Polizeibericht

Autonome bedrohen Justizbeamten vor eigener Wohnung

In Berlin ist offenbar erneut ein hoher Justizbeamter von Linksextremisten attackiert worden.

Ein Streifenwagen der Polizei mit eingeschaltetem Blaulicht.

Ein Streifenwagen der Polizei mit eingeschaltetem Blaulicht.

Foto: Carsten Rehder / dpa

Berlin. In Berlin ist offenbar zum wiederholten Mal ein hoher Justizbeamter von Linksextremisten attackiert worden. In einem der Berliner Morgenpost vorliegenden Bekennerschreiben teilte eine „Befreiungsfront Tegel“ mit, man habe den leitenden Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt (JVA) Tegel zu Hause in Kreuzberg aufgesucht, um seine Wohnungstür zu verbarrikadieren.

Als der Beamte auf Geräusche aufmerksam wurde und laut fragte, wer da sei, flohen die Täter offenbar. „Plötzlich war der Tyrann in der Rolle des Unterdrückten“, hieß es in typischer Ausdrucksweise der Szene in dem Bekennerschreiben. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag. Der Vorfall ereignete sich offenbar bereits in der Nacht zu Dienstag.

Linksautonome Gruppen sind den Behörden in den vergangenen Monaten häufig durch im Internet veröffentlichte Hassbotschaften und Bedrohungen von Mitarbeitern der Verwaltung sowie der JVA Tegel aufgefallen. Ende August 2018 waren etwa 15 Linksextremisten in der Senatsjustizverwaltung aufgetaucht und hatten einen Referatsleiter der Abteilung Strafvollzug in dessen Büro bedroht.

Angeblich unhaltbare Zustände in der Haftanstalt

Diese und andere Aktionen wurden und werden begründet mit angeblich unhaltbaren Zuständen in der Haftanstalt. Dort würden, so die Darstellung der Autonomen, „politische Gefangene“ aus der linken Szene „physisch und psychisch gefoltert“, ihnen würden Vollzugslockerungen und medizinische Versorgung vorenthalten. Dieser Vorwurf wurde jetzt auch dem in seiner Wohnung aufgesuchten Beamten gemacht.

In Ermittlerkreisen gibt es den Verdacht, die Täter könnten aus dem Umfeld der Rigaer Straße kommen. Zwei Mitglieder dieser Szene sind 2018 wegen zum Teil schwerer Delikte verurteilt worden. Die Urteile quittierte die Szene mit weiteren Drohungen und Aufrufen zu Gewalt.

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