Serie zum Valentinstag

Zwischen Tinder und Romantik - Berliner Paare über die Liebe

Am 14. Februar ist Valentinstag: Wir spüren der Liebe in der Stadt nach. Berliner Paare erzählen, wie sie sich kennengelernt haben.

Miriam Framson und Konstantin Michalek

Miriam Framson und Konstantin Michalek

Foto: Jörg Krauthöfer

Berlin. Am Ende des letzten Sommers haben sich Miriam Framson (23) und Konstantin Michalek (22) über einen Mitbewohner kennengelernt. Auf einer Party steckte Konstantin Miriam einen Zettel mit seiner Nummer zu. „Also keine Dating-App wie Tinder oder so. Da sind wir stolz drauf“, sagt die 22-Jährige. „Unsere Liebe ist eben einzigartig“, sagt Konstantin. Und Miriam: „Ich mag an ihm vor allem seine innere Ruhe. Wenn ich mit ihm zusammen bin, kann ich alles loslassen und einfach ich selbst sein.“ Im Sommer will sie ihren Freund der Familie in Florida vorstellen. „Darauf freue ich mich schon riesig“, sagt Konstantin Michalek.

„Sie ist viel zu klein für ihr großes Herz“
An ihrem Mann Peter (23) mag Kathi Bergmann besonders, dass er sehr aufmerksam ist. „Er achtet auf jede Kleinigkeit, holt mich von der Arbeit ab und bringt mir meine Lieblingssüßigkeiten mit“, sagt die 24-Jährige. Am Valentinstag wollen die beiden einen Filmabend veranstalten und Peter Bergmann verrät auch schon, dass es wohl einen Rosenstrauß für seine Liebste geben wird. Die beiden haben sich über Freunde kennengelernt und sind inzwischen seit mehr als vier Jahren verheiratet. Im Oktober sind sie zusammen von Düsseldorf nach Berlin gezogen. Nach dem Studium träumt das Paar davon, in New York zu leben. Was sie am meisten aneinander schätzen? „Sie sieht einfach toll aus und ist eigentlich viel zu klein für ihr großes Herz“, sagt Peter Bergmann

„Im Club auf den ersten Blick verliebt“
Sarah Schreiberhuber (22) und Florian Hammelmüller (25) wissen schon genau, wie sie den Tag der Liebe feiern möchten. Wie jedes Jahr fahren sie in den Urlaub, diesmal nach Prag. „Wir gehen schön essen und gönnen uns eine Flasche Champagner“, sagt er. Dazu schenkt er am liebsten einen Blumenstrauß. Da kommt es ihm sehr gelegen, dass seine Mutter Floristin ist. „Für mich hat der Tag etwas Magisches, und es ist so schön, diese wunderbare Zeit miteinander zu verbringen“, sagt seine Freundin. Die beiden sind seit fast sechs Jahren ein Paar, in einem Club lernten sie sich kennen. „Seine Augen, sein Lächeln und sein Humor haben mich von Anfang an gefesselt“, sagt Sarah Schreiberhuber. „Sie ist einfach alles, was ich mir wünschen kann“, so Florian Hammelmüller.

„Alles ist schöner, wenn man es teilt“
„Es ist schwer, unsere Liebe zu beschreiben“, sagt Emils Treimanis (26) aus Lettland. „Es fühlt sich einfach richtig an. Unsere Persönlichkeiten ergänzen sich gut“, sagt seine Freundin Ance Goba (26). Seit sieben Jahren sind die beiden ein Paar – kennengelernt haben sie sich, als sie in einem Kino arbeiteten. „Wir schauten viele Filme und backten Popcorn“, erinnert sich Ance Goba. Sie verabredeten sich nach der Arbeit und ziemlich schnell wurde beiden klar, dass sie mehr sind als Kollegen. Weil sie mittlerweile einen neuen Arbeitsplatz haben, finden die gemeinsamen Filmabende nicht mehr im Kino, sondern im eigenen Wohnzimmer statt. Neben dem Film verbinden Ance und Emils viele weitere Interessen – Eishockeyspiele, Konzerte und Festivals. Außerdem laden sie gerne Freunde zu Quizabenden ein. Drei bis vier Mal im Jahr geht es auf Reisen. „Es ist doch alles viel schöner, wenn man es teilen kann“, sagt Emils Treimanis.

