Weißensee

Inklusion und regionale Küche gibt es im "Café 8"

Das Lokal ist an die Siedlung am Weißen See angebunden, hier arbeiten 15 Mitarbeiter der Stephanus-Stiftung.

Yvette Geßler-Fahr (v.l.), Rene Will und Stephanie Kießling servieren die ersten Getränke am Tresen des „Café 8“.

Yvette Geßler-Fahr (v.l.), Rene Will und Stephanie Kießling servieren die ersten Getränke am Tresen des „Café 8“.

Foto: Thomas Schubert / BM

Pankow. Es ist ein Ort der Gastlichkeit, die gute Stube der Stephanus-Stiftung, ein Lokal, das alle Barrieren überwinden soll. Im „Café 8“, erzählt Leiterin Yvette Geßler-Fahr vom christlichen Träger, ist die Tafel für jeden gedeckt, der Hunger hat – gleichgültig, welche Art Behinderung oder Besonderheit ihn ansonsten noch auszeichnen mag. Sie sagt: „Wenn wir an Inklusion denken, meinen wir damit auch, dass wir dank des Cafés auch zu einem Teil des Kiezes werden wollen.“

Zugleich führt das alte Backsteinhaus an der Parkstraße – nach Zählung der Stiftung ist es das Haus Nummer 8 – auch zu den Wurzeln des christlichen Sozialträgers Stephanus zurück. Wo jetzt eine Auswahl an heißen Suppen, frischen Salate, Sandwiches, Kuchen und Kaffeespezialitäten über den Tresen gehen, begann diese Stiftung ihre Arbeit zum Wohle von Menschen mit Behinderungen. Hier entstand 1909 eines der ersten Werkstatt- und Wohngebäude. Bis heute blieb die Siedlung am Weißen See einer der größten Standorte der Stiftung Brandenburg und Berlin. Rund 10.000 Mitarbeiter hat die Stephanus-Stiftung, 15 davon arbeiten im „Café“.

Regional, abwechslungsreich und gesund – so soll die Küche auch Weißenseer zufriedenstellen. „Unsere Wurst kommt aus Heilbrunn in der Prignitz, einer anderen Betriebsstätte von Stephanus. Wir bauen sogar das Futter für unsere Tiere an. Und schlachten selbst“, sagt Geßler-Fahr. Im „Café 8“ wolle man nicht nur Privatgäste begrüßen, sondern die Räume auch für Fortbildungen und Tagungen anbieten.

Was Gäste an Decken und Tellern auf den Tischen finden, hat seinen Ursprung in den oberen beiden Etagen des Hauses. Hier werkeln Behinderte mit Handwebstühlen an gemusterten Tüchern und Teppichen. In der Keramikwerkstatt entstehen Kollektionen mit detailreichen Dekors. Wem Teller und Tassen im Kornblumen-Muster gefallen, der muss sie nach der Mahlzeit nicht zurückgeben – er kann sie auch kaufen.

Café 8, Stephanus-Werkstätten Haus 8, Weißensee, Parkstraße 19, Mo. bis Fr. 8 bis 17 Uhr, Anfahrt mit Tram M4 bis Albertinenstraße.