Psychotherapie

Berliner Politiker begrüßen Reform der Therapeutenausbildung

Die Bundesregierung will die Psychotherapie zum Studiengang machen. Der Vorschlag kommt in der Berliner Politik gut an.

Blick ins Berliner Abgeordnetenhaus.

Blick ins Berliner Abgeordnetenhaus.

Foto: Christoph Soeder / picture alliance/dpa

Lorenz Vossen

Psychotherapeuten sollen nicht mehr in Form einer Ausbildung, die sie selbst bezahlen müssen, zu ihrem Beruf gelangen. Stattdessen will die Bundesregierung Psychotherapie zum Studiengang an den Hochschulen machen. In der Berliner Politik stößt das Vorhaben sowohl bei der rot-rot-grünen Regierungskoalition als auch bei der Opposition auf Zustimmung. „Es macht absolut Sinn, die Ausbildung von Psychotherapeuten staatlich neu zu regeln beziehungsweise zu organisieren“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD, Thomas Isenberg, der Berliner Morgenpost.

Der Reformbedarf sei hoch. So könne es nicht sein, dass die Auszubildenden für ihre wertvolle Arbeit ausgebeutet würden, wie es derzeit der Fall sei, so Isenberg weiter. Der Status Quo habe auch zur Folge, dass sich nur junge Menschen mit gut situiertem Hintergrund die Ausbildung mit Kosten von bis zu 50.000 Euro leisten könnten. Dabei sei offensichtlich, dass nicht nur Berlin, sondern alle Bundesländer unter einer Unterversorgung an Psychotherapeuten litten. „Das ist eine tolle Maßnahme, die man unterstützen muss“, sagte auch der Gesundheitsexperte der Linken, Wolfgang Albers. Dass eine Reform nötig sei, hätten die Erfahrungen der Vergangenheit gezeigt.

„Eine gute Reform“

Auch die FDP begrüßte den Vorstoß. „Das ist eine gute Reform“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Liberalen, Florian Kluckert. Viele Interessenten schreckten wegen der Kosten vor der Ausbildung zurück, so der studierte Diplompsychologe weiter. Wie die Sozialdemokraten sehen auch die Liberalen einen Mehrbedarf an Psychotherapeuten in Berlin. Kluckert betonte aber auch, dass das Studium keine „Schmalspurausbildung“ sein dürfe. Einen Studiengang mit Bachelor- und Masterabschluss über fünf Jahre etwa halte er nicht für ausreichend.