach sich ziehen.

Bis 2021 steigen die Ausgaben für Personal durch die vereinbarten Lohnerhöhungen nach Angaben der Senatsfinanzverwaltung um 820 Millionen Euro. Hinzu kommen 150 Millionen Euro, die das Land für die Besserstellung der Erzieher zusätzlich aufwenden muss.

Für die Berufsgruppe der Sozial- und Erziehungsdienste hatten Arbeitgeber und Gewerkschaften in der vergangenen Nacht vereinbart, dass sie künftig genauso bezahlt werden sollen wie die Kollegen, die dem kommunalen Tarifvertrag unterliegen.

Gehaltsunterschied zwischen Erziehern fällt weg

Das bedeutet, der Gehaltsunterschied zwischen den beim Land beschäftigten Erzieherinnen und Erziehern in Berlin und den bei den Kommunen angesiedelten Kollegen in Brandenburg wird ab 2020 wegfallen. Bisher verdienten Erzieher in Brandenburg rund 200 Euro pro Monat mehr als die Berliner.

Wird der Tarifabschluss wie von Berlins Finanzsenator Mathias Kollatz (SPD) in Aussicht gestellt, auf die Beamten, Richter und Pensionäre des Landes übertragen, kostet das weitere 840 Millionen Euro über die gesamte Laufzeit.

Hinzu kommt ein Plus von 1,1 Prozent jährlich, mit denen der Senat den noch immer existierenden Abstand der Berliner Besoldung zum Durchschnitt der Bundesländer schrittweise ausgleichen will.

Verdi: Warnstreiks in Berlin waren wichtig

Die Berliner Verdi-Sprecherin Andrea Kühnemann kommentierte den Tarifabschluss: „Finanzsenator Dr. Kollatz hat gesehen, wie zahlreich und wie häufig die betroffenen Kolleginnen und Kollegen bereit waren, für ihre Interessen in den Warnstreik zu treten.“ Gerade die „enorme Beteiligung“ an den Warnstreiks in Berlin sei vor der abschließenden Verhandlungsrunde wichtig gewesen, so Kühnemann weiter.