Bauarbeiten

U1 und U3: Einschränkungen für Fahrgäste in der City West

Am U-Bahnhof Wittenbergplatz werden altersschwache Weichen ersetzt und Tunnel saniert. Am Montag beginnt eine neue Bauphase.

Am Montag nungeht das Bauprojekt rund um den U-Bahnhof Wittenbergplatz in die nächste Bauphase über. Es kommt zu neuen Einschränkungen auf den Linien U1 und U3.

Am Montag nungeht das Bauprojekt rund um den U-Bahnhof Wittenbergplatz in die nächste Bauphase über. Es kommt zu neuen Einschränkungen auf den Linien U1 und U3.

Berlin. Wer Glück hatte, bekam in den vergangenen Tagen am U-Bahnhof Wittenbergplatz ein kleines Päckchen in die Hand gedrückt. Mit dem Inhalt - einem Mini-Muffin - versuchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) den Fahrgästen die seit Anfang Januar andauernden Bausperrungen zu versüßen.

Am Montag nun geht das Bauprojekt rund um den U-Bahnhof in die nächste Bauphase über. Während die einen U-Bahn-Nutzer davon profitieren, müssen sich andere auf neue Wege zur Arbeit oder nach Hause einstellen.

U2 fährt wieder zwischen Ruhleben und Pankow durch

Die gute Nachricht: Die U2 kann jetzt wieder auf ihrer angestammten Linie zwischen Ruhleben und Pankow fahren. Wegen der Bauarbeiten am Bahnhof Wittenbergplatz war die Verbindung sieben Wochen lang zwischen Gleisdreieck und Bahnhof Zoologischer Garten unterbrochen. Mit Ende Sperrung wird nun auch der U-Bahnhof Bülowstraße wieder bedient.

Die schlechte Nachricht für die U-Bahn-Nutzer: Bis voraussichtlich 3. März fahren nun die Züge der U1 nur noch zwischen Gleisdreieck und Warschauer Straße. Der Zugverkehr zwischen Uhlandstraße und Gleisdreieck wird hingegen komplett eingestellt.

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U3-Fahrgäste müssen weiter in Spichernstraße umsteigen

Eingeschränkt bleibt auch der Verkehr auch auf der U3. Die Züge fahren wie bisher nur zwischen auf dem Westast den Stationen Spichernstraße und Krumme Lanke. Der Bahnhof Kurfürstenstraße ist mit der U-Bahn nicht mehr erreichbar, der Bahnhof Uhlandstraße wird nur noch von Bussen etwa der Linien M19 und M29 angefahren.

Die BVG empfiehlt den U3-Nutzern, die Baustelle weiterhin mit der U9 zu umfahren. Das Umsteigen ist allerdings alles andere andere komfortabel. Denn am U-Bahnhof Spichernstraße wird noch Mitte nächsten Jahres ein Aufzug eingebaut. Damit ist die Station aktuell nicht barrierefrei. Für das Umsteigen zwischen U3 und U9 müssen die Fahrgäste zudem oberirdisch ein 220 Meter langen Fußweg zurücklegen.

Herzstück des U-Bahnnetzes

Bereits seit dem 4. Januar ist der U-Bahnhof Wittenbergplatz eine Großbaustelle. Die damit verbundenen umfangreichen Verkehrseinschränkungen waren von Verkehrspolitikern und den Fahrgastverbänden heftig kritisiert worden, weil sie in eine Zeit fallen, in der besonders viele Menschen auf die U-Bahn angewiesen sind. Die BVG begründete die Arbeiten mit dringendem Handlungsbedarf. Laut U-Bahn-Bauchef Uwe Kutscher sind „die Weichen unter dem Wittenbergplatz buchstäblich das Herzstück des Kleinprofil-Netzes der U-Bahn“.

In der Hauptverkehrszeit würden pro Richtung und Stunde rund 40 Züge diesen Abschnitt passieren. Entsprechend groß sei die Belastung der Anlagen. „Damit wir auch in Zukunft im dichten Takt fahren können, müssen wir dort jetzt ran“, sagte Kutscher bei der Vorstellung des Bauprojekts. Die Arbeiten seien bereits mehrfach verschoben worden. Werde jetzt nicht schnell etwas getan, drohe der kurzfristige Ausfall einzelner Weichen, was die gleichzeitige Sperrung aller drei Linien (U1, U2 und U3) zur Folge haben könnte.

Auch der Tunnel muss saniert werden

Laut BVG wurden in der ersten Bauphase sechs der insgesamt sieben Weichen erneuert. Jetzt steht nur noch eine auf dem Bauprogramm, so dass die Vollsperrung nur noch eine Woche und nicht sieben Wochen dauern soll.

Die Bauarbeiten sollen bis zum 3. März abgeschlossen sein. Danach folgt der dritte Bauabschnitt: Die U9 wird bis 21. März zwischen Berliner Straße und Zoologischer Garten gesperrt (jeweils sonntags bis donnerstags, 23 bis 3.50 Uhr), stattdessen fahren Busse im Schienenersatzverkehr. Zudem wird noch der Tunnel am U-Bahnhof Wittenbergplatz saniert.

Um in dieser Phase die Auswirkungen für die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten, fänden diese Arbeiten ausschließlich in den Abend- und Nachtstunden statt, teilte die BVG mit. Sie sollen vom 10. März bis zum 6. Juni 2019 dauern. U2 und U3 fahren in dieser Zeit wie gewohnt. Die U1 wird dann unterbrochen.

Hochbahnstrecke in Kreuzberg ab 2020 Großbaustelle

Wegen des hohen Sanierungsbedarfs im teilweise mehr als 100 Jahre alten U-Bahnnetz plant die BVG in den kommenden Monaten und Jahren weitere Großbauprojekte. Bereits im Herbst 2019 soll am südlichen Abschnitt der U6 rund vier Monate lang gearbeitet werden. Angekündigt ist die Vollsperrung der Linie zwischen Tempelhof (Südring) und Alt-Mariendorf. Zur Erhöhung der Betriebsflexibilität soll unter anderem zwischen den Bahnhöfen Alt-Tempelhof und Kaiserin-Augusta-Straße eine sogenannte doppelte Gleisverbindung eingebaut werden.

2020 beginnt die BVG dann mit der Erneuerung mehrerer Bauwerke an der Hochbahnstrecke für die Linien U1 und U3. Unter andrem werden Brücken an den U-Bahnhöfen Schlesisches Tor, Görlitzer Bahnhof und Kottbusser Tor saniert. Die U-Bahn-Stationen Schlesisches Tor und Görlitzer Bahnhof sollen zudem barrierefrei werden, dazu werden dort Aufzüge eingebaut. Ab Frühjahr 2022 die Sanierung des 60 Jahre alten Bahndamms der nördlichen U6. „Uns ist klar, dass diese Großvorhaben für die Fahrgäste der jeweiligen Linien nicht angenehm sind“, sagte BVG-Bau-Chef Kutscher. „Alle Maßnahmen sind aber notwendig, damit wir in der wachsenden Stadt von morgen noch leistungsfähiger als heute sind.“