„Wir sind einfach auf einer Wellenlänge“
Als sich Elisabeth Helbig (29) und Sebastian Wolf (28) über einen gemeinsamen Freund kennenlernten, hat es sofort gefunkt. Damals waren sie noch Jugendliche – mittlerweile sind sie seit 13 Jahren ein Paar. „Wir sind zusammen aufgewachsen, gemeinsam durch die Studienzeit gegangen und haben den beruflichen Weg voneinander miterlebt“, sagt die 29-Jährige. Gemeinsam zogen sie von Berlin nach Mainz und zogen dort in ihre erste Wohnung. Und das klappt so gut, wie es sich die beiden vorgestellt haben. „Wir sind einfach auf einer Wellenlänge, teilen die gleichen Ansichten und Werte“, sagt Sebastian Wolf auf die Frage, warum sie so gut zueinander passen. Weil sie sehr harmoniebedürftig sind, würden sie sich nur selten streiten. Und auch für die gemeinsame Zukunft haben sie die gleichen Vorstellungen. „Bevor wir Kinder bekommen, wollen wir noch viele ausgefallene Urlaube machen“, sagt Elisabeth Helbig. Dieses Jahr noch wollen sie mit einem Geländewagen nach Island fahren. Am Valentinstag wollen sie es aber eher entspannt angehen lassen. Wie an ihren Jahrestagen, der letzte war erst Ende Januar, werden sie etwas zusammen essen gehen und die gemeinsame Zeit genießen. „Hauptsache, wir sind zusammen“, sagt Elisabeth.

„Alles, was ich an ihm sehe, macht mich glücklich“
Am liebsten überrascht Jannik Gießler (24) seine Frau Natalie (22) mit Geschenken, die er zufällig findet. An Silvester vor einem Jahr hat er ihr im Bett einen Heiratsantrag gemacht. „Es war nicht so wie im Film, aber trotzdem sehr schön“, sagt Natalie Gießler. Als sie mit dem Abitur fertig war, hat sie einen Job bei einem Werkzeughersteller angenommen, bei dem Jannik Gießler neben seinem Studium arbeitete. „Eines Abends sind wir zusammen ausgegangen, und da hat es Klick gemacht“, sagt sie. Und das, obwohl die beiden in manchen Punkten sehr unterschiedlich sind. „Wir haben nicht den gleichen Humor, auch unser Musikgeschmack ist sehr verschieden“, sagt Jannik Gießler. Doch was ihre längerfristigen Ziele angeht, sind sie sich einig: Sie wollen eine Familie gründen und ihren Wohnort nicht für längere Zeit verlassen. „Das verbindet doch viel mehr, als wenn man die gleiche Musik hört“, sagt er. Warum sie sich lieben? „Ich brauche ihn nur anzuschauen. Alles, was ich sehe, macht mich glücklich“, sagt Natalie Gießler.

Aus Freundschaft wird Liebe
Yenthe Vandenheuvel (22) und seine Freundin Griet Vermeulen (23) aus Maaseik in Belgien wollen auf ihrem Berlinbesuch das Nachtleben erkunden. Überhaupt reisen die beiden Studenten gern gemeinsam durch europäische Länder wie Portugal, Griechenland und Spanien. Neben dem Reisen gehört auch Yenthe Vandenheuvels Hobby, der Fußball, zu den gemeinsamen Interessen des Paares. „Als Mädchen wollte ich selber gern in einem Verein spielen, aber jetzt bin ich schon glücklich, wenn ich zusammen mit Yenthe unsere Lieblingsmannschaft anfeuern kann“, sagt Griet Vermeulen. Als sie sich damals ineinander verliebten, gingen sie in dieselbe Klasse. „Aber Liebe auf den ersten Blick war es nicht“, erinnert sich Yenthe Vandenheuvel an diese Zeit. Bevor sie vor sechs Jahren ein Paar wurden, waren sie zwei Jahre lang befreundet. Sie stellten sich ihren jeweiligen Familien vor, bevor es dann zum ersten Kuss kam. „Bei ihr kann ich ich selbst sein, und sie lacht auch über meine dummen Witze“, sagt Yenthe Vandenheuvel.

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