Grundstücke

Bauland für Wohnungen kommt Berlin teuer zu stehen

Die Gutachter legen Zahlen vor: 2018 wurden Immobilien im Wert von 19 Milliarden Euro gehandelt.

Eine Baustelle in Berlin (Symbolbild)

Eine Baustelle in Berlin (Symbolbild)

Foto: pa

Berlin. Die Nachfrage nach Bauland für den Bau von Mehrfamilienhäusern ist bei geringem Flächenangebot weiterhin hoch. Um die Preisentwicklung am Markt nachzuvollziehen, hat der Gutachterausschuss die jährlichen Bodenrichtwerte zum Stichtag 1. Januar noch einmal um 20 Prozent angehoben. Auch für das Land Berlin, das seinen landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften den Auftrag erteilt hat, in dieser Legislaturperiode 30.000 kommunale Wohnungen zu errichten, wird es damit immer teurer, diesen Auftrag auch umzusetzen. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass sich die Aufwärtsdynamik abgeschwächt hat: Im Vorjahr hatte das Gremium die Baulandpreise noch um 40 Prozent anheben müssen, um die reale Preisentwicklung am Berliner Immobilienmarkt abzubilden.

Seit der Jahrtausendwende haben sich die Baulandpreise für Wohn- und Geschäftshäuser mehr als vervierfacht, wie die Grafik zeigt. Durchschnittlich 2000 bis 2500 Euro je Quadratmeter beträgt nunmehr der aktuelle Bodenrichtwert für Grundstücke, die zum Bau von Wohnungen geeignet sind.

Insgesamt wurden 2018 Wohnungen im Wert von 18.971,4 Milliarden Euro gehandelt – fünf Prozent mehr und ein neuer Rekordwert. Die Anzahl aller Kauffälle dagegen ist mit minus neun Prozent gegenüber 2017 weiter rückläufg (27.266 Kauffälle).

Neuvermietungsmieten für Büroflächen sind gestiegen

Überdeutlich angezogen haben 2018 die Neuvermietungsmieten für Büroflächen. „Die gestiegene Flächennachfrage führt zu verstärkten Flächenkonkurrenzen und unter anderem in Nebenlagen zur Umwandlung von Laden- in Büroflächen“, so der Chef des Berliner Gutachterausschusses, Reiner Rössler. Die Spitzenwerte für gewerbliche Nutzungen wurden aufgrund der gestiegenen Nachfrage sogar um 60 Prozent angehoben. Spitzenwerte liegen bei rund 6000 Euro je Quadratmeter am Gleisdreieck und am Moritzplatz in Kreuzberg bei rund 5000 Euro.

Angesichts der Flächennot kommt der Aktivierung von Baupotenzialen eine immer größere Bedeutung zu. „Berlin hat die Chance auf mehrere Zehntausend zusätzlicher Wohnungen – ohne dafür auch nur einen Quadratmeter Bauland mehr zu benötigen“, ist das Ergebnis einer Studie der TU Darmstadt und des Pestel-Instituts in Hannover, die am kommenden Mittwoch in Berlin vorgestellt wird.

Die Wissenschaftler haben dazu bislang kaum genutzte Wohnraum-Reserven ermittelt. Im Fokus dabei: Nicht-Wohngebäude. So böten Geschäftshäuser, alte Fabriken und Bürokomplexe ein enormes Potenzial für zusätzliche Wohnungen – durch Aufstockung und durch den kompletten Umbau zu Wohnungen. Auch öffentliche Gebäude wie Gerichte, Finanzämter oder Kirchen böten enorme Ressourcen, so die Wissenschaftler.

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