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Frühlingsgefühle: Hier blüht die Natur in Berlin auf

Berlin steht ein Super-Wochenende bevor. Es wird sonnig und mild bei Temperaturen bis zu 14 Grad. Das bringt die Natur in Schwung.

Zwei Frauen mit Kinderwagen gehen im Park am Friedrichshain an Krokussen vorbei.

Zwei Frauen mit Kinderwagen gehen im Park am Friedrichshain an Krokussen vorbei.

Foto: Sören Stache / dpa

Adé Schmuddelwetter, willkommen Frühling! Nach den zurückliegenden nasskalten und trüben Tagen bestimmt nun ein Hoch über Mitteleuropa das Wetter in Deutschland. Und das bedeutet: Es wird heiter, trocken, sonnig und mild in der Hauptstadt und in Brandenburg.

Am Sonnabend soll das Thermometer in der Region tagsüber bis auf 14 Grad steigen, prognostiziert der Deutsche Wetterdienst (DWD). Auch am Sonntag bleibt es heiter und trocken bei milden Temperaturen zwischen 9 und 11 Grad.

Und täglich ist deutlicher spürbar, wie die Tage wieder länger werden. Ab Sonntag liegt die Tageslänge laut Sonnenkalender wieder im zweistelligen Bereich, nämlich bei mehr als zehn Stunden. Die Sonne geht dann um 7.20 Uhr auf und erst um 17.22 Uhr wieder unter.

Krokusse und Märzenbecher drängen durchs Erdreich

Die milden Temperaturen und Sonnenstunden gefallen nicht nur den Menschen, sondern auch den Pflanzen. "Bei uns im Botanischen Garten lassen sich schon die ersten Krokusse bewundern", verrät Diplom-Biologin Gesche Hohlstein. Kaum spüren sie wärmende Sonnenstrahlen, öffnen sie ihre Blüten. Auch Winterlinge, Schneeglöckchen, Märzenbecher und die Zaubernuss erwachen zum Leben und bilden Blüten, Früchte und Samen.

Die Kraft nehmen die Frühjahrsblüher aus ihren unterirdischen Nährstoffspeichern, erklärt Gesche Hohlstein. Beim Krokus ist das die Knolle, bei der Tulpe die Zwiebel und bei der Primel das Rhizom. Hier ist die Energie gespeichert, die die Pflanzen zum Wachsen, Blühen und Vermehren benötigen. Es braucht nur ein wenig Sonne und Wärme, um die Kräfte zu mobilisieren.

Zucker als natürliches Frostschutzmittel

Und wie gelingt es den Frühjahrsblühern, die Temperaturschwankungen zu meistern? Nachts ist es schließlich noch häufig frostig. "Einige Pflanzen haben Zuckerstoffe im Gewebe eingelagert", erklärt Gesche Hohlstein. "Diese setzen den Gefrierpunkt herab, so wie es ein Frostschutzmittel im Auto tut." Andere Pflanzen wie Schneeglöckchen benutzen Salze als natürliches Frostschutzmittel und können dank ihres Stoffwechsels sogar selbst Wärme erzeugen. Daher schaffen sie es sogar, durch Schnee hindurch zu wachsen.

Diese Mechanismen funktionieren allerdings nur bei Pflanzen, die den Winter in der Region erlebt haben. Gezüchtete Tulpen, Narzissen oder Traubenhyazinthen aus Gewächshäusern sind nicht robust genug, um sie nach draußen zu pflanzen. Sie sind aber eine schöne Zierde für die Wohnung und bringen Frühlingsgefühle ins Haus.

Unterwegs auf dem "Frühlingspfad"

Wer die erblühende Natur genießen will, muss nur bei einem Spaziergang durch die Berliner Straßen und Parks die Augen offenhalten. Oder er besucht den Frühlingspfad im Botanischen Garten. An zwölf Stationen lassen sich dort schon zeitig die ersten Spuren des Frühlings entdecken. Neben Schneeglöckchen und Winterlingen sprießen Karnevals-Primeln und Krokusse und locken Bestäuber wie Erdhummeln und Wildbienen an (Königin-Luise-Str. 6 - 8, 14191 Berlin).

Eine Führung für die ganze Familie gibt es am Sonnabend um 13.30 Uhr im Naturschutzzentrum Ökowerk Berlin. Unter dem Titel "Auch im Winter lebt die Wiese" kann man die Pflanzenvielfalt auf der Wiese und im Kräutergarten entdecken (Teufelsseechaussee 22 , 14193 Berlin).

Noch mehr Angebote für Naturentdecker hält der Umweltkalender Berlin bereit.

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