Kriminalität

Neuer Ansatz im Kampf gegen jugendliche Straftäter

Die Zuständigkeit der Staatsanwaltschaft richtete sich bisher nach dem Anfangsbuchstaben der Verdächtigen. Nun gilt das Wohnortprinzip.

Dirk Behrendt (Bündnis 90/Die Grünen), Berliner Justizsenator

Dirk Behrendt (Bündnis 90/Die Grünen), Berliner Justizsenator

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Berlin.  Die Berliner Staatsanwaltschaft stellt sich im Kampf gegen die Jugendkriminalität neu auf: Die Zuständigkeit der Jugendstaatsanwälte richtet sich ab sofort nicht mehr nach den Anfangsbuchstaben der Tatverdächtigen, sondern nach deren Wohnort. Ziel dieser ortsbezogenen Sachbearbeitung ist eine bessere Zusammenarbeit unter den Behördenmitarbeitern, die an einem Fall beteiligt sind.

Jugendgerichte, Polizei und Jugendgerichtshilfe arbeiten bereits ortsbezogen. Es es daher nur konsequent, auch die Strafverfolgungsbehörden entsprechend aufzustellen. „Mit der Umstellung bei der Staatsanwaltschaft können Verfahrensabläufe vereinfacht und beschleunigt werden“, sagte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne).

Behördenleiter sieht Vorteile für durchgreifende Strafverfolgung

Bisher gab es eine ortsbezogene Sachbearbeitung der Staatsanwaltschaft nur in den Bereichen der Polizei-Direktion 6 (Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Treptow-Köpenick) und im Bereich der Polizei-Direktion 5 (Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg). „Auf Grund der positiven Erfahrungen haben wir uns gemeinsam mit den Strafverfolgungsbehörden dafür entschieden, das Projekt auf ganz Berlin auszuweiten“, sagte Behrendt.

Der Leiter der Staatsanwaltschaft, Jörg Raupach, sagte, mit der Regionalisierung könne man die Vorteile einer „konzentrierten Zusammenarbeit mit der jeweiligen Jugendgerichtshilfe, den zuständigen Polizeidienststellen und Strafgerichten für eine durchgreifende Strafverfolgung nutzen.“