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Wilmersdorf

Der Thaimarkt im Preußenpark soll kleiner werden

Studenten der Landschaftsarchitektur präsentieren Entwürfe zur Umgestaltung des Wilmersdorfer Preußenparks.

Der Thaimarkt im Wilmersdorfer Preußenpark lockt im Sommer Tausende Besucher an (Archivbild).

Foto: dpa

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Berlin. Aus Berlin-Reiseführern ist er längst nicht mehr wegzudenken. Vor allem an warmen Sommerwochenenden lockt der sogenannte Thaimarkt im Wilmersdorfer Preußenpark täglich Tausende Besucher an. Authentisches asiatisches Essen wird direkt auf der Wiese frisch zubereitet und meist für wenig Geld verkauft.

Was aber für den einen ein kulinarisches Paradies ist, das es so nur in Berlin geben kann, ist für viele Anwohner längst zum Albtraum geworden. Lärm, Müll, Menschenmassen und eine Wiese, die durch die intensive Nutzung in Teilen längst zur Wüste verkommen ist: „Früher konnten wir im Sommer mit unseren Kindern hier spielen, heute geht so etwas nicht mehr“, klagt Bodo Frost, der seit 40 Jahren direkt am Park an der Pommerschen Straße wohnt.

Fest steht, dass der Verkauf des Essens weder genehmigt ist, noch werden Steuern gezahlt oder regelmäßige Lebensmittelkontrollen durchgeführt. Kurzum: Der Thaimarkt ist illegal. „Der Zustand ist nicht duldenswert“, räumt auch Charlottenburg-Wilmersdorfs Ordnungsstadtrat Arne Herz (CDU) ein. „Wir wollen als Bezirk aber nichts verdrängen oder vernichten, sondern ermöglichen und in geordnete Bahnen lenken.“

Ziel sei ein Zustand, in dem Recht und Gesetz eingehalten werden. Darin besteht Einigkeit zwischen Herz und seinem für Grünflächen zuständigen Bezirksamtskollegen Oliver Schruoffen­eger (Grüne). „Wir wollen einen vielfältig nutzbaren Park, in dem es möglichst konfliktfrei zwischen Anwohnern und täglichen Nutzern sowie den Besuchern des Thaimarkts zugeht.“

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Vor diesem Hintergrund gelte es zu ermitteln, welche Ansprüche miteinander vereinbar sind und welche sich ausschließen, so Schruoffeneger weiter. Das war im vergangenen Semester auch Aufgabe von Studenten des Masterstudiengangs Landschaftsarchitektur der TU Berlin. Insgesamt neun Entwürfe wurden erarbeitet, die unter großem Interesse vor knapp 150 Besuchern am Sonnabend in der Aula der Robert-Jungk-Oberschule nur wenige Meter vom Preußenpark entfernt vorgestellt und anschließend diskutiert wurden.

Ab 2020 stehen 1,5 Millionen Euro zur Neugestaltung bereit

Es sei ein Anfang, um Erwartungen einzusammeln, so Schruoffeneger, dem ab 2020 insgesamt 1,5 Millionen Euro für eine Neugestaltung des Parks zur Verfügung stehen. „Alle Entwürfe haben gemeinsam, dass sie den Thaimarkt gleichsam integrieren, aber auch räumlich begrenzen – manche formell durch den Bau von Ständen, manche informell durch die Definition bestimmter Flächen.“ Zum Teil sind die Verkaufsflächen dabei weiterhin auf der großen Wiese im Zentrum vorgesehen, wobei ein Großteil auch immer frei bleiben soll. Ein Entwurf schlägt außerdem ein Holzplateau vor, das die Wiese schützt.

Andere verlagern die Verkaufsflächen in andere Teile des Parks. Dazu gehört auch der Vorschlag der beiden Studenten Lene Sommer und Robin Schick, der laut Stadtrat Schruoffeneger die beste Grundlage für eine Umgestaltung bildet und gut durch Teilaspekte der anderen acht ergänzt werden kann. „Wir wollen eine Öffnung nach Nordwesten schaffen“, erklärt Studentin Sommer.

Dort soll auf einer durch Bänke eingehegten, knapp 1000 Quadratmeter großen Fläche in Zukunft ein Streetfood-Markt entstehen. Darauf sollen sich die Händler mit Marktmobilen aufstellen können, die nachts in einem extra errichteten Multifunktionsgebäude an der Brandenburgischen Straße lagern. „Darüber findet dann auch die Anlieferung und der Abtransport des Mülls statt“, so die 29-Jährige weiter. Außerdem sollen in dem Gebäude mit Dachterrasse Toiletten und Waschräume für Geschirr untergebracht werden. Der Spielplatz, der sich gegenwärtig noch dort befindet, soll von der viel befahrenen Brandenburgischen Straße ins ruhigere Zentrum des Parks umziehen.