Mordprozess

Einer der beiden Kudamm-Raser will jetzt aussagen

Bei dem illegalen Rennen im Februar 2016 starb ein 69-Jähriger. Vor Gericht hatten die Angeklagten bisher geschwiegen.

Die Angeklagten (2.v.r.) und (5.v.r.) im August 2018 im Gerichtssaal.

Die Angeklagten (2.v.r.) und (5.v.r.) im August 2018 im Gerichtssaal.

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin. Drei Jahre nach einem illegalen Autorennen mit tödlichen Folgen auf dem Berliner Kurfürstendamm will einer der beiden Angeklagten sein Schweigen brechen und im neu aufgelegten Mordprozess vor dem Landgericht aussagen. Das kündigte der Verteidiger des 27-jährigen Marvin N. am Dienstag an.

Sein Mandant werde sich am 5. März zur Sache äußern. Der Verteidiger des zweiten Angeklagten scheiterte mit einem Antrag auf Aufhebung des Haftbefehls. Bei vorläufiger Bewertung bestehe gegen den 30-jährigen Hamdi H. weiterhin dringender Tatverdacht eines vorsätzlichen Tötungsdeliktes, begründete das Gericht.

Die beiden Sportwagenfahrer sollen sich in der Nacht zum 1. Februar 2016 ein illegales Rennen auf dem Ku’damm geliefert und bei der Raserei mit bis zu 170 Kilometern in der Stunde tödliche Folgen billigend in Kauf genommen haben. An einer Kreuzung war es zu einem Zusammenstoß mit einem Jeep gekommen. Der 69-jährige Fahrer starb in seinem Wagen.

Zum ersten Mal Haftstrafe wegen Mordes verhängt

Eine andere Strafkammer das Landgericht hatte im Februar 2017 gegen die Angeklagten deutschlandweit zum ersten Mal in einem Raser-Fall lebenslange Haftstrafen wegen Mordes verhängt.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil im März 2018 aber auf und ordnete eine neue Verhandlung an. Der BGH sah den bedingten Tötungsvorsatz nicht ausreichend belegt. Die Angeklagten haben bislang vor Gericht geschwiegen. Der 30-Jährige hatte sich allerdings im Laufe des ersten Prozesses gegenüber einer Verkehrspsychologin geäußert. Für die Verhandlung sind bislang vier weitere Tage bis zum 21. März vorgesehen.