Fußball

Manipulations-Verdacht in 4. Liga: Staatsanwälte ermitteln

Seit Anfang Dezember gibt es den Verdacht, dass bei der Regionalliga-Partie zwischen dem SV Babelsberg und der SG Germania Halberstadt Ende November 2018 versucht wurde, den Ausgang zu manipulieren. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Chemnitz/Neuruppin. Die angeblichen Manipulationsversuche in der Fußball-Regionalliga Nordost werden die zuständigen Gerichte und Verbände noch länger beschäftigen. Welche Rolle genau ein chinesischer Sportvermarkter spielt, bleibt vorerst unklar. Die Staatsanwaltschaft Chemnitz bestätigte am Montag lediglich, dass sie vom Chemnitzer FC im Nachhinein über dessen Gespräche mit der Agentur informiert worden ist.

Über die Inhalte der Gespräche zwischen dem CFC und dem Sportvermarkter aus China sowie daraus möglicherweise entstehende Vorwürfe machte die Chemnitzer Staatsanwaltschaft keine Angaben. Sie verwies für weitere Anfragen auf die Staatsanwaltschaft Neuruppin.

"Das Ermittlungsverfahren wurde an die Staatsanwaltschaft Neuruppin abgegeben, da diese Staatsanwaltschaft bereits wegen des Manipulationsverdachts beim Spiel Babelsberg gegen Halberstadt ermittelt und auch eine Schwerpunktzuständigkeit bei Korruptionsanzeigen vorliegt", sagte Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Der Chemnitzer FC habe die Gespräche mit dem Sportvermarkter sofort abgebrochen und zusätzlich den Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) in Kenntnis gesetzt, erklärte die Chemnitzer Staatsanwaltschaft. Über diese Vorgänge hatte zuerst die "Magdeburger Volksstimme" berichtet.

Die zuständige Behörde in Neuruppin bestätigte am Montag der Deutschen Presse-Agentur, dass sie ein Verfahren wegen des Verdachts auf Manipulation berufssportlicher Wettbewerbe führt. Oberstaatsanwalt Frank Winter machte keine Angaben, gegen wen sich der Verdacht konkret richtet. Er verwies auf das laufende Verfahren.

Seit knapp drei Monaten bereits steht die Partie zwischen dem SV Babelsberg und Germania Halberstadt unter dem Verdacht einer unerlaubten Einflussnahme. Babelsberg hatte das Spiel am 19. November zum Rückrundenauftakt in der Liga 3:1 gewonnen.

Eine erste Verhandlung vor dem Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbandes fand schon statt. Dies wurde am Montag bekannt. "Vorermittlungen ergaben den hinreichenden Tatverdacht auf eine mögliche Einflussnahme auf das Spielergebnis", sagte NOVF-Geschäftsführer Holger Fuchs der Deutschen Presse-Agentur. Daraufhin sei ein Sportgerichtsverfahren gegen den Sportlichen Leiter des Vereins, Andreas Petersen, eingeleitet worden.

Bei der Auftaktverhandlung am 1. Februar wurden umfangreiche Beweise aufgenommen. Deren weitere Aufnahme und auch die Verhandlungen sollen fortgesetzt werden. Ein Termin steht noch nicht fest.

Halberstadts Sportdirektor und ehemaliger Trainer Petersen, Vater des Nationalspielers Nils Petersen, hatte die Kontaktaufnahme zu zwei seiner ehemaligen Spieler, die jetzt in Babelsberg aktiv sind, damals eingeräumt. Die Vorwürfe eines versuchten Spielbetrugs hatte er als "Riesen-Blödsinn und an den Haaren herbeigezogen" bezeichnet. Petersen sprach stattdessen von einem "Jux".

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