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Grundstücke

Bauland in Berlin wird teurer: Das sind die neuen Werte

Ein Gutachterausschuss legt neue Bodenrichtwerte vor. Die Spitzenlage liegt unverändert bei 60.000 Euro je Quadratmeter.

Foto: pa

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Berlin.  Baugrundstücke in Berlin haben sich im vergangenen Jahr erneut verteuert. Deshalb sind die Bodenrichtwerte für Bauland zur Errichtung von Ein- und Zweifamilienhäusern sowie bei Grundstücken, auf denen Mehrfamilienhäuser gebaut werden können, 2018 stadtweit um rund 20 Prozent gestiegen. Das geht aus den Daten hervor, die der Berliner Gutachterausschuss am Montag veröffentlicht hat. Die Zahlen belegen aber auch, dass die Preisdynamik in der Hauptstadt leicht nachlässt. Denn im vergangenen Jahr hatten die Gutachter die Bodenrichtwerte berlinweit noch durchschnittlich um 40 Prozent angehoben.

„Die Baulandpreise für Geschosswohnungsbau sind im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich weniger drastisch gestiegen. Das ist eine positive Tendenz, aber kein Grund zur Entwarnung“, sagt Berlins Wohn-Staatssekretär Sebastian Scheel (Linke). Berlin sei für internationale Kapitalanleger weiterhin interessant, die erzielten Marktergebnisse spiegelten damit aber nicht die Einkommenssituation der Berliner wieder.

Höchste Preisdynamik außerhalb des S-Bahnrings

Anders als in den Vorjahren wurden in der Innenstadt kaum noch Preissteigerungen verzeichnet, während sich die höchste Dynamik nun außerhalb des S-Bahnrings findet. Ein Problem für Berlin: Die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften bauen zumeist in den Außenbezirken. „Während wir außerhalb des S-Bahnrings den Bodenrichtwert um durchschnittlich 30 Prozent nach oben korrigieren mussten, waren es in der Innenstadt nur noch null bis durchschnittlich zehn Prozent“, erklärte der Chef des Gutachterausschusses für Grundstückswerte, Reiner Rössler.

Der Bodenrichtwert gibt den durchschnittlichen Wert von Grundstücken in einer bestimmten Lage an. Grundlage sind die Kaufverträge des Vorjahres, in diesem Fall also 2018. Bei bebauten Grundstücken bestimmen die Gutachter den Wert, der sich ohne Haus ergäbe.

Ermittelt wird der Bodenrichtwert von einem unabhängigen Gremium von rund 50 Immobilienexperten, das bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung angesiedelt ist. Der Wert wird insbesondere für die Besteuerung von Grund und Boden herangezogen oder dient auch der allgemeinen Orientierung bei der Ermittlung des Verkehrswertes. Der individuelle Wert eines Grundstücks in der betreffenden Gegend kann jedoch ganz anders aussehen, wenn das Grundstück beispielsweise besonders gut geschnitten und erschlossen ist.

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Spitzenwert für Bauland südlich der Torstraße

Der Spitzenwert für Bauland zur Errichtung von Mehrfamilienhäusern in der Innenstadt liegt nunmehr bei 8000 Euro je Quadratmeter im Bereich südlich der Torstraße in Mitte. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag der Wert noch bei 7000 Euro. Durchschnittlich kostete Bauland für den Bau von Miet- und Eigentumswohnungen in der Hauptstadt 2000 bis 2500 Euro.

Deutlich teurer als die Grundstücke für Wohngebäude sind die Bodenrichtwerte für innerstädtische Kerngebietslagen, in denen etwa wie am Potsdamer Platz oder an der Friedrichstraße sowohl Einzelhandel und Büros als auch Wohnen erlaubt sind. In diesem Bereich werden mehr als 15.000 Euro je Quadratmeter erreicht, etwa 15 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Rekordwert von 60.000 Euro je Quadratmeter – so viel wird am Pariser Platz in Mitte gezahlt – hat sich gegenüber dem Vorjahr 2017 jedoch nicht mehr verändert: „Hier kann man feststellen, dass die Nachholeffekte der vergangenen Jahre offenbar abgeschlossen sind“, so Gutachter-Chef Rössler.

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